Hier ist ein Buch für alle Deutschen, junge und alte. Hier klingt kein falscher Ton. Bei aller Abscheu vor der NS-Herrschaft und Krieg, bei aller anwandelnden Schwermut, aller schrecklichen Größe der Endes, von dem der Leser weiß und das die Schriebenden in doppeltem Sinn angenommen haben dürften, leuchten diese Briefe und Aufzeichnungen in ihrer Jugendlichkeit,in ihrer musischen Offenheit für Natur, Kreatur und Kunst. Die ernsthafte Beschäftigung mit bildenden Künsten und Musik; Freundschaften, Wandern und Sport, die Erfahrung von Fröbelschule, Reichsarbeitsdienst, Studium, Kriegsdienst an West- und Ostfront tragen bei zur Auflehnung gegen die Unterdrücker.
Die von einer hervorragenden Philologin besorgte, wissend und feinfühlig angemerkte Edition enthält eine Fülle bisher unveröffentlichter Seiten, die das Bild von Hans und Sophie Scholl vertiefen, Ursprung, Zusammenhänge und Motivationen ans Licht heben.
Die letzten Worte eines der letzten Briefe von Sophie Scholl lauten: "Liebe und Dankbarkeit". Hans und Sophie Scholl und ihre Freunde von der "Weißen Rose" sind keine entrückten Idole und Heroen, der ihnen gebührende Platz ist nicht auf Denkmalssockeln, sondern in unseren Herzen, und nicht anders können wir sie uns vergegenwärtigen als in Liebe und Dankbarkeit.
Das Buch gibt einen tiefen Einblick in das Lebensgefühl der Geschwister Scholl und ihrer Freunde.