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Produktinformation
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Doch statt den Warnschuss zur inneren Einkehr zu nutzen hat Meckel ihre Zwangspause zur Rekonvaleszenz in der Allgäuer Idylle dazu genutzt, über ihren Burnout ein Buch zu schreiben. Und nun tingelt sie neben ihren sonstigen Verpflichtungen zur Abwechslung zusätzlich auch noch als Expertin für die Risiken des Workaholismus durchs Land. Dabei gibt sie sich in ihrem Buch durchaus glaubhaft nachdenklich, selbstkritisch, zerknirscht und geläutert. Anderen zur Warnung und sich selbst zur Mahnung reflektiert sie in Brief an mein Leben über die immer rasanter fortschreitende Flexibilisierung des modernen Lebens, die zu einer wachsenden Überforderung des Einzelnen beitrage. „Menschen funktionieren nicht. Sie leben. Und von Zeit zu Zeit gibt es Dinge, die uns zeigen, dass das Leben endlich ist. Wir bemerken dann, dass es sich lohnt, Ausnahmen und Abstriche zu machen…" etc. pp.
Doch die Koketterie der Autorin mit dem Burnout – „gehört zum erfolgreichen Berufsleben wie das Eigenheim zur Vorbildfamilie“ – und die Verve, mit der sie sich in die Promotion ihres Buches stürzt, künden weniger von Besserung als von Rückfall. Wenn das mal gut geht. – Franz Klotz
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
167 von 186 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Das Leben als Geschirrtuch,
Rezension bezieht sich auf: Brief an mein Leben: Erfahrungen mit einem Burnout (Gebundene Ausgabe)
Es ist ein dünnes Buch voller Binsenweisheiten und Banalitäten. So z.B. die Erkenntnis, dass es wohl klüger ist, nicht ständig nach neuen Mails zu gucken oder dass soziale Beziehungen im Leben am wichtigsten sind.Neben der Schilderung des Burnouts (in der Tat eine Krankheit für Gewinner, wie die Autorin die Süddeutsche zitiert, im Unterschied zu Depressionen) und des Klinikaufenthalts ist dieses Buch natürlich auch gespickt mit Wissen. Niklas Luhmann & Co. Streckenweise liest es sich so, als hätte Meckel mal eben ihre Einführungsvorlesung zum Besten gegeben. Ihre akademische Tätigkeit scheint allerdings im Wesentlichen darin zu bestehen, Mails zu schreiben, ihren Blog, ihren Eintrag bei Facebook zu aktualisieren und ansonsten durch die Gegend zu reisen, vorzugsweise im Flugzeug. Und ihr akademischer Stress scheint darin zu bestehen, dass sie "mittwochsabends darüber nachdenken [musste] [...], welche Schuhe zu dem grüngrauen Abendkleid passen könnten [...]." Die Autorin entwirft ein eindeutiges Bild von sich selbst und ist sehr bemüht, dass daran bloß nie gekratzt wird: eine Bildungsbürgerin. Sie liest viel, natürlich, sieht angeblich nie fern (dafür kennt sie allerdings erstaunlich viel), hört klassische Musik schon morgens nach dem Aufstehen. Sie ernährt sich genauso gesund, wie man es von ihr erwartet. Sie bevorzugt "guten Wein" und "guten Tee", natürlich, und würde - natürlich! - niemals Teebeutel verwenden, igitt. An entspannten Sonntagen liebt sie es, sich "etwas Leckeres zu kochen" (natürlich im Wok) - später im Text erfahren wir aber seltsamerweise, dass sie bis zu ihrer Krankheit eigentlich nie gekocht hat, nicht einmal kochen konnte, es erst gelernt hat, als sie krank wurde. Aber das Bild der Bildungsbürgerin, die auch schon vorher an Sonntagen etwas Leckeres gekocht hat, ist doch einfach zu schön (nicht nur an dieser Stelle fragte ich mich, was eigentlich mit dem Lektorat bei diesem Buch war). Dass ihre "innere Stimme" gemeinhin Über-Ich genannt wird, sollte die Autorin eigentlich wissen. Oder wollte sie an dieser Stelle nicht allzu akademisch sein, sondern dem gemeinen Volk nah? In dem es ja auch Kassenpatienten gibt, wie die Privatpatientin mit Erstaunen feststellt? Und warum das Leben (ihr Leben) mit einem Stück Geschirrtuch vergleichbar ist, hat sich mir bis zum Schluss nicht erschlossen. "Das ist der Stoff, aus dem unser aller Leben ist", heißt die bemüht literarisch-philosophische Metapher dieses Kapitels, "eine hochexplosive Verbindung von Zeit und Raum". Aha. Die ganzen Bilder in diesem übrigens viel zu teuren Buch stimmen nicht, auf seltsame Art kann man das Buch nicht gründlich lesen, also Satz für Satz, von Anfang bis Ende, sondern nur quer. Die Personen sind blass und blutleer. Alle Menschen in ihrem Umfeld - die anderen Patienten der Klinik (die in ihren Augen übrigens alle viel zu viel essen), die Freunde und Freundinnen, vielleicht sogar sie selbst. Hinzu kommt, dass das Ganze nicht einmal besonders gut geschrieben ist - mitreißend oder fesselnd oder ergreifend sowieso nicht. Blass und blutleer. Das Buch lebt davon, dass die Verfasserin prominent ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Kontrastprogramm zwischen den Welten,
