Hier geht es um einen Briefwechsel zweier Männer, die sich intensiv mit Literatur beschäftigen. Der eine ist vermutlich hoch betagt und sehr belesen, der andere jung - das genaue Alter der beiden erfahren wir nicht.
Mit vielen klassischen Beispielen (z.B. Moby Dick) werden in diesen Briefen Romane regelrecht zerlegt und analysiert. Es geht um verschiedene Erzählebenen, Zeiten, Stile, um Überzeugungskraft und auch um 'unterschlagene Informationen' - um nur einige Themen zu nennen. Aber nicht nur das technische Handwerk wird angesprochen, sondern auch das Emotionale:
"Der Schriftsteller, der nicht über das schreibt, was ihn in seinem geheimsten Innern bewegt ... wird wahrscheinlich kein guter Schriftsteller sein."
Zum Schluß heißt es sogar: "Lieber Freund, Sie sollten alles vergessen, was Sie in meinen Briefen ... gelesen haben, und endlich anfangen, Romane zu schreiben."
Fazit: Jede Menge Inspiration, und zwar sowohl zum Nachlesen der zitierten Werke als auch zum selbständigen Schreiben! Jedoch lesen sich die Briefe manchmal etwas schwer. Das Buch erfordert ein gewisses Maß an Konzentration. Darüber hinaus fiel mir auf, daß alle Briefe denselben Duktus haben, obwohl es sich doch um Personen unterschiedlichen Alters handeln soll. In jedem Fall aber eignet sich das Buch zum Reinschnuppern für angehende Autoren.