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Briefwechsel
 
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Briefwechsel [Gebundene Ausgabe]

Paul Celan , Klaus Demus , Nani Demus , Joachim Seng
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 675 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (21. September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518421220
  • ISBN-13: 978-3518421222
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 13 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 214.027 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Paul Celan
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Dies ist nicht nur ein literarisch bedeutsamer Briefwechsel zweier Dichter, die sich von Anfang an als Brüder sahen, es ist auch und vor allem das bewegende Zeugnis einer tiefen Freundschaft, die in der deutschen Literatur ohne Beispiel ist. ... [Ein] vorzüglich editierte[r] und kommentierte[r] Briefwechsel.«

(Jürgen P. Wallmann Westfälische Nachrichten )

»Was man in der von Joachim Seng vorzüglich betreuten Briefedition zu lesen bekommt, nötigt einem Bewunderung ab. Kein Brief, der nicht von Intelligenz und sorgsamster Einfühlung zeugt. ... Die Begegnung mit Nani und Klaus Demus hatte Ingeborg Bachmann angebahnt, Celans grosse Wiener Liebe. Sie war seit dem Klagenfurter Gymnasium mit Nani Demus befreundet. Oft genug scheint diese in der schwierigen Beziehung zwischen Celan und Bachmann vermittelt zu haben. Würde man das Idealbild eines für die Freundschaft begabten Menschen zeichnen, es müsste Klaus Demus gleichen. Der poeta doctus lässt es in ausführlichen, überaus sorgfältig abgefassten Briefen erkennen. Von Celan aus ist allerdings auch diese Korrespondenz einem Untergrund von Tragik und Vergeblichkeit abgetrotzt.«

(Beatrice von Matt )

»Gerade im Briefwechsel mit Klaus Demus, dem lange Zeit engsten und fast einzigen Freund, ist es erschütternd zu beobachten, wie Celan sich zusehends in ein Wahnsystem verstrickt und selbst seine Freunde als Feinde bezichtigt. Er sagt sich auch von Demus los. Man kann nicht anders, als dies nach allem Vorangegangenen als tragisch zu empfinden.«

(Helmut Böttiger Süddeutsche Zeitung )

»Es ist also ein bestürzender Briefwechsel, der das Dilemma Celans neu beleuchtet. Man soll dies lesen – und wird Klaus Demus ferner danken, dass er der Edition zustimmte, die ihn als einen zu Unrecht vergessenen Poeten zu entdecken überdies Anlass bieten sollte.«

(Martin A. Hainz Spiegelungen. Zeitschrift für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas )

Kurzbeschreibung

»Meine Lieben, habt Dank für alles, habt Dank dafür, daß Ihr da seid, daß Ihr dieses weite Tor der Freundschaft geöffnet habt –: Ihr seid meine endlich wirklich gewordene Welt.« Paul Celan an Klaus und Nani Demus Als »Bruder« hat Paul Celan Klaus Demus bezeichnet, niemandem hat er sich stärker geöffnet als dem Wiener Freund. Ingeborg Bachmann war es, die diese Freundschaft stiftete, 1948 in Wien. Aus dem Zusammentreffen des Dichters aus der Bukowina mit dem jungen Wiener Dichter und Studenten der Kunstgeschichte entwickelt sich die einzig »wahre« Freundschaft Celans, in die später auch Nani Demus geb. Maier und Celans Ehefrau Gisèle Celan-Lestrange miteinbezogen werden. Ihr gemeinsamer Briefwechsel nimmt unter den Korrespondenzen Paul Celans eine herausragende Stellung ein, sowohl dem Umfang nach (ca. 400 Briefe) als auch in seiner Bedeutung: Wie keine andere seiner Korrespondenzen offenbart dieser Dichterbriefwechsel den Menschen Paul Celan hinter dem Werk und ermöglicht dabei zugleich einen Einblick in seinen oft mühevollen Pariser Alltag. Auf die Verbindung zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan wirft er ein neues und eindringlich scharfes Licht. Und doch wird selbst diese Beziehung zweier Dichter, die größte Nähe und Zuneigung miteinander verbindet, durch die Goll-Affäre und Celans Krankheit 1962 für Jahre getrennt. 1968 aber nimmt Klaus Demus den Faden wieder auf: So hinterlassen diese Briefe zum Schluß auch ein berührendes Dokument von Paul Celans letzten Jahren.

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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Briefwechsel zwischen Freunden von ungewöhnlich enger Zugehörigkeit., 3. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Briefwechsel (Gebundene Ausgabe)
Paul Celans Schicksal als Dichter aus der Bukowina, der beide Eltern in Auschwitz verlor, ist den mit seiner Dichtkunst Vertrauten weitgehend bekannt.
Er wird in seinem Wesen und Charakter durch den Briefwechsel mit Freunden und seiner Frau Gisèle Celan - Létrange, die in verschiedenen Ausgaben vorliegen, erst fassbar. Als eine geheimnisvolle, anziehende und tragische Erscheinung sehen wir ihn, dessen Gedichte von tiefer Ernsthaftigkeit und melodiöser Tiefenschärfe sind, immer ganz dicht bei dem Geschehen, dem er sich innerlich nahe fühlt.

