Der Film spielt Mitte der Dreißiger Jahre in London. Er basiert auf einem Roman von Evelyn Waugh (dem Autor von "Brideshead Revisited"). Regisseur ist Stephen Fry. Im Mittelpunkt stehen die Mit-Zwanziger Adam (ein Nachwuchsautor mit finanziellen Problemen) und die wohlhabende Nina. Um sie herum bewegen sich eine Reihe von exzentrischen, wohlhabenden jungen Engländern, die den sorglosen, etwas abgedrehten Lifestyle der Dreißiger zelebrieren. Adam will Nina heiraten. Dem aber stehen finanzielle Probleme entgegen. Die scheinen sich aufzulösen als er durch eine Wette 1000 Pfund gewinnt, die er aber durch eine Betrug gleich wieder (vermeintlich?) verliert. Zwischenzeitlich geht es bei ihm aufwärts, als er die Stelle eines erfolgreichen und anonymen Klatschreporters ergattern kann. Das aber ist nicht von Dauer. Schließlich bricht der Krieg aus und führt zu finalen, etwas bizarren Entwicklungen.
Als großer Fan von Stephen Fry sage ich es nicht gerne, aber: Sein Regiedebüt ist nicht gut. Das liegt hauptsächlich an zwei Gründen:
- Er hat keine Mitte, keinen roten Faden und schwankt zwischen Genres und Geschichten hin und her. Zu Beginn liegt der Fokus noch stark auf der Klatschreportergeschichte - die auch sehr interessant ist - dann aber schnell wieder fallen gelassen wird. Dann geraten immer mal Adams Wetten in den Mittelpunkt, um aber ohne rechtes Konzept immer wieder von einem Fokus auf einige der exzentrischen Gestalten unterbrochen zu werden. Nicht nur der Handlungsfokus, auch die künstlerische Darstellung hüpft sehr hin und her und schafft es dabei nicht, die unterschiedlichen Stilmittel harmonisch zu verbinden: Mal ist es dramatische Charakterstudie, dann wieder schwungvoll-geistreiche Gesellschaftsstudie, dann bizarre Komödie oder auch Tragödie, am Schluss ein bisschen tragisch-bizarrer Kriegsfilm. Alles wirkt sehr sprunghaft.
- Die Darsteller leiben zu blass. Dies trifft leider v.a. auf den Hauptdarsteller zu. Man wollte hier einem Newcomer eine Chance geben (Stephen Campbell), was eigentlich lobenswert ist, hier aber nicht funktioniert. Durch die geringe Ausstrahlung und das sehr dezente Spiel Campbells trägt die Figur den Film nicht in dem Maße, in dem sie es tut, weil sie als einzige mit allem und allen in Verbindung steht und so den Film zusammenhalten müsste. Sie wirkt aber zu oft wie ein etwas unbeteiligter, uninteressierter Teilnehmer.
Fazit: Einige sehr geistreiche, interessante, witzige Szenen und Nebenfiguren (z.B. die Wirtin der einfachen Pension, in der Adam wohnt, oder Dan Akykrod als Zeitungsverleger), einige schöne, handwerklich gut gemachte Bilder von Swinging London, aber dramaturgisch zu schwach. Man ärgert sich nicht, dass man den Film gesehen hat, aber verpasst auch nichts.
Sprache: Englisch mit englischen UT. Mit den UT gut zu verstehen.