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Alphonse Daudet hat in den "Briefen aus meiner Mühle" ein wahres Gemälde verschiedener Episoden für uns bereitet.
Für die Gesellschaft in Paris hat er geschrieben und die Seitenhiebe sind denn auch entsprechend.
Wenn er zum Beispiel seine Gäste in der Mühle beschreibt (die Grillen, die Eule z.B.) und die ländliche Bevölkerung als Gegenpart zum städtischen Gehabe bringt, dann ist das gewollt und manchmal auch sehr komisch.
Trotzdem ist nicht alles amüsant. Manche der kurzen Erzählungen sind nämlich durchaus ernster Natur. Liebesleid wird anschaulich geschildert. Und wer würde da nicht mitleiden mit den armen Betroffenen.
Daudet verläßt auch für einige Erzählungen seine Gegend um die provencalische Mühle und wandert z.B. nach Algerien hinüber, das damals natürlich noch zu Frankreich gehörte und dem ländlichen Idyll entsprach (mit exotischen Einsprängseln).
Im allgemeinen aber behandelt der ganze Band die menschliche, naturbewußte (moderne!) Sicht eines Dichters, eines guten, anschaulich erzählenden Mahners, der die Zeichen der Zeit schon damals erkannt hat, vor allem die menschliche Hybris gegenüber allem Natürlichen.
Einige Erzählungen sind so schön, das sie wohl auch Vorbild für französische Komponisten (Bizet) waren.
Dieser schöne Band ist wirklich eine Einstimmung für eine Provence-Reise und noch etwas mehr.
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