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Brief einer Unbekannten: Erzählung Taschenbuch – 1. Januar 1996

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 13 (1. Januar 1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596130247
  • ISBN-13: 978-3596130245
  • Größe und/oder Gewicht: 12 x 0,8 x 19,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 258.797 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

In Wien wurde Stefan Zweig als zweiter Sohn eines reichen Fabrikanten am 28. November 1881 geboren. Schon während seiner Gymnasialzeit verfasste er Gedichte, nahm dann in Wien das Studium der Literaturgeschichte auf und begann zu reisen - durch Europa ebenso wie nach Tunesien oder Mexiko. Als Übersetzer des Franzosen Romain Rolland oder des Belgiers Emile Verhaeren machte er sich ebenso einen Namen wie durch seine eigenen Werke. Der Zweite Weltkrieg, Bücherverbrennung und Verfolgung ließen Zweig schließlich nach Brasilien emigrieren. Unter dem Eindruck deutscher Kriegserfolge und erschöpft von unfreiwilliger Migration sowie dem Verlust seiner - vor allem auch geistigen - Heimat Europa nahm sich der Sechzigjährige zusammen mit seiner Frau Lotte am 23. Februar 1942 das Leben.

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren, lebte von 1919 bis 1934 in Salzburg, emigrierte von dort nach England und 1941 nach Brasilien. Sein episches Werk machte ihn ebenso berühmt wie seine historischen Miniaturen und die biographischen Arbeiten. Am 23. Februar 1942 schied er in Petrópolis, Brasilien, freiwillig aus dem Leben. Seine von einer vergangenen Zeit erzählenden Erinnerungen »Die Welt von Gestern« erschienen posthum.

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Kundenrezensionen

4.4 von 5 Sternen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von A. Wolf am 9. April 2007
Format: Taschenbuch
Der "Brief einer Unbekannten" erschien erstmals 1922 in der Sammlung "Amok. Novellen einer Leidenschaft". Und wahrlich, mit Leidenschaften kannte sich Stefan Zweig bestens aus. Er besaß sie nicht nur, er beobachtete sie, formte sie in seinem Innern und bannte sie wie wohl kein Zweiter in stilistisch feinster Manier auf Papier.

Leidenschaften reißen mit, aber sie bergen auch den Kontrollverlust in sich. Der Mensch läuft Gefahr, seiner Leidenschaft dergestalt ausgeliefert zu sein, dass sie sein Leben willkürlich lenkt.
Und eine solche Form der Leidenschaft entblättert sich in dieser Novelle vor dem Leser eines Briefes. Er, ein berühmter, oberflächlicher und durchaus libidinöser Schriftsteller, liest die Zeilen einer Verehrerin. Dabei tritt nicht nur die hingebungsvolle Passion einer jungen Frau, sondern auch das damit im Zusammenhang stehende menschliche Versagen zutage.

"(...) Was war mir Freundschaft, was meine Existenz gegen die Ungeduld, wieder einmal Deine Lippen zu fühlen, dein Wort weich gegen mich gesprochen zu hören. So habe ich Dich geliebt, nun kann ich es dir sagen, da alles vorbei ist und vergangen. Und ich glaube, riefest Du mich von meinem Sterbebette, so käme mir plötzlich die Kraft, aufzustehen und mit Dir zu gehen."

