Pressestimmen
»Dies ist nicht nur ein literarisch bedeutsamer Briefwechsel zweier Dichter, die sich von Anfang an als Brüder sahen, es ist auch und vor allem das bewegende Zeugnis einer tiefen Freundschaft, die in der deutschen Literatur ohne Beispiel ist. ... [Ein] vorzüglich editierte[r] und kommentierte[r] Briefwechsel.«
(Jürgen P. Wallmann Westfälische Nachrichten )»Was man in der von Joachim Seng vorzüglich betreuten Briefedition zu lesen bekommt, nötigt einem Bewunderung ab. Kein Brief, der nicht von Intelligenz und sorgsamster Einfühlung zeugt. ... Die Begegnung mit Nani und Klaus Demus hatte Ingeborg Bachmann angebahnt, Celans grosse Wiener Liebe. Sie war seit dem Klagenfurter Gymnasium mit Nani Demus befreundet. Oft genug scheint diese in der schwierigen Beziehung zwischen Celan und Bachmann vermittelt zu haben. Würde man das Idealbild eines für die Freundschaft begabten Menschen zeichnen, es müsste Klaus Demus gleichen. Der poeta doctus lässt es in ausführlichen, überaus sorgfältig abgefassten Briefen erkennen. Von Celan aus ist allerdings auch diese Korrespondenz einem Untergrund von Tragik und Vergeblichkeit abgetrotzt.«
(Beatrice von Matt )»Gerade im Briefwechsel mit Klaus Demus, dem lange Zeit engsten und fast einzigen Freund, ist es erschütternd zu beobachten, wie Celan sich zusehends in ein Wahnsystem verstrickt und selbst seine Freunde als Feinde bezichtigt. Er sagt sich auch von Demus los. Man kann nicht anders, als dies nach allem Vorangegangenen als tragisch zu empfinden.«
(Helmut Böttiger Süddeutsche Zeitung )»Es ist also ein bestürzender Briefwechsel, der das Dilemma Celans neu beleuchtet. Man soll dies lesen – und wird Klaus Demus ferner danken, dass er der Edition zustimmte, die ihn als einen zu Unrecht vergessenen Poeten zu entdecken überdies Anlass bieten sollte.«
(Martin A. Hainz Spiegelungen. Zeitschrift für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas )Kurzbeschreibung
Über den Autor
Paul Celan wurde am 23. November 1920 als Paul Antschel als einziger Sohn deutschsprachiger, jüdischer Eltern im damals rumänischen Czernowitz geboren. Nach dem Abitur 1938 begann er ein Medizinstudium in Tours/Frankreich, kehrte jedoch ein Jahr später nach Rumänien, zurück, um dort Romanistik zu studieren. 1942 wurden Celans Eltern deportiert. Im Herbst desselben Jahres starb sein Vater in einem Lager an Typhus, seine Mutter wurde erschossen. Von 1942 bis 1944 musste Celan in verschiedenen rumänischen Arbeitslagern Zwangsarbeit leisten. Von 1945 bis 1947 arbeitete er als Lektor und Übersetzer in Bukarest, erste Gedichte wurden publiziert. Im Juli 1948 zog er nach Paris, wo er bis zum seinem Tod lebte. Im selben Jahr begegnete Celan Ingeborg Bachmann. Dass Ingeborg Bachmann und Paul Celan Ende der vierziger Jahre und Anfang der fünfziger Jahre ein Liebesverhältnis verband, das im Oktober 1957 bis Mai 1958 wieder aufgenommen wurde, wird den posthum veröffentlichten Briefwechsel Herzzeit zwischen den beiden bestätigt. November 1951 lernte Celan in Paris die Künstlerin Gisèle de Lestrange kennen, die er ein Jahr später heiratete. 1955 kam ihr gemeinsamer Sohn Eric zur Welt. Im Frühjahr 1970 nahm sich Celan in der Seine das Leben.