19 Jahre sind seit dem Erscheinen dieses Albums vergangen. Damals war es meine Lieblingsscheibe, und nachdem ich sie nun nach langer Zeit wieder gehört habe, weiß ich warum. Kaum eine andere Scheibe hat den Sound und den Zeitgeist der 80er Jahre so gut zum Ausdruck gebracht. Und das in mehreren damals gängigen Facetten. Ob Depeche Mode, The Fixx oder Saga - Killing Joke verbindet deren typischen Klänge zu ihrem eigen(ständig)en Sound. Dabei ist "Brighter Than A Thousand Suns" eher eine Wegmarke als ein typisches Killing Joke-Album. Denn ein "typisches" Album gibt es bei dieser Band nicht. Kaum eine andere Kombo hat sich derart während seines 25-jähigen Bestehens verändert. Angefangen mit lupenreinem Punk über die Wave-Pop-Phase - wie beim vorliegendem Werk - über Elektro-Crossover und Techno bis hin zu New Rock. Dabei waren sie immer kraftvoll und aggressiv, ihre Texte sozial engagiert (wenngleich oft nationalistisch, wodurch sie zeitweise als "rechts" verschrien waren). Dieser Patriotismus richtete sich aber auf die demokratischen Werte und gegen den Kapitalismus und entwickelte sich aus den sozialen Problemen Englands gegen Ende der 80er Jahre (Thatcher's Erbe). Killing Joke's Anti-Amerikanismus und England-Liebe wird auf der nachfolgenden Scheibe "Outside the Gate" noch viel deutlicher. Viele der Themen sind heute immer noch aktuell.
Auch klanglich ist "A Thousand Suns" eine Kind seiner Zeit. Glasklare, perfekt produzierte Schlagzeug- und Gitarrensounds unterlegt mit raumfüllendem Synthesizer-Gesäusel. Ganz anders, wie auf den späteren Scheiben, die zum Teil breiig, roh und überladen klingen, wenngleich auch diese Alben sehr gut sind - nur eben anders.
Wer nostalgisch noch einmal die 80er Revue passieren lassen will, sollte sich diese Scheibe einmal anhören. Jene, die die damalige Zeit musikmäßig noch nicht mitbekommen haben, werden vielleicht ein alte Perle entdecken, obwohl: "alt" klingt die Musik auch heute nicht. Auf alle Fälle gehört "Brighter Than A Thousand Suns" zu meinen All-Time-Top 20, zumal kein Song darauf ist, der annähernd als schlecht zu bezeichnen ist. Deshalb gibt es auch keinen speziellen Anspiel-Tip. Einfach durchhören und forttreiben...