Diese Form der leidenschaftlichen Liebe, die in ihrer Absolutheit und Unbedingtheit, wie sie die Protagonistin vorträgt, etwa an die zwischen Catherine und Heathcliff in Emily Brontes "Stürmhöhe" erinnert, trägt nur ein Manko: Sie blieb einseitig.
"Dir, der du mich nie gekannt" lautet die Überschrift des Briefs.
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59 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Simone Schmidt am 29. Juni 2001
Format: Taschenbuch
Bei "Brief einer Unbekannten" handelt es sich bestimmt nicht um Stefan Zweigs (1881 - 1942) bekanntestes Werk, doch zählt es für mich trotzdem zu einer seiner besten Erzählungen:
Der bekannte Romanschriftsteller R. (nach Kafka-Manier erfährt man nie den ganzen Namen) erhält an seinem 41. Geburtstag einen merkwürdigen Brief ohne Absender und Unterschrift. "Dir, der Du mich nie gekannt" steht als Anruf oben auf der ersten Seite. Auf den nächsten 90 Seiten des Buches wird der Inhalt dieses Briefes wiedergegeben.
Es ist der Brief einer Frau, deren Kind vor wenigen Stunden gestorben ist und diese Frau gesteht R., dass sie ihn seit ihrem 13. Lebensjahr liebt. Sie hat einst in der Wohnung ihm gegenüber gewohnt als sie noch ein Kind war. Sie war von Anfang an von ihm fasziniert, doch er nahm sie nie wahr. Als sie wegziehen musste brach eine Welt für sie zusammen, doch sie war fest überzeugt von der Liebe zu ihm; so fest, dass sie nach zwei Jahren zurückkehrt und von da an jeden Abend vor seinem Fenster steht. Einmal spricht er sie an, aber erkennt sie nicht als ehemaliges Nachbarskind wieder. Sie gehen aus, schlagen miteinander. Noch zwei Treffen, dann verreist er für längere Zeit. Sie ist schwanger, sagt ihm jedoch nichts, will ihn nicht belasten, obwohl sie sich sicher ist, dass er sie unterstützen würde. So sehr liebt sie ihn. Da sie sehr schön ist, wird sie (beruflich sozusagen) die Geliebte reicher Herren, um des Kindes willen. Nach Jahren trifft sie R. wieder: er erkennt sie nicht, obwohl sie Anspielung macht. Sie schlafen miteinander, er bezahlt sie, denkt sie wäre eine Prostituierte. Sie ist gedemütigt, will doch nur, dass er sie erkennt, sich an sie erinnert.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Gerd am 19. Oktober 2004
Format: Taschenbuch
Als ihr Kind stirbt, entschliesst sich die "Unbekannte" dessen Vater einen Brief zu schreiben. So erfährt dieser von der Geschichte einer ehemaligen Geliebten, die er längst vergessen hat.
Auf der einen Seite steht des Egoismus der "Unbekannten", die dem Vater des gestorbenen Kindes nie die Chance gab sich um dieses zu kümmern (wobei offen bleibt ob dieser überhaupt ein Interesse daran gehabt hätte). Den Brief erhält der Empfänger erst nach dem Tode der ehemaligen "Geliebten", was ihm jegliche Aussicht auf "Wiedergutmachung" nimmt. Das Verhalten der "Unbekannten" ist daher mindestens genauso grausam, wie das des Schriftstellers.
Andererseits zeigt sich die Leichtlebigkeit eines berühmten Autors, der mit vollen Händen nimmt was er bekommen kann, ohne die Konsequenzen seines Verhaltens den Frauen gegenüber zu bedenken. Er ist ein typisches Bild für einen Lebemann, dem nur sein eigenes Belangen von Bedeutung ist.
Wieder einmal zeigt Zweig, dass knapp einhundert Seiten völlig ausreichen um den Leser auf lange Zeit (auch wenn das Buch in ein paar Stunden ausgelesen ist) zu beschäftigen!
Achtung: Der "Brief einer Unbekannten" ist Teil der "Meisternovellen" von S. Zweig - Nicht doppelt kaufen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von la Gila TOP 500 REZENSENT am 3. Dezember 2014
Format: Taschenbuch
Als ich die Überschrift eines Mitrezensenten aus dem Jahr 2007 las "Mit einem einzigen Brief kann man keine Meisternovelle schaffen? - Man kann", hätte ich es nicht besser formulieren können und muss dem Leser recht geben. Stefan Zweig hat es gekonnt!

In meinem bei Amazon erworbenen Buch des Stefan Zweig Stefan Zweig - Gesammelte Werke (IRIS®-Leinen) lese ich die von ihm geschriebenen Novellen und bin bislang noch nie enttäuscht worden. Der Schriftsteller versteht es mit phantastischen Worten und einer ihm eigens gegebenen Ausdruckskraft Geschichten zu erzählen, die bei mir als Leser hängen bleiben und mich in den Bann ziehen.

Der Brief einer Unbekannten umfasst in dem o.a. Buch 37 Seiten und ich hätte nie gedacht, dass es möglich ist einen Liebesbrief so zu verfassen, dass nicht eine Seite langatmig wirkt. Der Roman beginnt dramatisch:

"Ich weiß es, mein Kind ist gestern gestorben - jetzt habe ich nur Dich mehr auf der Welt, nur Dich, der Du von mir nichts weißt, der Du indes ahnungslos spielst oder mit Dingen und Menschen tändeslt. Nur Dich, der Du mich nie gekannt und den ich immer geliebt."

Diese zwei Sätze beinhalten eigentlich den Verlauf des Geschehens. Ein dreizehnjähriges Mädchen verliebt sich in einen jungen fünfundzwanzigjährigen Schriftsteller, der als neuer Wohnungsnachbar in das Mehrparteienhaus in Wien einzieht. Von dem jungen Mädchen nimmt er außer einen an ihr gerichteten Satz aber keine Notiz. Sie hingegen himmelt ihn an, betet ihn an und verfällt einem Liebeswahn sondergleichen.
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