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Briefwechsel. Paul Celan - Nelly Sachs
 
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Briefwechsel. Paul Celan - Nelly Sachs [Taschenbuch]

Paul Celan , Nelly Sachs , Barbara Wiedemann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 183 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (27. Februar 1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518389890
  • ISBN-13: 978-3518389898
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,6 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 336.395 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Paul Celan
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Von 1954 bis 1969, fast sechzehn Jahre lang, haben Nelly Sachs und Paul Celan, beide Opfer nationalsozialistischer Judenverfolgung, miteinander Briefe gewechselt. Ihr Briefwechsel ist ein einzigartiges Dokument zweier Seelenverwandter, die sich schuldig glaubten, weil sie die Shoa überlebt hatten.

Über den Autor

Paul Celan wurde am 23. November 1920 als Paul Antschel als einziger Sohn deutschsprachiger, jüdischer Eltern im damals rumänischen Czernowitz geboren. Nach dem Abitur 1938 begann er ein Medizinstudium in Tours/Frankreich, kehrte jedoch ein Jahr später nach Rumänien, zurück, um dort Romanistik zu studieren. 1942 wurden Celans Eltern deportiert. Im Herbst desselben Jahres starb sein Vater in einem Lager an Typhus, seine Mutter wurde erschossen. Von 1942 bis 1944 musste Celan in verschiedenen rumänischen Arbeitslagern Zwangsarbeit leisten. Von 1945 bis 1947 arbeitete er als Lektor und Übersetzer in Bukarest, erste Gedichte wurden publiziert. Im Juli 1948 zog er nach Paris, wo er bis zum seinem Tod lebte. Im selben Jahr begegnete Celan Ingeborg Bachmann. Dass Ingeborg Bachmann und Paul Celan Ende der vierziger Jahre und Anfang der fünfziger Jahre ein Liebesverhältnis verband, das im Oktober 1957 bis Mai 1958 wieder aufgenommen wurde, wird den posthum veröffentlichten Briefwechsel Herzzeit zwischen den beiden bestätigt. November 1951 lernte Celan in Paris die Künstlerin Gisèle de Lestrange kennen, die er ein Jahr später heiratete. 1955 kam ihr gemeinsamer Sohn Eric zur Welt. Im Frühjahr 1970 nahm sich Celan in der Seine das LebenNelly Sachs, geb. als Leonie Sachs am 10.12.1891 in Berlin, begann bereits im Alter von 17 Jahren Gedichte zu schreiben. 1940 gelang ihr mit Hilfe der schwedischen Schriftstellerin Selma Lagerlöf die Emigration nach Schweden. 1965 erhielt sie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, im Jahr darauf den Nobelpreis für Literatur. Sie starb am 12.5.1970 in Stockholm.Barbara Wiedemann , Dr. phil., Literaturwissenschaftlerin, Lehrtätigkeit an der Universität Tübingen, Herausgeberin von Werken und Briefen Paul Celans.

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Format:Gebundene Ausgabe
Paul Celans Schicksal als Dichter aus der Bukowina, der beide Eltern in Auschwitz verlor, ist den mit seiner Dichtkunst Vertrauten weitgehend bekannt.
Er wird in seinem Wesen und Charakter durch den Briefwechsel mit Freunden und seiner Frau Gisèle Celan - Létrange, die in verschiedenen Ausgaben vorliegen, erst fassbar. Als eine geheimnisvolle, anziehende und tragische Erscheinung sehen wir ihn, dessen Gedichte von tiefer Ernsthaftigkeit und melodiöser Tiefenschärfe sind, immer ganz dicht bei dem Geschehen, dem er sich innerlich nahe fühlt.

Als er 1948 in Wien durch Vermittlung von Ingeborg Bachmann Klaus und Nani Demus kennen lernte, war er in den dortigen Künstlerkreisen angekommen. Mitglieder dieser Szene schildern ihn als einen sehr scheuen und zurückgenommenen Menschen. Seine Gedichte kamen nach Otto Basil, Herausgeber der Zeitschrift "Plan," als "traurige und sehr schöne, der östlichen Landschaft angepasste Lyrik" an.
Klaus und Nani Demus, Kunsthistoriker, Literaturwissenschaftler und Dichter, erkannten neben Ingeborg Bachmann früh schon seine Genialität. Celan hat in besonderer Weise ein enges Vertrauensverhältnis zu ihnen aufgebaut und eine intensive Freundschaft entwickelt, die er Zeit seines Lebens beibehielt. Soweit Nähe zu ihm überhaupt möglich war, hatten diese beiden Zugang zu ihm.

