Viele kennen dieses Büchlein hier sicherlich schon gut, aber für die, die es erst kennenlernen sei gesagt, dass mit Rilkes "Briefen über Cezanne" das herrlichste kleine Buch über Cezannes Kunst vorliegt, das man sich vorstellen kann.
Rilke war noch Zeitzeuge Cezannes, er lebte auch gerade in Paris, als dessen Werke ausgestellt wurden und besuchte die Ausstellung des damals noch nicht so bekannten Cezanne fast täglich. In Briefen schildert er seiner Frau und Bekannten von seinen Eindrücken. Und wie man es von Rilke kennt, spürt er im Betrachten dem Innersten nach, das Cezannes Bilder verknüpft. Berichtet von den Tagen, an denen er eine Mappe von Bildern Cezannes bei sich haben durfte. Was ihm die Farben bedeuteten, die Stilleben mit Äpfeln und überhaupt die Darstellungsweise. Was er im Museum für Eindrücke und Empfindungen hatte, speziell bezogen auf einige Werke, die in diesem Buch dann auch abgedruckt werden, aber auch sehr allgemein, die Werke verbindend.
Rilkes Briefe sind wie immer sehr lyrisch, wenn man aber Cezannes Bilder ein wenig kennt, dann wird man sehen, wie sensibel und detailliert er sich in die Bilder und den Maler eingefühlt hat.
Ein ganz wunderbares Dokument von Rilkes Sensibilität, von Cezannes Kunst und der Rezeptionsgeschichte der Cezannschen Werke. Aber auch ein Dokument von der Liebe zur Kunst und dem, was man aus ihr herauslesen kann, ohne dem Werk unrecht zu tun, das dann aber das das Werk und die Zeit überragt.
Ganz unbedingt lesenswert.