Als er 1948 in Wien durch Vermittlung von Ingeborg Bachmann Klaus und Nani Demus kennen lernte, war er in den dortigen Künstlerkreisen angekommen. Mitglieder dieser Szene schildern ihn als einen sehr scheuen und zurückgenommenen Menschen. Seine Gedichte kamen nach Otto Basil, Herausgeber der Zeitschrift "Plan," als "traurige und sehr schöne, der östlichen Landschaft angepasste Lyrik" an.
Klaus und Nani Demus, Kunsthistoriker, Literaturwissenschaftler und Dichter, erkannten neben Ingeborg Bachmann früh schon seine Genialität. Celan hat in besonderer Weise ein enges Vertrauensverhältnis zu ihnen aufgebaut und eine intensive Freundschaft entwickelt, die er Zeit seines Lebens beibehielt. Soweit Nähe zu ihm überhaupt möglich war, hatten diese beiden Zugang zu ihm.

1948 begab sich Paul Celan nach Paris, wo er sein weiteres Wirken als Dichter des deutschsprachigen Raums fortsetzte. Von dort datierten fast alle seine Briefe an Klaus und Nani Demus.
P. Celan und Klaus Demus dachten und dichteten sehr ähnlich. Demus bewunderte den älteren Freund, an dessen Werk er künstlerisch mit seinen Versen aber nicht heranreichte. Demus schreibt und zeigt seine Nähe zu Celan in Sätzen wie diesem:" Weiße Flügel des Wassers über des Herzens schwarzer Wiese." Gegenüberstellungen von Helligkeit und Klarheit mit den düsteren Nebeln der Dunkelheit sind Merkmale beider Dichter. Sie schrieben sich zeitweise in Gedichtform, und es vereinte sie eine tiefe Sehnsucht nach Helligkeit und Schönheit, die sich fast immer in der Schwärze der Nacht verlor.
In tragischer Weise zerbrach diese Freundschaft, die von beiden Seiten als einmalig empfunden wurde, an der Affäre Goll, die Celan in den seelischen Abgrund gestürzt hatte. (s. Paul Celan "Die Gollaffäre" von Barbara Wiedemann.)

Zu viel erlittenes Leid machte Paul Celan empfindsam gegen jede Art von Kritik. Der von Klaus Demus vorgetragene Verdacht einer Paranoiaerkrankung bei Celan führte zum totalen Kontaktabbruch zwischen den Freunden, wenngleich Celan in der Tat als Folge seiner existenziellen und seelischen Nöte in eine Geisteskrankheit abgeglitten war.
Sehr viel Persönliches erfährt man über beide Briefpartner, denn ihr ganzes Leben, Denken und Fühlen spiegelt sich in den Briefen, in die ihre Frauen einbezogen waren.

Der Herausgeber des vorliegenden Briefwechsels, Joachim Seng, kommentiert in einem Nachtext die "Fremde"und die "Nähe" als das Kriterium, unter dem man sich Freundschaft mit Paul Celan vorstellen muss.

Der Briefwechsel beginnt mit einem Gedicht von Klaus Demus und endet vor Celans Tod mit letzten Versen aus seiner Feder im März 1970.

Wie in früher schon veröffentlichten Briefwechseln zwischen Celan und Freunden wird man Zeuge eines Lebensschicksals, das in seiner künstlerischen Größe und persönlichen Lebenstragik tief anrührend ist.
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5.0 von 5 Sternen Wirkliche Freunde, 8. Juni 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Briefwechsel (Gebundene Ausgabe)
Neben den schon erschienenen Briefwechseln mit Ingeborg Bachmann, Hanne und Hermann Lenz, Gisèle Celan-Lestrange ist der mit Nani und Klaus Demus sicher der bedeutendste. Lange Jahre hielten die beiden treu zu Paul Celan in der berüchtigten Goll-Affäre, in der diese drittklassige Dichterin den Ruf des größten Dichters deutscher Sprache in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts mit Plagiatsvorwürfen zu beschmutzen versuchte.
Die Folgen der Goll-Affäre für Celan sind immer wieder neu bedrückend zu lesen; man sieht, wie hier ein Mensch und Dichter krank gemacht wird, so krank, dass er selbst den immer weniger werdenden Freunden nicht mehr traut. Leider macht dies auch vor diesen beiden treuesten Freunden nicht Halt. Als Klaus Demus schließlich wagt, Celan das Krankheitsbild der Paranoia vorzuhalten, wird auch dieser Briefwechsel von Seiten Celans abgebrochen und es folgen nur noch wenige, kaum bedeutende Grußwechsel.
Zuvor aber liest man Briefe über den gegenseitigen Respekt der Dichter voreinander, über das Werden der beiden Familien, über die schmerzliche Vorliebe für die Stadt Wien u.a.m. Ein bewegender Briefwechsel, der dazu anregt, immer wieder neu sich das Werk Celans zur Hand zu nehmen, das aus diesem Zeitraum eines der wenigen ist, das unauslotbar bleibt.
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