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Brieffreundschaft mit einem Serienmörder
 
 
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Brieffreundschaft mit einem Serienmörder [Ungekürzte Ausgabe] [Gebundene Ausgabe]

Petra Klages , Christian Pundt , Gunther Scholz , Michael Kirchschlager
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Kirchschlager; Auflage: 1., Aufl. (19. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3934277225
  • ISBN-13: 978-3934277229
  • Größe und/oder Gewicht: 24,2 x 16,2 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 86.414 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Petra Klages
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein erschütterndes Buch um einen jungen Mann, der vom sexuell mißbrauchten Opfer zum brutalen Tierquäler und Serienmörder wurde.Ein gewöhnliches Buch ist das auf keinen Fall. Das an die Leser, die zunächst blättern oder vielleicht sogar von hinten anfangen.
Gegenstand ist ein Briefwechsel mit einem mehrfachen Mörder.
Beim Lesen habe ich manchmal die Autorin verflucht.
Das Bestürzende daran: am Anfang ist da ein kleiner Junge, offensichtlich weich, liebebedürftig, meist ausgeschlossen aus dem Kreis der Spielkameraden seines Bruders. Und als der neue Stiefvater der Mutter Zärtlichkeit zu dem Sohn untersagt und dem Jungen nur mit Härte begegnet, wird der zum geeigneten Zielobjekt eines pädophilen Nachbarn. Auf perverse Weise nutzt der die Sehnsucht des Jungen aus, groß und stark zu werden, um all den Kränkungen seiner Umgebung zu entgehen.
Das dann Folgende ist Hölle, ist Inferno - es sind so unglaubliche Geschichten, dass man immer wieder zweifeln möchte, nicht glauben mag - und doch zu dem Schluss kommt: wenn auch nur die Hälfte stimmen mag, ist es des Bösen immer noch zu viel. ...
Eine Entwicklung nimmt seinen Lauf, an deren Ende - immer wieder begleitet von zahlreichen Tierquälereien und Tiertötungen - schlimmster Missbrauch und pervertierte Morde an unschuldigen Opfern stehen. ...
Dieses Buch kann vielleicht ein Schritt sein, hier und da tickende Zeitbomben möglichst vor Explosion entschärfen zu können.
Immer wieder spricht Axel F. mit viel Liebe von seinem Kind. Kann aber ein Kind, selbst als Heranwachsender mit entsprechendem Alter, diese schrecklichen Wahrheiten seines Vaters je verstehen? Vielleicht aber kann dieses Buch eines Tages dem dann erwachsenen Kind dabei helfen, hinter der nicht auszulöschenden Schuld trotzdem den Menschen Axel F., seinen Vater, zu entdecken. (Aus dem Nachwort von Gunther Scholz, Regisseur)
Um eine möglichst hohe Authentizität der Briefe des Serienmörders Axel F. zu gewährleisten, wurde dieser Band, anders als alle anderen Ausgaben unseres Hauses, nach neuer Rechtschreibung korrigiert. In den zahlreichen Originaldokumenten wurden nur geringfügige orthographische Änderungen vorgenommen. Satzbau, eigenwillige Interpunktionen und Schreibweisen wurden beibehalten. Die Kommentare und Anmerkungen stammen von Petra Klages. Dem Buch geht ein Vorwort des Kriminalhauptkommissars Christian Pundt voraus. Das Nachwort schrieb der bekannte Regisseur Gunther Scholz aus Berlin.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
"Ein Buch, das erschüttert!", so steht auf dem Einband des Buches, und dabei handelt es sich um mehr als nur einen verkaufssteigernder Spruch.

Denn im Gegensatz zu vielen Büchern, die von Serienmördern handeln und meist Außenansichten und Analysen präsentieren, besteht dieses Buch zum Großteil aus Schilderungen des Täters selbst. Hier hingegen lernt der Leser den Täter so kennen, wie er ihn aufgrund von Boulevardzeitungsberichten so nicht erwarten würde: Als Menschen mit Gedanken, Gefühlen und Meinungen -- wie andere Menschen auch.

