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Produktinformation
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Ganz ohne den Kapitalismuskritikern so gerne vorschnell unterstellten Neid zeigen Amery und seine Mitstreiter, wes schwachen Geistes Kind in Wahrheit doch all jene sind, die uns fortwährend weismachen wollen, dass das Leben und die Welt nach einem einzigen Prinzip (und wirklich nur nach diesem) funktionierten, nämlich dem der Kapitalakkumulation. Erstaunlich nicht nur, dass diesen Leuten so viele Menschen Glauben schenken, viel erstaunlicher noch, dass sie selbst ernsthaft zu glauben scheinen, dass sich alles zum Besseren fügte, wären wir nur endlich rückhaltlos bereit, die Welt nach den Notwendigkeiten einzurichten, die sie uns diktieren.
Zum Besseren freilich fügt sich so in Wahrheit gar nichts! Das macht jeder einzelne Brief dieses überaus lesenswerten Bandes auf seine Weise deutlich. Bei genauem Hinsehen, so veranschaulicht Carl Amery gleich zu Beginn in seiner "Von deutlicher Rede" überschriebenen Einleitung, hat ja der Reichtum seinen Glanz längst verloren. Das fängt schon damit an, dass es keine echten Schätze mehr gibt und der vormalige Glanz des Goldes einem matten Schimmer gewichen ist: "In dem Maße", so Amery, "in dem sich der Reichtum (und die Begierde nach Reichtum) vom erlebbaren Schauder des Goldes löst, begibt sich der Begriff des Schatzes in die Trostlosigkeit der Bilanzen -- und wird zur knochentrockenen Rennstrecke der Dezimalstellen." Inmitten eben dieser Trostlosigkeit stehen wir hier und heute noch ganz gut da, währenddessen dort, wo die Armut herrscht, auf deren Schultern wir unsere traurig-reiche Existenz gründen, die Not groß und endlos ist. Diesen Zusammenhang ganz und gar unaufgeregt plausibel zu machen, ist das große Verdienst dieses Buches, das wir gerne und von Herzen zur -- angesichts des doch ernsten Themas -- überraschend vergnüglichen Lektüre empfehlen. -- Andreas Vierecke
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wieder ein Tabuthema angegangen,
Von D.R. Leserin (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Briefe an den Reichtum (Gebundene Ausgabe)
Armut kennt man auch in unserem immer noch reichen Land. Aber was ist Reichtum? Das Hundert- Tausend- oder Hunderttausendfache? Oder gar noch mehr? Reichtum entzieht sich. Es gilt geradezu als unanständig, sich damit zu befassen - über Geld spricht man nicht. Als Herausgeber der „Briefe an den Reichtum" hat Carl Amery dieses Tabu gebrochen. Im Vorwort schreibt er:„Die Absicht dieses Buches ist schlicht Aufklärung. Aufklärung über Tatstände des Reichtums, die für das Weiterleben der Menschheit so krisenhaft wichtig sind wie nie zuvor. Dabei ist allen, auch den Autoren und Autorinnen der folgenden Texte hinlänglich klar, dass solche Aufklärung nur in sehr begrenztem Maße möglich ist. Zwar ist es dem Reichtum gelungen, sich und seine Wachstumsmethoden seit der Implosion des Sowjetsystems für schlechthin naturwüchsig zu erklären; dennoch haftet ihm, ob er dies bewusst will oder nicht, der zwanghafte Drang zur Verschleierung an." Wer diesen Schleier lüften will, riskiert den Vorwurf des Sozialneids. Obwohl keiner der Autoren in „Briefe an den Reichtum" diesen Eindruck vermittelt, geht der Herausgeber im Vorwort darauf ein. Er schreibt: „Bei einem solchen System ist es nicht nur möglich, dass sich die Schere zwischen Armut und Reichtum immer weiter öffnet - es ist unvermeidlich." Und weiter: „Dies und die laufende Plünderung des Planeten kritiklos hinzunehmen und Leuten, welche solche Entwicklungen verbrecherisch nennen, Sozialneid vorzuwerfen, zeugt von einer kollektiven Begriffsstutzigkeit, die wir uns nicht leisten können." Mit welchen Themen wenden sich die 13 Autoren an den Reichtum, bzw. an die Reichen? Zu Beginn hat Andreas Eschbach Max Mustermann bei einem Beratungsgespräch in der Bank belauscht. Nun