1948 begab sich Paul Celan nach Paris, wo er sein weiteres Wirken als Dichter des deutschsprachigen Raums fortsetzte. Von dort datierten fast alle seine Briefe an Klaus und Nani Demus.
P. Celan und Klaus Demus dachten und dichteten sehr ähnlich. Demus bewunderte den älteren Freund, an dessen Werk er künstlerisch mit seinen Versen aber nicht heranreichte. Demus schreibt und zeigt seine Nähe zu Celan in Sätzen wie diesem:" Weiße Flügel des Wassers über des Herzens schwarzer Wiese." Gegenüberstellungen von Helligkeit und Klarheit mit den düsteren Nebeln der Dunkelheit sind Merkmale beider Dichter. Sie schrieben sich zeitweise in Gedichtform, und es vereinte sie eine tiefe Sehnsucht nach Helligkeit und Schönheit, die sich fast immer in der Schwärze der Nacht verlor.
In tragischer Weise zerbrach diese Freundschaft, die von beiden Seiten als einmalig empfunden wurde, an der Affäre Goll, die Celan in den seelischen Abgrund gestürzt hatte. (s. Paul Celan "Die Gollaffäre" von Barbara Wiedemann.)

Zu viel erlittenes Leid machte Paul Celan empfindsam gegen jede Art von Kritik. Der von Klaus Demus vorgetragene Verdacht einer Paranoiaerkrankung bei Celan führte zum totalen Kontaktabbruch zwischen den Freunden, wenngleich Celan in der Tat als Folge seiner existenziellen und seelischen Nöte in eine Geisteskrankheit abgeglitten war.
Sehr viel Persönliches erfährt man über beide Briefpartner, denn ihr ganzes Leben, Denken und Fühlen spiegelt sich in den Briefen, in die ihre Frauen einbezogen waren.

Der Herausgeber des vorliegenden Briefwechsels, Joachim Seng, kommentiert in einem Nachtext die "Fremde"und die "Nähe" als das Kriterium, unter dem man sich Freundschaft mit Paul Celan vorstellen muss.

Der Briefwechsel beginnt mit einem Gedicht von Klaus Demus und endet vor Celans Tod mit letzten Versen aus seiner Feder im März 1970.

Wie in früher schon veröffentlichten Briefwechseln zwischen Celan und Freunden wird man Zeuge eines Lebensschicksals, das in seiner künstlerischen Größe und persönlichen Lebenstragik tief anrührend ist.
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Wirkliche Freunde 8. Juni 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Neben den schon erschienenen Briefwechseln mit Ingeborg Bachmann, Hanne und Hermann Lenz, Gisèle Celan-Lestrange ist der mit Nani und Klaus Demus sicher der bedeutendste. Lange Jahre hielten die beiden treu zu Paul Celan in der berüchtigten Goll-Affäre, in der diese drittklassige Dichterin den Ruf des größten Dichters deutscher Sprache in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts mit Plagiatsvorwürfen zu beschmutzen versuchte.
Die Folgen der Goll-Affäre für Celan sind immer wieder neu bedrückend zu lesen; man sieht, wie hier ein Mensch und Dichter krank gemacht wird, so krank, dass er selbst den immer weniger werdenden Freunden nicht mehr traut. Leider macht dies auch vor diesen beiden treuesten Freunden nicht Halt. Als Klaus Demus schließlich wagt, Celan das Krankheitsbild der Paranoia vorzuhalten, wird auch dieser Briefwechsel von Seiten Celans abgebrochen und es folgen nur noch wenige, kaum bedeutende Grußwechsel.
Zuvor aber liest man Briefe über den gegenseitigen Respekt der Dichter voreinander, über das Werden der beiden Familien, über die schmerzliche Vorliebe für die Stadt Wien u.a.m. Ein bewegender Briefwechsel, der dazu anregt, immer wieder neu sich das Werk Celans zur Hand zu nehmen, das aus diesem Zeitraum eines der wenigen ist, das unauslotbar bleibt.
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