Fernseh- und Zeitungsberichte über Serien-Verbrechen stellen die Täter oft als Gruselmonster dar und vermitteln den Konsumenten das bequeme Gefühl, hierbei handele es sich um Kreaturen, die nichts mit normalen Menschen gemein hätten. Wie schmal die Grenze zwischen Menschen, die für viele unvorstellbar grausame Taten begehen, und denen, die dies nicht tun, in Wirklichkeit ist, das wird dem Leser durch die sehr plastischen Erlebensschilderungen des Täters in Klages' Buch unmittelbar deutlich.

Da es sich um einen reinen, echten Brief-Dialog zwischen der Autorin und dem Täter handelt, meint der Leser, mit dem Täter persönlich zu sprechen. Seine Schilderungen von Erinnerungen und Gefühle, von alltäglichen Problemen und Gedanken zu verschiedenen Themen lassen ihn als menschliches Gegenüber erscheinen -- ein Gegenüber mit Stärken und Schwächen, mit sympathischen und unsympathischen Eigenschaften.

Das Grauen, welches sich in seinen sexuellen Phantasien und Taten zeigt, steht hier eingebettet in das Gesamtbild eines Menschen, der selbst Opfer von Missbrauch und Vernachlässigung in der Kindheit wurde, der Ehemann, Vater, Arbeitskollege und Nachbar war. Kein "tobendes Monster aus einer dunklen Höhle", sondern ein in die Gesellschaft gut integrierter Mann. Ein Mann, der von außen nicht von anderen unterscheidbar war. Und das nicht, weil er sich perfekt tarnte, sondern weil große Anteile seines Erwachsenenlebens eben normal waren.

Eine unbequeme Einsicht, denn wer möchte sich vorstellen, dass der eigene Mann, Bruder, Vater oder beste Freund eine dunkle Seite in sich tragen kann, die sich der Vorstellungskraft der meisten Menschen - zum Glück - vollkommen entzieht. Es gehört zum Wesen des Menschen, seine Umgebung als halbwegs stabil und einschätzbar erleben zu wollen -- wie anders könnten Menschen ihre täglichen Aufgaben erfüllen? Hierzu gehört auch der Glaube daran, dass es auf der Welt "gute" und "böse" Menschen gibt und dass man selbst und die nächsten Angehörigen in der Regel zu den "Guten" gehören. Diese Grundüberzeugung wird von Klages Buch zumindest teilweise ins Wanken gebracht.

Sehr plastisch kann der Leser miterleben, wie am Ausgangspunkt der Geschehnisse ein "normales", wenn auch vernachlässigtes Kind steht. Teilweise für den Leser schmerzhaft ungeschönt wird dargestellt, wie aus einem anfangs Zuneigung und Geborgenheit suchendem Kind zunehmend ein Gewalt und Grausamkeit als selbstverständliche und positive Dinge ansehender, Mitleid hingegen als störende und ausschaltbare Eigenschaft erlebender Erwachsener förmlich gezüchtet wird.

Vieles von dem, was der Täter aus seiner Kindheit berichtet, mag dem Leser im wahrsten Sinne des Wortes unvorstellbar erscheinen. Doch die Missbrauchstaten an ihm selbst, von denen der Täter berichtet, sind Dinge, die nachweislich passieren, von denen es umfangreiches Bild- und Filmmaterial auch aus Westeuropa gibt. Dass aus einigen der Opfer später selbst Täter - verschiedener Art - werden, ist ein kriminalistisch und kriminologisch gut untersuchtes Phänomen. Denn außer Frage steht, dass das Erleben von Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch in der Kindheit bleibenden Schaden in der Seele eines Menschen hinterlässt.

Genau das versucht Petra Klages mithilfe des ausführlichen Berichtes des Täters zu illustrieren. "Mörder werden nicht geboren, sondern gemacht" schreibt sie in ihrem Buch, das damit an beispielsweise die Bücher von Paul Moor und Mark Benecke mit Briefen des nach außen ebenfalls gut angepassten Serientäters Jürgen Bartsch steht.

