Kurzbeschreibung
Die Oper 'Elektra' war das erste Ergebnis der äußerst produktiven Zusammenarbeit zwischen Richard Strauss und seinem langjährigen Librettisten Hugo von Hofmannstahl. Das Werk feierte seine Premiere 1909 in Dresden, und das Libretto löste großes Unbehagen unter den Kritikern und im Publikum aus. Das Stück wurde als unmoralisch und pervers abgestempelt. Doch die Kritiker hatten Sophokles wohl nicht genau studiert, denn dessen antike 'Elektra' hatte Hofmannsthal werkgetreu umgesetzt für die damals moderne Opernbühne. Strauss hatte Bedenken, das Libretto würde dem der 'Salomé' zu sehr ähneln. Beide Partituren sind mächtige Orchesterwerke, doch 'Elektra' überschreitet wie 'Salomé' nie die Grenzen der Tonalität. Strauss blieb in seiner Radikalität deutlich hinter Wagner zurück. Auch wenn die musikalisch-psychologische Spannung, die Strauss kreierte, für den Zuschauer stellenweise kaum auszuhalten ist vor harmonischer Intensität. Strauss bewegte sich nach 'Salomé' und 'Elektra' wieder mehr in Richtung Tonalität, überließ das Feld der Extreme Künstlern wie Arnold Schönberg. Mit dem spät- romantisch-klassizistischen 'Rosenkavalier' feierte Strauss einen seiner größten Erfolge.