Hofmannsthals Briefwechsel mit dem Historiker und Diplomaten Carl J. Burckhardt zählt zu den schönsten Korrespondenzen deutscher Sprache und ist durch seine inhaltlichen und stilistischen Qualitäten selbst ein Stück Weltliteratur. Beide begegnen sich unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg in Wien, wo Hofmannsthal lebt und Burckhardt an der Schweizer Botschaft Dienst tut. Für den Dichter ist es eine Krisenzeit, in der ihm der junge Schweizer zur Stütze wird. Der Leser erlebt mit, wie sich die Beziehung Schritt für Schritt intensiviert, wie aus dem Sie das vertrauliche Du wird und sich beide einander immer mehr öffnen. Während die Briefwechsel Hofmannsthals mit Stefan George, Richard Beer-Hofmann, Willy Haas, Rudolf Borchardt oder Rudolf Pannwitz von Krisen überschattet wurden - im Fall Georges kam es sogar zum Abbruch der Beziehung -, ist hier über mehr als ein Jahrzehnt, bis zum Tod des Dichters, ein menschlich ungetrübtes Gespräch zweier bedeutender Persönlichkeiten zu erleben.