Es geht Klages nicht darum, grausame Handlungen zu entschuldigen, es geht um Erklärungen für das Geschehene. Das Ziel des Buches ist es nicht, dem Täter eine "Absolution" zu erteilen. Seine traumatischen Erlebnisse stellen eine Erklärung für seine gewalttätigen sexuellen Phantasien dar, doch Phantasien zu haben rechtfertigt nie deren Umsetzung. Das wird im Buch deutlich: Es gab Lebensphasen des Täters, in denen er keine gewalttätigen Verhaltensweisen zeigte, somit also ein Leben ohne ausgelebte Gewalt für ihn über längere Zeiträume durchaus möglich war.

Der Text zeigt, dass sich der Täter in jedem einzelnen Fall für das, was er tat, entschied, und diese getroffenen Entscheidungen werden auch von ihm im Kern nichts gerechtfertigt. Dennoch haben die geschilderten Missbrauchserfahrungen die Entwicklung von Persönlichkeitseigenschaften, die zu den Taten führten -- allem voran die gewalttätigen Phantasien und das Wegfallen von Mitgefühl -- mit großer Wahrscheinlichkeit stark begünstigt.

Das eigentliche Ziel des Buches wird im Nachwort von Regisseur Gunther Scholz klar formuliert: "Dieses Buch könnte helfen, Fehlentwicklungen schon im frühen Stadium zu erkennen. Vielleicht kann es sogar helfen, künftige Verbrechen zu verhindern - auch wenn man das nie erfahren wird."

Vielleicht wird der ein oder andere Leser durch das Buch sensibilisiert, auffällige Verhaltensweisen eines Kindes in seinem Umfeld wahrzunehmen. Wünschenswert wäre, wenn er dann nicht untätig bleibt, sondern versucht, mit dem Kind ins Gespräch zu kommen und sich eventuell Rat von Beratungsstellen zu holen. Jeder Einzelne kann sich dafür entscheiden, hinzusehen oder wegzuschauen. Was die Folgen des Wegschauens im Falle von Kindesmissbrauch sein können, das wird in Klages' Buch auf ungeschönte, gradlinige und für die Leser zweifellos entsetzliche Weise demonstriert.

Dipl.-Psych. Ewelin Wawrzyniak mit Mark Benecke
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Der ehemalige Jugendgerichtshelfer von Jürgen Bartsch, Dietrich Wilke, hat in einem Interview einmal gesagt: Während Jürgen Bartsch bei dem Versuch, ihn zu kastrieren und von seinem unheilvollen Trieb zu befreien in der forensischen Klinik in Eickelborn verstorben ist, wurde irgendwo in unserem Umfeld wieder ein Knabe geboren.....wieder ein Jürgen Bartsch. Man braucht eben keinen Führerschein, um Kinder zu erziehen...."

Axel F., dessen schier unfassbares Lebensschicksal von der Dipl. Pädagogin, Kriminologin und Familientherapeutin Petra Klages nun in einem Buch mit dem Titel "Brieffreundschaft mit einem Serienmörder" offengelegt wurde, ist im Jahre 1969 geboren worden, also drei Jahre nach der Verhaftung des damals 19-jährigen Jürgen Bartsch und sieben Jahre vor seinem Tod, der durch einen Narkosefehler verursacht wurde. Axel F. ist heute 41 Jahre alt. Er wird das Gefängnis zeitlebens nie mehr verlassen. Er ist - nicht nur nach Meinung der forensischen Fachgutachter, sondern auch nach seiner eigenen Aussage - zu gefährlich für die Öffentlichkeit. Doch wie konnte es zu dieser katastrophalen Entwicklung kommen?

In Ihrem Nachwort zeigt Petra Klages exemplarisch Serienmörder auf, deren Kindheit unter ähnlichen Umständen verlaufen ist, wie die des Axel F.: sexueller Missbrauch des Knaben, ein vernachlässigendes, emotional unterkühltes Elternhaus, das die Bedürfnisse des Jungen nach Wärme und Anerkennung ignorierte, Tierquälereien und sadistische Phantasien, die Axel F. bereits im Alter von 9 Jahren! nicht nur in der Phantasie beschäftigten, sondern die er auch mithilfe von Tiertötungen auslebt.

