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Kundenrezensionen

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am 9. April 2007
Der "Brief einer Unbekannten" erschien erstmals 1922 in der Sammlung "Amok. Novellen einer Leidenschaft". Und wahrlich, mit Leidenschaften kannte sich Stefan Zweig bestens aus. Er besaß sie nicht nur, er beobachtete sie, formte sie in seinem Innern und bannte sie wie wohl kein Zweiter in stilistisch feinster Manier auf Papier.

Leidenschaften reißen mit, aber sie bergen auch den Kontrollverlust in sich. Der Mensch läuft Gefahr, seiner Leidenschaft dergestalt ausgeliefert zu sein, dass sie sein Leben willkürlich lenkt.
Und eine solche Form der Leidenschaft entblättert sich in dieser Novelle vor dem Leser eines Briefes. Er, ein berühmter, oberflächlicher und durchaus libidinöser Schriftsteller, liest die Zeilen einer Verehrerin. Dabei tritt nicht nur die hingebungsvolle Passion einer jungen Frau, sondern auch das damit im Zusammenhang stehende menschliche Versagen zutage.

"(...) Was war mir Freundschaft, was meine Existenz gegen die Ungeduld, wieder einmal Deine Lippen zu fühlen, dein Wort weich gegen mich gesprochen zu hören. So habe ich Dich geliebt, nun kann ich es dir sagen, da alles vorbei ist und vergangen. Und ich glaube, riefest Du mich von meinem Sterbebette, so käme mir plötzlich die Kraft, aufzustehen und mit Dir zu gehen."

Diese Form der leidenschaftlichen Liebe, die in ihrer Absolutheit und Unbedingtheit, wie sie die Protagonistin vorträgt, etwa an die zwischen Catherine und Heathcliff in Emily Brontes "Stürmhöhe" erinnert, trägt nur ein Manko: Sie blieb einseitig.
"Dir, der du mich nie gekannt" lautet die Überschrift des Briefs. Und in der Tat muss der Leser des Briefes - wie auch der Leser der Novelle - am Ende eine zweite Form falscher Leidenschaftlichkeit erkennen: oberflächliche.

