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Authentisch wird hier das Schicksal einer jungen Frau erzählt, die im Warschauer Ghetto als Hure überleben muß und es schafft, im kommunistischen Polen eine Existenz aufzubauen und eine Familie zu haben, gerettet durch Zähigkeit, Einfühlsamkeit und Menschen, die sie liebt.
Immer wieder muß sie gegen die Schatten der Vergangenheit kämpfen, immer wieder um ihr Leben und das der Angehörigen. Vorurteile und Verfolgung, Denunziationen, Obsessionen und nackte wirtschaftliche Not in Polen machen der jungen Frau das Leben schwer. Dabei gelingt es ihr nur mit größter Anstrengung, ihre Identität zu wahren. Doch mehr will ich hier nicht verraten, nur noch, daß ich beim Lesen nebenbei viel lernte über die Zustände in Warschau von 1944 bis 1968.
Das Buch ist von vorne bis hinten spannend und wie ein Thriller. Auch poetische und lyrische Abschnitte werden von Maria Nurowska in das Geschehen eingewoben, und sehr viel menschliches Verständnis. Die Figuren sind absolut glaubwürdig und stimmig dargestellt, ihre Psychologie ist nachvollziehbar. Schwarz-weiß-Malerei vermeidet die Autorin strikt, die Handlung bleibt durch alle Wendungen stets realistisch und am Ende trotz viel bitterer Erfahrungen doch versöhnlich und liebevoll, und all das geschieht, ohne daß man das Konstruktionsgerippe des Romans beim Lesen bemerkt.
"Briefe der Liebe" ist ein literarisches Meisterwerk. Ein wunderbares, schreckliches und schönes Buch über ein schwieriges Thema.
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