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Briefe zwischen Vater und Sohn
 
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Briefe zwischen Vater und Sohn [Gebundene Ausgabe]

V.S. Naipaul , Kathrin Razum , Claus Varrelmann
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 421 Seiten
  • Verlag: Claassen (1. Juli 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3546003241
  • ISBN-13: 978-3546003247
  • Größe und/oder Gewicht: 22,1 x 14,4 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 805.973 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Vidiadhar S. Naipaul
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 12.12.2002
In diesen Briefen zwischen dem jungen V. S. Naipaul und seinem Vater hat der Rezensent Hanns-Josef Ortheil die "Keimzelle" des Naipaulschen Schreibens entdeckt. Zunächst aber offenbare sich darin eine "mehr als ungewöhnliche Beziehung" zwischen dem als Journalist arbeitenden Vater und dem in Oxford studierenden Sohn. Das Besondere dieser Beziehung liegt für den Rezensenten in dem Einverständnis, mit dem beide unermüdlich das gleiche Ziel verfolgen: "der gute Text". Dabei habe zunächst der Vater die Regeln seiner Schreibkunst an den Sohn weitergegeben, bis dieser "zum Lehrer" geworden sei und dem Vater zu lesen gegeben habe, was er "inzwischen begriffen" habe. Beide, so Ortheil, der Vater wie der Sohn, scheinen in diesen Briefen und überhaupt "um ihr Leben" zu schreiben. So dass es nicht verwundere, dass der Sohn nach dem unerwarteten Tod des Vaters "mit beinahe finsterer Entschlossenheit" seinen Weg weitergegangen sei.

© Perlentaucher Medien GmbH

Pressestimmen

"Einer der intelligentesten und scharfsichtigsten Schriftsteller unserer Zeit." Focus "Der Reichtum von Naipauls Imagination, das brillante fiktionale Konzept, in dem sie sich ausdrückt, sind unvergleichbar heutzutage." The New York

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von deathdealer92618 TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Die hier abgedruckte Korrespondenz beginnt 1949 kurz bevor V.S. Naipaul mit einem Stipendium nach England ging.
Dieses Briefwechsel zwischen ihm und seinem Vater (nebenbei sind auch einige Briefe von bzw. an Naipauls älterer Schwester enthalten) ist überaus interessant. In jedem Brief erkennt man die tiefe Beziehung zwischen Vater und Sohn, ihren gegenseitigen Respekt und ihre Toleranz, letzteres zumindest gegenüber dem jeweils Anderem. Der Vater ist sehr stolz auf seinen Sohn, mit größtem Eifer schreibt er Briefe in denen er ihn zum Schreiben animiert, in denen er, fast schon nervend oft, bittet ihm die neueste Veröffentlichung seines Sohnes, und sei es auch ein noch so kleiner Artikel in der Studentenzeitschrift, zu kommen zu lassen. Und V.S. Naipaul wiederrum schreibt Ähnliches zurück, wenn er seinen Vater versucht zu überzeugen, das er noch nicht zu alt ist um ein großer Schriftsteller zu werden. (Der Vater wäre selbst gern ein bekannter Autor geworden, deswegen auch der Enthusiasmus, wenn es um die literarische Zukunft seines Sohnes geht). Geld wird hin und her geschickt, ebenso Bücher, jeder versucht also den anderen finanziell und/oder literarisch zu unterstützen. Sie geben sich gegenseitig Tipps, welcher Autor gelesen werden sollte und was man an den selbst verfassten Texten noch ändern könnte.
Das ist natürlich nicht das einzig interessante an diesem Buch. Man verfolgt auch den Weg des zukünftigen Nobelpreisträgers zum bekannten Schriftsteller und „Weltbürger". Dieser Weg war natürlich nicht immer leicht, immerhin kam er als trinidadischer Student nach Oxford und muss sich dort erstmal etablieren. Einsamkeit und häufiger Geldmangel sind nur 2 Aspekte die den anfänglichen Weg als schwierig gestalten. Dazu kommen noch Krankheit und Heimweh, und vor allem auch die Arroganz Naipauls, die er sich ja bis heute bewahrt hat (dieser Behauptung liegen mehrere aktueller Interviews mit ihm zugrunde, die ich kürzlich las!). Wenn man sich zuerst darüber beklagt, dass man keine Freunde findet, dann aber, sobald man welche hat, lautet das erste Urteil: „Ein Genie ist keiner von denen", dann lässt das meiner Meinung nach nicht auf einen sympathischen Menschen schliessen. Sowieso findet schon der junge Naipaul alle Leute aus Indien oder Trinidad die ihn besuchen hässlich und unkultiviert. Und das sind nur Beispiele.

Es ist aber doch schon großartig diese Korrespondenz zu verfolgen. Allerdings wäre es wohl besser, wenn man sich schon ein bisschen in Naipauls Werk eingelesen hat, zumindest ist es hilfreich „Ein Haus für Mr. Biswas" gelesen zu haben. Immerhin findet sich in den Briefen einiges an Rohmaterial zu dem eben genannten Buch. Also, am besten beides lesen!

