Aus der Amazon.de-Redaktion
Auch auf ihrem achten Studioalbum
Bright Yellow Bright Orange bleiben Robert Forster und Grant McLennan alias The Go-Betweens ganz sich selbst und damit einem Rezept treu, das keins ist: Authentizität, die Aufrichtigkeit im Lied. Dass beide stets zusammen als Songautoren genannt werden, hat eine ähnliche Bedeutung wie bei Lennon/McCartney: Es ist ein Markenzeichen; auf wessen "Mist" der einzelne Songs zu wachsen begonnen hat, hört man doch immer nach ein paar Takten. Forster, wenngleich etwas altersmilde, hat immer noch den stärkeren Hang zum sinistren, unbequemen und McLennan zum leichteren Pop-Appeal, wobei er dieser Tage gern ein bisschen öfter im Schatten sitzt als früher.
Dass, so betrachtet, eine Annäherung der zwei Antipoden stattgefunden hat, zieht allerdings nicht das flaue Lüftchen nach sich, das die nachgeschobenen Spätwerke vieler wiederbelebter Bands auf fatale Weise kennzeichnet. The Friends Of Rachel Worth (2000), ihr erstes gemeinsames Album nach 12 Jahren, war einfach ein angemessen erwachsenes, ausgereiftes Album, an das sich das neue ähnlich nahtlos anschließt wie Send Me A Lullaby (1981) an Before Hollywood (1983). Natürlich fehlt den gereiften Männern heuzutage die juvenile Wut und offen ausgetragene, klaustrophobische Verstörung, die jene Alben in den Achtzigern zum Rettungsring im stark verkühlten Gefühlsmeer machte, und den kantigen, knochentrockenen Schlag von Gründungs-Schlagzeugerin Lindy Morrison kann weder Glenn Thompson auf diesem Album ersetzen noch konnte Janet Weiss (Sleater-Kinney) es auf dem letzten. Aber selbst Lindy, davon ist auszugehen, trommelt heut' wohl milder als sie es damals tat. Wo auch immer sie es tut. --Rolf Jäger
Seit zwei Jahren ist es wieder so wie früher, vor dem Split. Robert Forster und Grant McLennan feierten Wiedervereinigung, ohne sich sonderlich zusammenraufen zu müssen. Die Chemie war die alte; eine gewisse Midlife-Melancholie war dazugekommen - gerade wenn man zum Vergleich die unlängst erschienenen remasterten Frühwerke heranzieht. Diese versöhnliche Traurigkeit pflegt das australische Duo weiter, unterstützt von einem Quintett, das ihre akustisch grundierten Songs mit allen möglichen dezenten Streichinstrumenten, Orgeln und Keyboards betupft. Allerdings so zag und zart, dass einem das Schimpfwort "überarrangiert" nicht in den Sinn kommen will. Schönstes Lied: Das beschwingt dahintrabende Lebensresümee "Too much of a Thing", das melodisch und poetisch geradezu schimmert vor zeitloser Klasse. "I have broken the expectations of a king", singt McLennan, und vielleicht ist das wahr. Für unsere Erwartungen aber gilt das keineswegs. (mw)
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BRIGHT YELLOW BRIGHT ORANGE