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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Platonische Liebesbriefe, anrührend schön und fast kitschig.,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Briefe an eine junge Frau (Insel Bücherei) (Gebundene Ausgabe)
Die Briefe an eine Junge Frau sind lange nicht so bekannt wie manch anderer Text des produktiven Dichters Rainer Maria Rilke, aber sie sind durchaus lesenswert und nicht nur für Leute, die sich mit Rilke beschäftigen (müssen), sondern auch zum Beispiel für unglücklich Verliebte oder solche, die eine etwas geschwungene, poetische Sprache auf der Zunge spüren wie eine gute Praline... Wer die "junge Frau" war, ist nicht mit Bestimmtheit zu sagen, aber darum geht es auch nicht. Die Briefe Rilkes sind in diesem Insel-Bändchen so herausgegeben, daß sie eine Art eigenständiges kleines Werk darstellen. Sie könnten auch fiktiv sein, die Briefe, zu denen man die Antwort nicht kennt. Die Dialogstruktur schimmert trotzdem durch die jeweiligen Antworten hindurch und läßt die Texte nicht wie ein halb mitgehörtes Gespräch wirken, sondern auf ihre Art vollständig. Der erste Brief macht klar: Die Frau hat Rilke unbekannterweise geschrieben, einfach, weil sie sich mit dem, was er für sie durch seine Werke verkörpert, verbunden fühlt und Kontakt sucht; und er erklärt sich bereit, dieses Vertrauen zu erwidern und aufzunehmen. Das ist der Anfang. Es folgen Betrachtungen über das Leben in Einsamkeit und über die Liebe, über die Beziehungen zwischen Männern und Frauen, die Folgen des Ersten Weltkrieges, ... Wieso ich finde, daß dieses Buch etwas für unglücklich Verliebte sei? Rilke verkörpert hier den Typus des einfühlenden, platonisch liebenden Helden, der sich um die Frau sorgt, die sich ihm anvertraute, der sie mit schönen und traurigen Worten umspielt und selbst einer der einsamsten Menschen auf der Welt ist. Es ist fast etwas kitsch-romantisch. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Briefe einer Verlassenen an einen Mitfuehlenden,
Von
Rezension bezieht sich auf: Briefe an eine junge Frau (Insel Bücherei) (Gebundene Ausgabe)
Rainer Maria Rilke korrespondierte sein Leben lang mit vielen Bekannten, darunter Lou Andreas-Salome, von Bülow, von Hofmannsthal, von Münchhausen und viele andere.Der hier vorliegende Briefwechsel begann 1919 und endete im Sommer 1924. 1919 schrieb Lisa Heise, eine von ihrem Mann verlassene und mit einem Kind in Einsamkeit zurückgelassene Frau, die sich von Rilkes "Buch der Bilder" verstanden fühlte, an den Dichter, der wiederrum, bewegt von dem Elend der jungen Frau und im tiefen Mitgefühl für ihre Einsamkeit, nah und intensiv antwortete. Das Buch besteht aus etwa 30 Briefen, die über die Jahre gewechselt wurden und in denen Lisa Heise (in überraschend rilkescher Formulierung) dem Dichter ihr einfaches Landleben und ihre Überlebensschwierigkeiten zu Füßen legt. Rilke antwortet darauf in einer Weise, wie wir es von ihm nicht anders erwarten, nämlich über die Frau und ihr Dasein hinausfühlend, horchend nach dem, was allgemein und während ist, und ratend zu dem, was sie in sich suchen kann, um aus ihrer Not herauszutreten eines Tages und eine Frucht bergend in Händen zu halten, wenn alles weicht und sie einst am Ende ihres Lebensweges zurücksieht. Der Briefwechsel ist intensiv zu lesen, man staunt, wie sehr Zeitgenossen Rilkes in Rilkes Worten selbst zu schreiben vermochten, man liebt ihre, wie seine Worte und hört zugleich, was Rilke denkt über das Verhältnis der Liebe einer Frau zu der eines Mannes, oder was er als haltenswert erkennt, in einem Leben, in dem vieles schwindet. Es sind die Jahre vor dem zweiten Weltkrieg, Rilke schreibt seine Elegien und die Orpheus-Gedichte. Um diese geht es allerdings nur am Rande. Und dennoch sind Rilkes Briefe ein Zeugnis von Zeit und Empfindungen des gereiften Dichters. Sehr lesenswert, um einen weiteren Mosaikstein zum Bild hinzufügen zu können, das wir uns heute von Rilke machen. Liebenswert auch in mancher Zeile, wie wenn Heise beispielsweise schreibt: "Unfaßbar, dass das, was das Herz einmal als Besitz, als unverlierbares Eigentum wähnte, in eine Ferne gerückt ist, zu der man jegliches Maß verlor. Daß es nur noch als Skizze im Gefühl steht, die quälend zur Vollendung drängt. Wie viele schwere Dinge gibt es für den Zurückgebliebenen, von denen der andere nichts weiß." Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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