Die Malerin Mathilde Vollmoeller und Rainer Maria Rilke tauschten in den Jahren 1909 - 1920 etwa 80 Briefe aus. Mathilde wird in dieser Zeit zur Wegbegleiterin Rilkes bei dessen Reise durch die Welt der Kunst sein. Es geht in den Briefen um Bilder Van Goghs, um Cezanne und um die Kunst als Ausdrucksmedium. Ueberdies berichtet Rilke von seinen Reisen und seiner Arbeit, um den Herbst geht es da oft, um das Meer und um Paris, um die Weite eines Gartens, um die Waerme von Florenz und um die glitzernde salzige Schoenheit der Bretagne.
Mir erscheint der hier vorliegende Briefwechsel als der alltäglichste Briefwechsel Rilkes, den ich bisher gelesen habe. Es scheint manchmal, als ginge es fast nur nebenbei um obige Themen, vielmehr werden die Briefe gefüllt von den Widrigkeiten des Lebens, der Umzüge und Reisen, von der Hitze in Paris, dem Leiden an Schreibblockade und Fragen nach dem "Wohin".
Sehr interessant wird der Briefwechsel ergaenzt durch einen ausfuehrlichen Anhang, der fast so viele Seiten umfasst wie der Briefwechsel selbst, und der biographische Hintergrundinformationen beider Schreibender, sowie Anmerkungen beinhaltet, was Rilke in Parallelbriefen zur jeweiligen Zeit an Clara Rilke schrieb oder an Lou Salome oder Paula Moderson-Becker.
Die Ausgabe zeigt ausserdem einige Skizzen von Mathilde Vollmoeller, sowie wieder einige schoene Fotos von Rilke mit oder ohne Mathilde.
Ganz am Ende des Buches finden sich ausserdem etwa 20 Seiten eines Kommentares, der diesen Briefwechsel noch einmal speziell in die Biographie Rilkes einbettet.
Ein schoenes Buch, das wieder einen Einblick in Rilkes Denkwelten zulaesst und das viele Parallelen in den Briefen zu anderen Korrespondenzen Rilkes aufweist, ohne sich deswegen zu wiederholen. Auch in der Aufbereitung der Briefe und in den biographischen Ergaenzungen ist dieses Buechlein sehr gelungen und sei hiermit allen, die gerne von Rilke lesen wollen und die gerne zu Reisen und Kunst Rilkes Worte wissen wollen, empfohlen.