Fazit: Die Form der Psychologisierung, die Zweig seinen Novellen einzuhauchen wusste, fesselt den Leser auch heute noch. Sein Stil, fließende und kunstvolle Satzgebilde, ist überragend. Die im Brief angelegte stufenweise Entblößung stellt einen kleinen Kunstgriff dar, eingeklammert mit den Reaktionen des Schriftstellers vor und nach dem Öfnnen des Briefes. Ohne Zweifel reiht sich "Brief einer Unbekanntem" nahtlos in die großen Novellenschöpfungen Zweigs ein.
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am 29. Juni 2001
Bei "Brief einer Unbekannten" handelt es sich bestimmt nicht um Stefan Zweigs (1881 - 1942) bekanntestes Werk, doch zählt es für mich trotzdem zu einer seiner besten Erzählungen:
Der bekannte Romanschriftsteller R. (nach Kafka-Manier erfährt man nie den ganzen Namen) erhält an seinem 41. Geburtstag einen merkwürdigen Brief ohne Absender und Unterschrift. "Dir, der Du mich nie gekannt" steht als Anruf oben auf der ersten Seite. Auf den nächsten 90 Seiten des Buches wird der Inhalt dieses Briefes wiedergegeben.
Es ist der Brief einer Frau, deren Kind vor wenigen Stunden gestorben ist und diese Frau gesteht R., dass sie ihn seit ihrem 13. Lebensjahr liebt. Sie hat einst in der Wohnung ihm gegenüber gewohnt als sie noch ein Kind war. Sie war von Anfang an von ihm fasziniert, doch er nahm sie nie wahr. Als sie wegziehen musste brach eine Welt für sie zusammen, doch sie war fest überzeugt von der Liebe zu ihm; so fest, dass sie nach zwei Jahren zurückkehrt und von da an jeden Abend vor seinem Fenster steht. Einmal spricht er sie an, aber erkennt sie nicht als ehemaliges Nachbarskind wieder. Sie gehen aus, schlagen miteinander. Noch zwei Treffen, dann verreist er für längere Zeit. Sie ist schwanger, sagt ihm jedoch nichts, will ihn nicht belasten, obwohl sie sich sicher ist, dass er sie unterstützen würde. So sehr liebt sie ihn. Da sie sehr schön ist, wird sie (beruflich sozusagen) die Geliebte reicher Herren, um des Kindes willen. Nach Jahren trifft sie R. wieder: er erkennt sie nicht, obwohl sie Anspielung macht. Sie schlafen miteinander, er bezahlt sie, denkt sie wäre eine Prostituierte. Sie ist gedemütigt, will doch nur, dass er sie erkennt, sich an sie erinnert. Doch sie hofft vergebens und liebt ihn weiter, den Rest ihres Lebens.
Als er den Brief erhält, ist sie, wie auch das gemeinsame Kind, schon tot. Er überlegt, denkt nach, doch kann sich nicht erinnern an die Frau, die ihn ihr Leben lang liebte und ihm ihr ganzes Dasein weihte. Die Erzählung endet mit den wunderschönen Worten: "... und er dachte an die Unbekannte körperlos und leidenschaftlich wie an ferne Musik."
Diese Erzählung Stefan Zweigs, geschrieben in wundervoll poetischer Sprache, macht traurig und nachdenklich. Man empfindet Mitleid für eine Romanfigur und steht einer Geschichte gegenüber, die unglaubwürdig scheint. Doch denkt man darüber nach, so kann man sich doch vorstellen, dass sie im Ansatz so geschehen könnte.
Sehr lesenswert. Ein Buch, das mit nur 92 Seiten gut für einen ruhigen Lesenachmittag geeignet ist.
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am 19. Oktober 2004
Als ihr Kind stirbt, entschliesst sich die "Unbekannte" dessen Vater einen Brief zu schreiben. So erfährt dieser von der Geschichte einer ehemaligen Geliebten, die er längst vergessen hat.
Auf der einen Seite steht des Egoismus der "Unbekannten", die dem Vater des gestorbenen Kindes nie die Chance gab sich um dieses zu kümmern (wobei offen bleibt ob dieser überhaupt ein Interesse daran gehabt hätte). Den Brief erhält der Empfänger erst nach dem Tode der ehemaligen "Geliebten", was ihm jegliche Aussicht auf "Wiedergutmachung" nimmt. Das Verhalten der "Unbekannten" ist daher mindestens genauso grausam, wie das des Schriftstellers.
Andererseits zeigt sich die Leichtlebigkeit eines berühmten Autors, der mit vollen Händen nimmt was er bekommen kann, ohne die Konsequenzen seines Verhaltens den Frauen gegenüber zu bedenken. Er ist ein typisches Bild für einen Lebemann, dem nur sein eigenes Belangen von Bedeutung ist.
Wieder einmal zeigt Zweig, dass knapp einhundert Seiten völlig ausreichen um den Leser auf lange Zeit (auch wenn das Buch in ein paar Stunden ausgelesen ist) zu beschäftigen!
Achtung: Der "Brief einer Unbekannten" ist Teil der "Meisternovellen" von S. Zweig - Nicht doppelt kaufen!
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TOP 100 REZENSENTam 3. Dezember 2014
Als ich die Überschrift eines Mitrezensenten aus dem Jahr 2007 las "Mit einem einzigen Brief kann man keine Meisternovelle schaffen? - Man kann", hätte ich es nicht besser formulieren können und muss dem Leser recht geben. Stefan Zweig hat es gekonnt!

In meinem bei Amazon erworbenen Buch des Stefan Zweig Stefan Zweig - Gesammelte Werke (IRIS®-Leinen) lese ich die von ihm geschriebenen Novellen und bin bislang noch nie enttäuscht worden. Der Schriftsteller versteht es mit phantastischen Worten und einer ihm eigens gegebenen Ausdruckskraft Geschichten zu erzählen, die bei mir als Leser hängen bleiben und mich in den Bann ziehen.

Der Brief einer Unbekannten umfasst in dem o.a. Buch 37 Seiten und ich hätte nie gedacht, dass es möglich ist einen Liebesbrief so zu verfassen, dass nicht eine Seite langatmig wirkt. Der Roman beginnt dramatisch:

"Ich weiß es, mein Kind ist gestern gestorben - jetzt habe ich nur Dich mehr auf der Welt, nur Dich, der Du von mir nichts weißt, der Du indes ahnungslos spielst oder mit Dingen und Menschen tändeslt. Nur Dich, der Du mich nie gekannt und den ich immer geliebt."

