Wie viel wurde nicht schon geschrieben über die Freundschaft zwischen dem Denker Voltaire und dem Staatsmann Friedrich II.? Vor allem Friedrichs widersprüchliche Persönlichkeit gab immer wieder Anlass zur Spekulation darüber, was ihn zum regen Austausch mit Voltaire motiviert hatte. Das Buch Briefwechsel lässt die beiden Betroffenen selbst zu Wort kommen, wobei der Herausgeber die Lücken in der Korrespondenz schließt, Fakten nachreicht und mitunter auch offensichtliche Falschaussagen richtigstellt. Die Freundschaft der beiden, aber auch ihre Querelen sind inzwischen weltberühmt; die Höhen und Tiefen ihrer Beziehung gäben einen ausgezeichneten Stoff für eine Seifenoper: Die Gefährten versichern sich der unverbrüchlichen gegenseitigen Liebe, sie streiten, loben und tadeln sich, sie planen Intrigen, sie versöhnen sich mit überschwänglichen Floskeln - und all das tun sie mit so ausgefeilter stilistischer Eloquenz, dass der Briefwechsel wohl zu den wenigen historischen Dokumenten zählt, deren Lektüre auch aus literarischer Sicht wahre Freude bereitet.