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Briefwechsel mit Magda von Hattingberg: »Benvenuta«
 
 
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Briefwechsel mit Magda von Hattingberg: »Benvenuta« [Gebundene Ausgabe]

Magda von Hattingberg , Rainer Maria Rilke , Renate Scharffenberg , Ingeborg Schnack

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Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Frankfurter Rundschau, 03.08.2000
In einer Doppelrezension bespricht Hannelore Schlaffer die folgenden zwei Briefbände von Rainer-Maria Rilke:
1) "Benvenuta. Briefwechsel mit Magda von Hattingberg"
Das Briefeschreiben, so die Rezensentin, war für den Dichter in Krisenzeiten eine wichtige "Selbstvergewisserung", und diesen Teil daran findet Hannelore Schlaffer durchaus interessant. Was jedoch sichtbar wird als Beziehung zur Adressatin, kanzelt sie kühl ab mit dem Hinweis, dass für Rilke die ihm "in Scharen" zufliegenden Verehrerinnen als Personen selbst keine Rolle spielten. So auch die Konzertpianistin Magda von Hattingberg, die sich mit einem überschwänglichen Brief ihm genähert hatte. Der Ton der Briefe an sie ist der des Buches Malte Laurids Brigge, von dem er sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelöst hatte, meint Schlaffer. Und die Haltung des Schreibers ist die des "Herzensbrechers", der sich "in die Gemüter seiner Verehrerinnen hineinlügt". Die von den Herausgeberinnen als Entdeckung angekündigten Äußerungen über Frau und Kind, so die Rezensentin, lassen sich "rücksichtsloser" auch in den Briefen an Lou-Andreas-Salomé finden, – übrigens die einzige, meint Schlaffer, "die ihn zu Verstand brachte".
2) "Ich sehne mich sehr nach Deinen blauen Briefen. Briefwechsel mit Claire Goll"
Claire Goll hat in ihrem Briefwechsel mit Rilke, der hier als Neuausgabe und mit einigen ihrer Gedichte versehen vorliegt, Rilke nicht nur als Mann und Dichter angeschwärmt, sondern auch als Kollegen und Meister um sein Urteil gebeten. Das allerdings fiel immer kühl und abweisend aus. Nur auf den schwärmenden Ton ließ er sich ein, aber Rilkes Verständnis von Liebe, so Schlaffer, hatte am wenigsten mit "körperlicher Nähe" zu tun, sondern war wie "Dichten: ein Spiel mit Worten". Der Dichter Rilke leistet sich "eine Peinlichkeit nach der anderen", schreibt die Rezensentin, und erst durch die Heirat mit Yvan Goll hat sich seine Briefpartnerin der "Blütenlese falscher Töne" entziehen können; die Briefe werden "lakonisch und geschäftlich". Interessant wäre dies alles dann, wenn man die Briefe Rilkes als Material nehmen und den Weg der "prosaischen Urgestalt der Gefühle" zur "gebundenen Fassung" des Gedichts beschreiben könnte, meint Schlaffer. Denn dann hätte man den "Schlüssel gefunden für Rilkes Fähigkeit, Kitsch brillant und zu einer ästhetischen Qualität zu machen".

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Rainer Maria Rilkes Briefe an die Konzertpianistin Magda von Hattingberg, eine Schülerin Ferruccio Busonis, haben den besonderen Reiz und die Aussagekraft rückhaltloser autobiographischer Prosa. Nach Rilkes eigener Aussage enthalten diese Briefe aus dem für seine Entwicklung so entscheidenden Jahr 1914 "das Vermächtnis" seines "ganzen bisherigen und zukünftigen Lebens". Sie werden mit dieser sachkundig kommentierten Ausgabe erstmals ungekürzt nach den erhaltenen Originalbriefen und, soweit überliefert vollständig, zusammen mit den Gegenbriefen Magda von Hattingbergs zugänglich gemacht.

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