Diese zwei Sätze beinhalten eigentlich den Verlauf des Geschehens. Ein dreizehnjähriges Mädchen verliebt sich in einen jungen fünfundzwanzigjährigen Schriftsteller, der als neuer Wohnungsnachbar in das Mehrparteienhaus in Wien einzieht. Von dem jungen Mädchen nimmt er außer einen an ihr gerichteten Satz aber keine Notiz. Sie hingegen himmelt ihn an, betet ihn an und verfällt einem Liebeswahn sondergleichen. Die kindliche Phantasie raubt ihr alle Sinne und bringt sie fasst um den Verstand, als sie im Alter von sechzehn Jahren wegen Heiratsabsichten ihrer verwitweten Mutter nach Insbruck ziehen muss. Kaum achtzehn geworden setzt sie alles daran wieder in der Nähe ihres vergötterten Idols zu sein.

Sie beobachtet ihn, steht heimlich vor seinem Haus, kauft alle Bücher von ihm und kennt jedes Wort daraus und hofft inständig auf eine Begegnung mit ihm. Er spricht sie eines Tages auf offener Straße an, sie lernen sich kennen, aber sie nennt ihren Namen nicht. Selbst nach seiner Verführung und drei himmlischen Liebesnächten gibt sie sich nicht zu erkennen. Zum Abschied gibt er ihr weiße Rosen, die für sie eine besondere Bedeutung haben werden.

Er sieht sie und sieht sie wieder nicht. Was folgt ist für die junge Frau dramatisch. Nicht los lassen können von ihm, obwohl sie seinen oberflächlichen Lebenswandel genau charakterisiert seine Sorglosigkeit, der das Leichte und Spielende der Liebe liebt, der ständig neue Gespielinnen hat, das reißt sie in den Abgrund. Aber jedes Jahr zu seinem Geburtstag schickt sie ihm anonym weiße Rosen.

"Er legt den Brief aus den zitternden Händen. Verworren tauchte irgendwie ein Erinnern auf an ein nachbarliches Kind, an ein Mädchen, eine Frau, aber eine Erinnerung undeutlich und verworren, sowie ein Stein flimmert und formlos zittert am Grunde fließenden Wassers. Schatten strömen zu und fort, aber es wurde kein Bild. - Sein Blick fiel auf die Vase, sie war leer, zum ersten Mal leer seit Jahren an seinem Geburtstag."

Stefan Zweig wurde 1881 geboren und wuchs als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Wien auf. Er schrieb Gedichte und Novellen, Dramen und Essays, die 1933 der Bücherverbrennung der Nazis zum Opfer fielen. Er lebte von 1919 bis 1934 in Salzburg, emigrierte nach England und wanderte 1941 nach Brasilien aus. Sein episches Werk machte ihn ebenso berühmt wie seine historischen Miniaturen und die biographischen Arbeiten. Am 23. Februar 1942 schied er in Petrópolis/Brasilien zusammen mit seiner Frau freiwillig aus dem Leben.
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am 10. Februar 2014
Ich wollte dieses Buch damals verschenken und nur einen klitzekleinen Blick auf die erste Seite werfen...da war es auch schon vorbei und ich konnte diese Geschichte nicht wieder zur Seite legen, bis ich sie beendet hatte.
Genial angelegte Geschichte.
Wunderschöne Sprache.
Kann man nicht 7 Sterne geben?
Mit Worten kann ich die herausragende Sonderstellung dieses Büchleins nicht widergeben. Wer es versucht, wird in in so unerwartet vielen Aspekten reichlich belohnt. Über die Geschichte selbst möchte ich hier gar nichts verraten, denn ich will niemandem auch nur ein Atömchen Spannung wegnehmen... Vielleicht eine der besten oder spannendsten Werke deutscher Sprache.
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VINE-PRODUKTTESTERam 30. August 2012
'"Ich sagte Dir schon, ich wußte nicht deutlich, was ich wollte: Dir zu Füßen fallen und Dich bitten, mich zu behalten als Magd, als Sklavin, und ich fürchte, Du wirst lächeln über diesen unschuldigen Fanatismus einer Fünfzehnjährigen, aber Geliebter, Du würdest nicht mehr lächeln, wüstest Du, wie ich damals draußen im eiskalten Gange stand, starr vor Angst und doch vorwärts gestoßen von einer unfassbaren Macht, und wie ich den Arm, den zitternden, mir gewissermaßen vom Leib losriß, dass er sich hob und - es war ein Kampf durch die Ewigkeit entsetzlicher Sekunden - den Finger auf den Knopf der Türklingel drückte. Noch heute gellst mir im Ohr, dies schrille Klingelzeichen, und dann die Stille danach, wo mir das Herz stillstand, wo mein ganzes Blut anhielt und nur lauschte, ob Du kämest. Aber Du kamst nicht. Niemand kam." (S. 35/36)