Wie gesagt - für schwache Nerven ist das Buch tatsächlich nicht geeignet und die Tatsache, dass es in der sogenannten "Bibliothek des Grauens" veröffentlicht wurde, dient sicher nicht nur dem Wunsch des Verlages, möglichst viele Exemplare zu verkaufen. Das Buch ist in der Tat erschütternd. Denn hier kommt derjenige zu Wort, der diese Taten selbst begangen hat. Hier wird nicht von außen analysiert und interpretiert, sondern dem Täter Gehör geschenkt, der in seinen Briefen deutlich macht, dass er eben nicht nur der Täter, sondern auch das Opfer war.

Wieso gibt es eigentlich Menschen, die so sind wie ich? Lieber Gott, was haben Sie vor Ihrer Geburt verbrochen? Diese verzweifelte Frage hat Jürgen Bartsch einst an Paul Moor gerichtet, in der Hoffnung, der einzige Brieffreund in seinem Leben könne ihm Antwort darauf geben.

Vielleicht hilft uns dieser großartige Briefwechsel, den Petra Klages mit Axel F. geführt hat dabei, dieser Frage von damals
heute ein kleines Stück näher zu kommen.

Das würde ich diesem Buch wünschen!

Nicolette Bohn
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein sensationelles Buch 14. April 2010
Von Sardor
Format:Gebundene Ausgabe
Die Autorin Petra Klages ist Diplom-Pädagogin und Therapeutin. Seit Jahren befasst sie sich mit dem Thema Serienmörder. Hierbei beschäftigt sie sich vor allem mit der zentralen Frage, wie ein Mensch sich zu solch einem "Wesen" entwickeln kann. Welche sozialen Aspekte spielen hierbei eine Rolle?
Das Bild des Serienmörders ist vor allem durch die Medien geprägt. Hierbei spielen Sensationsberichte und Psychopathen-Filme eine nicht unwesentliche Rolle. Beide beschäftigen sich in der Regel mit dem Wortlaut "Bestie in Menschengestalt". Noch immer sorgt der Name Jack the Ripper für Grusel und gleichzeitige Neugier. Doch es ist vor allem das unbeschreibliche Grauen, das für hohe Verkaufszahlen sorgt.
Petra Klages geht hier einen anderen Weg. Jenseits von verzerrter Realität, versucht sie in ihrem Buch herauszuarbeiten, was für ein Mensch hinter diesen schrecklichen Taten steckt. Dies geschieht in Form einer Reportage, die allein durch den Briefwechsel zwischen ihr und dem als Axel F. bezeichneten Täter gekennzeichnet ist. Petra Klages bekam Einblick in die Akten des Falles und entschied sich daraufhin, brieflich mit dem Täter in Kontakt zu treten, um somit direkt zu erfahren, was für ein Schicksal jemanden dazu bringt, solche Taten zu begehen. Das Ergebnis ist ein sehr erschütternder Bericht, der Einblicke in soziale und seelische Abgründe liefert. Hier ist nicht das Monster, sondern ein Mensch, der selbst seelisch und körperlich misshandelt wurde. Für den französischen Soziologen Emile Durkheim gab es nichts, was nicht durch die Gesellschaft selbst geprägt wird. Der Fall Axel F., den Petra Klages durch ihre "Brieffreundschaft" analysiert, scheint diese Annahme zu untermauern. Der Mörder ist nicht einfach ein Mörder, weil er nun einmal ein Mörder ist, sondern es ist das soziale Umfeld, das ihn letztendlich zu solch entsetzlichen Taten befähigt.
Petra Klages vermeidet in ihrem Buch jegliche Sensationslust. Dennoch ist ihr Buch eine wahre Sensation. Nicht sie erzählt die Biographie von Axel F., sondern dieser erzählt seine Geschichte selbst. Das Ergebnis ist eine wissenschaftlich fundierte Erzählung, die nichts beschönigt, aber auch nicht verurteilt. Sie gibt Einblicke in Bereiche der Gesellschaft, vor denen man entsetzt zurückschreckt. Genau dort aber ist das zu Hause, was generell als wahres Grauen bezeichnet wird.
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