erklärt er ihm, wie das funktioniert, wenn Geld arbeitet und sich vermehrt. Auf diese Weise gerät der Grundkurs über Zins und Zinseszins zu einer vergnüglichen Lektüre. Dieser heitere Ton zieht sich durch fast alle Beiträge. Da erzählt der Journalist Harald Schumann den Vodaphone Skandal nach und endet nicht etwa mit einer empörten Moral, sondern mit der - offensichtlich - nicht ernst gemeinten Aufforderung an Mr. Gent: „Könnten Sie sich da nicht mal wieder was Neues einfallen lassen? Sie sind doch jetzt in der Pharmabranche. Da könnte man bestimmt einen tollen Skandal drehen, was meinen Sie? Vielleicht können wir das mal in irgendeiner Flughafen-Lounge vertraulich besprechen." Auch so kann man ausdrücken, dass die Affäre um die Mannesmannübernahme vielen die Augen geöffnet hat. Auf die gleiche zweifelhafte Weise lobt Harald Grill Silvio Berlusconi für seine geschickten bis dreisten Bereicherungscoups. Trotzdem ist der ernste, ja bedrohliche Hintergrund nicht zu übersehen. Einer der Autoren schreibt sogar unter Pseudonym, weil er sonst um seinen Arbeitsplatz fürchten muss, wie er einleuchtend darlegt. Die letzten drei Briefe an dem Reichtum sind dem Thema Therapien gewidmet. Natürlich sind dort keine Patentlösungen vorgeschlagen, aber Anstöße zum Weiterdenken und Weiterhandeln. Der letzte Brief an den Bundespräsidenten, den Carl Amery statt eines Nachworts geschrieben hat, hat schon Wirkung gezeigt. Im November hat Horst Köhler Amery zu Hause besucht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hervorragend Lesenswert, leicht und verstÃndlich,
Rezension bezieht sich auf: Briefe an den Reichtum (Gebundene Ausgabe)
Ein hervorragendes Buch, der Titel verspricht ein wahres Feuerwerk sozial- und gesellschaftskritischer Texte in Form von Briefen an den Reichtum. Ob nun der Brief von Harald Schumann an Mr. Cent (ehemal. Vodafone Chef), oder von Ulrich Duchrow "Ein Briefwechsel zwischen Arm und Reich..", oder von Harald Grill an Silvio Berlusconi u.a.m., Carl Amery ist ein Meisterwerk gelungen an dem viele Humanisten mitwirkten. Das Buch wÃrde ich persönlich als das Buch des Jahres 2005 vorschlagen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der abwechslungsreiche Grundkurs in Sachen Reichtum.,
Von
Rezension bezieht sich auf: Briefe an den Reichtum (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch gehört für mich zu den wichtigsten Büchern dieses Jahrzehnts. D. Rüb hat in seiner Rezension alles bestens beschrieben. Warum ist es meines Erachtens so zentral? Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Es gibt keine Theorie des Reichtums, er wird verschämt versteckt und entzieht sich über die Neiddebatte elegant allen Erklärungen. Dieses Buch ist ein erster Schritt zum Verständnis, fernab von Neid und Missgunst. Es leistet einen unverzichtbaren Beitrag z.B. zur aktuellen Diskussion um Erbschafts- und Vermögenssteuer.Einfach genial ist der Lauschangriff von Andreas Eschbach bei der Beratung eines geschulten Bankbeamten (Max Mustermann ist der Kunde) und dessen Erkenntnisse darüber, wie man Geld arbeiten lässt und dem Kunden mit Fachchinesisch alles aufschwatzen kann. Geld ist kein Produkt wie alle anderen, das wir kühl betrachten und berechnen, es entzieht sich meist unserer Vorstellungskraft und leider auch einer Berechnung. Mit dieser fehlenden Phantasie von uns allen machen Banken glänzende Geschäfte. Der Nachhilfekurs von Andreas Eschbach sollte als Grundkurs in Schulen oder beim VWL bzw. BWL-Studium gelesen werden - weil er so einfach verständlich ist. Die Kraft dieses Buches entwickelt sich aus diesem einfachen und natürlichen Charme des Plötzlich-Verstehens von sonst kompliziertesten Zusammenhängen, die wir in Diskussionen von Sabine Christiansen immer nur hin- und herwogend bzw. undurchschaubar erleben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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