Dafür aber ein 'Brief einer Unbekannten', welcher mit schonungslosem Blick auf das zeitlose Miteinander der Geschlechter zur Resignation treibt. "Die Resignierten, sie sind ja erst die wahren Wissenden." (S. 49) Denn fürchten nicht beide Geschlechter insgeheim, "daß das Gesicht eines Mädchens, einer Frau etwas ungemein Wandelhaftes sein muß für einen Mann, weil es meist nur Spiegel ist, bald einer Leidenschaft, bald einer Kindlichkeit, bald eines Müdeseins, und so leicht verfließt wie ein Bildnis im Spiegel, daß also ein Mann leichter das Antlitz einer Frau verlieren kann, weil das Alter darin durchwandelt mit Schatten und Licht, weil die Kleidung es von einemmal zum anderen anders rahmt"? (S. 49) Dienen solche Zeilen nicht "als eine Erinnerung an eine, an die Du Dich doch nicht erinnertest, die Du doch nicht erkanntest, selbst jetzt, da sie Dir nahe war, Hand in Hand und Lippe an Lippe." (S. 82) Denn ist nicht verständlich, dass die nicht Erkannte nicht erkennt? "Aber wer bist Du mir, Du, der Du mich niemals, niemals erkennst, der an mir vorübergeht wie an einem Wasser, der auf mich tritt wie auf einen Stein, der immer geht und weiter geht und mich läßt in ewigem Warten?" ( S. 89)

Was kann am Ende bleiben als die Gewissheit, "ich war Dir wiederum nur das Abenteuer, das Namenlose, die heiße Stunde, die im Rauch des Vergessens spurlos sich löst." (S. 84) Nun, in Zeiten, in denen es keinen 'Brief einer Unbekannten' mehr gibt, leider nicht einmal mehr das. "Er spürte den Tod und spürte unsterbliche Liebe: innen brach etwas auf in seiner Seele, und er dachte an die Unsichtbare körperlos und leidenschaftlich wie an eine ferne Musik." (S. 93)
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TOP 1000 REZENSENTam 29. Januar 2012
"Brief einer Unbekannten" ist, wenn man es als Hörbuch betrachtet und die Geschichte erst einmal beiseite lässt, sehr gelungen. Die Produktion umfasst 2 CDs. Umrahmt wird die Geschichte von Felix von Manteuffel, der liest, wie der berühmte Schriftsteller R. einen Brief zu seinem 41. Geburtstag erhält und was sich nach der Lektüre des Briefes in ihm ereignet. Dazwischen hört man nur die Stimme von Leslie Malton, Manteuffels Frau. Sie findet genau den richtigen Ton der namenlosen Briefeschreiberin und zieht den Hörer bis zum Ende mit sich.