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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von h.n.
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Eins wird klar nach der Lektüre: So ein armseliger Tropf wie der Buch-Mr.-Biswas ist dessen lebendes Vorbild, V.S. Naipauls Vater Seepersad Naipaul, bei weitem nicht. Naipaul senior arbeitet bei einer Zeitung als Journalist und Umbruchredakteur, schreibt auch Kurzgeschichten und einen Roman und ermuntert den Sohn per Brief unermüdlich, an eigener Belletristik zu feilen. Der Vater schickt dem Sohn gelegentlich fünf Pfund und eigene Belletristik an den englischen Studienort. Wenn ihm sonst nichts einfalle, rät Vater Naipaul, könne der Jüngere ja einen Roman über den Vater schreiben - was V.S. dann im famosen "Haus für Mr. Biswas" auch tut.

Andere Themen aus dem Briefwechsel klingen nur zu vertraut, wenn man "Ein Haus für Mr. Biswas" gelesen hat: ewige Geldsorgen, defekte Schreibmaschinen, defekte Autos, Arbeit bei der Tageszeitung, Zigaretten, Ärger über Verwandte und über die ganze Insel Trinidad. V.S. und seine ältere Schwester Kamla, die hier ebenfalls zahlreiche Briefe schreibt und erhält, wollen beide nicht mehr auf Trinidad leben. Und V.S. Naipaul lästert über ein angeblich dreckiges Indien lange vor seiner ersten Indienreise, der sein erstes Indien-Buch samt Lästerei über den Dreck dort folgte. Weil sich viel Banales wiederholt, hätte eine gekürzte Ausgabe wohl gereicht.

Zu Beginn hatte ich fast ein schlechtes Gewissen, die Familie hier bei ihren Geldnöten, Verdauungsproblemen, leeren Versprechen und Privatdingen zu belauschen (über Literatur und Schreibtechnik gibt es wenig, über Schreibmarketing etwas mehr, der Stil ist generell unspektakulär). Besonders unangenehm gerät der Tonfall des zunächst 17-, 18jährigen V.S. Naipaul. Der schickt aus Oxford enorm selbstgefällige, dann wieder weinerliche und uneinfühlsame Briefe an Vater und Schwester (die Mutter kommt nur ganz am Rand vor, ebenso wie die angehende Ehefrau). Erstaunlich, dass diese versnobt-blasierte, besserwisserische Person später den lässig lakonisch-komischen "Mr. Biswas" herausbrachte. Stets muss V.S. sich loben, mit Geldausgaben oder Damenbekanntschaften kokettieren oder vielsagend eine Seelenkrise beseufzen. Eine Seite lang malt er aus, wie schön eine Rückkehr nach Trinidad wäre - doch seine Familie, die den Brief ja immerhin empfängt und die ihn vermisst, kommt als Rückkehrgrund nicht vor. Genauso einfühlsam: seine Mutter, die zehn Geschwister und sieben Kinder hat, lässt er ausrichten, dass die Schwester Satti höchstens drei Kinder haben soll. Naipauls Brief zum Tod des Vaters 1953 zeigt vor allem Selbstmitleid.

Der Vater gibt dem Sohn einerseits viel Freiheit, drängt meist nicht zum schnellen Geldverdienen, trotz finanzieller Not. Dann wieder soll V.S. Vaters Manuskripte abtippen und weiterreichen, möglichst Geld schicken. Und er soll nicht so schnell heiraten, denn, mahnt der Vater: eine weiße Ehefrau würde auf Trinidad nicht anerkannt, und ein verheirateter V.S würde seine Familie auf Trinidad nicht mehr unterstützen.

Im Briefwechsel erscheinen reihenweise Nachbarn, Verwandte und hinduistische Ausdrücke. Sehr knappe Erklärungen dazu liefert der Anhang, so dass man hinten ein zweites Lesezeichen braucht. Allerdings wird jeder Name und Begriff nur beim ersten Vorkommen behandelt; taucht der Ausdruck 200 Seiten später erneut auf, lässt sich die Erklärung nicht ohne weiteres wiederfinden. Ausnahmen sind nur die engsten Verwandten, die vorn in einem Stammbaum erscheinen; allerdings muss man genau hinsehen, bis man dort nicht nur den amtlichen Namen findet, sondern auch den Umgangsnamen aus den Briefen. Zudem fehlt eine Publikationsliste Naipauls zumindest für die 50er und 60er Jahre: Er redet wiederholt von seiner Arbeit an Romanen, aber man weiß nicht immer, um welche es geht. Gern hätte man auch das Faksimile einer Briefseite gesehen, die Lettern oft halbkaputter Schreibmaschinen mit den handschriftlichen Nachträgen.

Die deutsche Übersetzung wirkt ausgesprochen gut und lebhaft. Einmal regt sich Naipaul über eine "Zimtzicke im Bildungsministerium" auf, das klingt markant und echt. Gut kennen lernt man keinen der Hauptschreiber; ich verstehe überhaupt nicht, warum die viel gelobte Naipaul-Biographie von Patrick French nicht auf Deutsch erscheint.
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