Von
Rezension bezieht sich auf: Brief an mein Leben: Erfahrungen mit einem Burnout (Gebundene Ausgabe)
Miriam Meckel, Kommunikationsprofessorin , immer unterwegs, immer up-to-date , immer mit einem Auge im Terminplaner, auf dem Sprung zum nächsten Vortrag erleidet einen Burnout.Was zunächst eine Modediagnose zu sein scheint, entpuppt sich als tückische Krankheit die das Leben bestimmt, ja anders laufen lässt als gedacht. Mit dem Buch will Frau Meckel aufklären und für Akzeptanz werben. Meiner Meinung nach , als ehemals selbst Betroffene, gelingt ihr das nur bedingt. Woran das liegt ? Zunächst erstmal an dem konfusen Stil. Wie ein Kontrastprogramm das die Krankheit selber ausmacht liest sich das Buch. Zum einen hochgestochene stilistisch ausgeprägte Phrasen mit Fremdwörtern und Redewendungen die manch einen Intellektuellen in den Wahnsinn treiben können, auf der anderen Seite klare einfache Sätze die die ungeschminkte realistische Wahrheit und den Zustand während eines Burnouts widerspiegeln. Wenn ich als Leser wählen dürfte wäre mir letzteres durchgängig lieber gewesen. Hinzu kommen Zeitsprünge die verwirren und nicht immer nachzuvollziehen sind , ganz so als ob Frau Meckel noch jede Menge erzählen will aber nicht weiß wo sie anfangen soll. Das macht das Buch konfus und den Leser nach der Hälfte des Buches ebenfalls. An Fakten, Therapien, Informationen erfährt man nicht viel neues. Alt bekanntes wird noch mal aufgehübscht in den Klinikalltag eingebaut präsentiert. Das sich die Welt der Privatpatienten (denen Frau Meckel sicherlich zuzurechnen ist wie sie zähneknirschend zugibt) und der Kassenpatienten drastisch voneinander unterscheidet brauche ich nicht zu erwähnen. Daher ist das Bild das sie von der Therapie zeigt, sicherlich ein verfälschter der für den Otto-Normalbürger kaum zutreffen wird. Nachdenklich machen können einen die ein oder anderen Sätze schon, das steht außer Frage. Das liegt aber nicht nur an dem Buch sondern ergibt sich wenn man sich näher mit dem Thema beschäftigt. FAZIT: Ein Erfahrungsbericht der durch den konfusen Stil leider nicht so schön lesbar ist wie er sein müsste um dem Thema gerecht zu werden. Als gebundene Ausgabe deutlich zu teuer. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
76 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
leider falsche Erwartungen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Brief an mein Leben: Erfahrungen mit einem Burnout (Gebundene Ausgabe)
Leider hat das Buch von Miriam Meckel ganz falsche Erwartungen geweckt: So wie viele Frauen in meinem Bekanntenkreis war auch ich schon gespannt auf das Buch, hatte gehofft, eine kluge, reflektierte und mutige Stimme einer Frau zu finden, eine Stimme, die sich in der Öffentlichkeit Gehör verschaffen kann, die in der Lage ist, anhand der eigenen Erfahrung die Komplexität/Überkomplexität der Lebenszusammenhänge aufzuzeigen, neue Einsichten zu gewähren, Verständnis herzustellen etc.Das Buch entpuppt sich leider als Mischung aus oberflächlichen Beschreibungen einer Klinik und einigen sattsam bekannten therapeutischen Methoden, und statt einer wirklich ernsthaften Innenschau, die natürlich auch Mut zur Selbstkonfrontation verlangt, gibt es allerlei wissenschaftliche Zitate und Abhandlungen. Und das ist vermutlich der springende Punkt: Das ist der Bereich, in dem Miriam Meckel sich beruflich bewegt, und es entpuppt sich einfach als falsche Erwartung, dass sie über sich selbst ebenso fundiert oder eloquent schreiben könnte wie zu medienwissenschaftliche Themen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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