Was die Geschichte angeht, so muss ich zugeben, dass es mir ein Rätsel ist, dass sie auf diese Zustimmung stößt. Natürlich ist sie perfekt inszeniert, die Sprache ist hervorragend und teilweise geht einem das Schicksal der Briefeschreiberin auch nah. Auf der anderen Seite kam in mir nicht selten das Gefühl auf, dass diese Geschichte ganz offenbar von einem Mann geschrieben wurde, dem die Vorstellung totaler Hörigkeit durch eine Frau bei gleichzeitiger Freiheit des Mannes nicht unbequem war. Welcher Mann wünscht sich nicht, absolut geliebt und verehrt zu werden, egal, wie er diese Liebende behandelt? Schriftsteller R. genießt sein Leben, erkennt die Unbekannte nicht, obwohl sie als Kind nebenan wohnte und er im Laufe von 10 Jahren 2 kurze Affairen mit ihr hat, bevor er sie wieder in aller Würde fallen lässt. Er ist vollkommen auf sich und seinen Genuss fixiert, lebt in seinem Augenblick und sie, sie lebt nur für ihn. Erst als das gemeinsame Kind stirbt, von dem er natürlich nichts weiß, schreibt sie ihm von ihrer Passion, allerdings im Bewusstsein ihres nahen eigenen Todes. Ihren Namen verrät sie ihm auch dann nicht. Sie bleibt die Unbekannte und kann lediglich einige Erinnerungsfetzen in ihm hervorholen. Sie will nichts von ihm verlangen, was er nicht geben will, und so deutet sie sich nur an. Was soll ich sagen? Ich nehme an, der Fehler liegt irgendwo in meinem Verständnis von Würde und Liebe und Freiheit und darum kann ich die Geschichte nicht als Meisterwerk betrachten.
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am 31. März 2013
das hat nicht so ganz meinen Geschmack getroffen. Etwas zu theatralisch...Die Idee und der Aufbau der Geschichte sind super, darum auch noch drei Sterne. Wer es also für die Tränendrüse mag, sollte das Buch nicht auslassen.
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am 26. September 2005
Stefan Zweigs Novelle „Brief einer Unbekannten" fesselt den Leser in einer atemlosen Kurzgeschichte mehr denn je.
Typisch für Stefan Zweig ist es, dass es zwei Handlungsebenen und mehrere Perspektiven gibt, aus denen erzählt wird.
In einer sehr kurz gefassten Rahmenhandlung berichtet ein unbekannter allwissender Erzähler von einem Schriftsteller, der zu seinem Geburtstag einen anonymen Brief bekommt.
Durch diesen Brief, geschrieben aus der erzählerischen Perspektive des Absenders, kommen die Charaktere des weiblichen Absenders sowie des Schriftstellers und eine unfassbare Handlung zum Vorschein.
Die Frau erzählt in einer Verzweiflung, die beim Lesen spürbar ist, von ihrer krankhaften Sucht, die ihr Leben von Kind auf geprägt hat, nach dem Schriftsteller. Dabei kommt sie immer wieder, mit fühlbarer Trauer, auf ihr gerade verstorbenes Kind zurück, welches ihr eine Verbindung zu dem unerreichbaren Geliebten war.
Der Schriftsteller nämlich, ein bekannter hektischer Mann, vergaß sie und seine Affäre mit ihr nach einer Reise und erinnerte sich auch nach einer zweiten Affäre nicht wieder an sie.
Das Wissen, ihr Lebensziel, mit ihm jemals glücklich zu werden, nicht erreichen zu können, ließ sie letztlich Selbstmord begehen. Das tat sie jedoch nicht, bevor sie diesen genialen Brief noch nicht abgeschickt hatte.
Als währe noch nicht genügend Tragik vorhanden, überfällt den Schriftsteller beim Beenden des Briefes eine gewisse Sehnsucht, was zumindest vermuten lässt, dass die Geschichte bei weniger Zurückhaltung der Frau ganz anders ausgefallen wäre.
Diese geniale und sehr kurze Novelle lässt sich gut und schnell in einem Rutsch lesen, ist aber auch ideal um sich mit dem Geschehen um einiges länger auseinanderzusetzen.
Zurecht, meiner Meinung nach, wird diese Novelle als eine seiner „Meisternovellen" gehandelt.
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am 13. Oktober 2011
Es ist mit Abstand das beste Buch was ich je in meinem Leben gelesen hab. Stefan Zweig beschreibt alles so wundervoll und philosophisch ich liebe Seine Art wie er den Wörtern besonderen Glanz verleiht. Dieses Buch habe ich immer in meiner Handtasche weil es einfach immer eine Gelegenheit zu lesen gibt, ob Straßenbahn, Bus, Zug oder einfach mal beim Arzt warten. Es ist das beste und vor allem schönste Buch. Sehr gefühlvoll und traurig aber dennoch so leidenschaftlich. :)
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