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Brief an den Vater [Taschenbuch]

Franz Kafka
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

12. September 2011
Der nie abgesandte Brief an den Vater (1919) gilt als Schlüssel zum dichterischen Werk Franz Kafkas (1883–1924). Dieses eindrucksvolle Zeugnis eines dramatischen Vater-Sohn-Konfliktes kann als ein ganz besonderes Dokument der Weltliteratur bezeichnet werden. Anklage und Selbstanalyse zugleich, vermittelt es dem Leser Einblick in das komplizierte Seelenleben des Autors. In eindringlichen Worten, denen man sich kaum entziehen kann, rechnet Kafka mit seinem autoritären Vater ab, der ihm so tyrannisch und übermächtig erschien: „Manchmal stelle ich mir die Erdkarte ausgespannt und Dich quer über sie hin ausgestreckt vor.“
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag; Auflage: 7 (12. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596146747
  • ISBN-13: 978-3596146741
  • Größe und/oder Gewicht: 19,5 x 11,9 x 0,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn jüdischer Eltern in Prag geboren. Nach einem Jurastudium, das er 1906 mit der Promotion abschloß, trat Kafka 1908 in die »Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt« ein, deren Beamter er bis zu seiner frühzeitigen Pensionierung im Jahr 1922 blieb. Im Spätsommer 1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz; es war der Ausbruch der Tuberkulose, an deren Folgen er am 3. Juni 1924, noch nicht 41 Jahre alt, starb.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Briefliche Anklage 5. Dezember 2008
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Kafka, ein Name, den heute viele mit Rätsel, Mysterium oder Beunruhigung in Verbindung bringen ' dieser Name bedeutete für Franz Kafka etwas völlig anderes: polternde Stärke, Stattlichkeit, Energie und Selbstbewusstsein. Kafka, das war sein Vater, Hermann Kafka. Der Sohn, der Zweifelnde, Schwächliche, Zögernde, der eher nach der Mutter kam, schrieb seinem Vater im November 1919 einen Brief ' den dieser aber nie erhielt. Es ist eine Anklage, eine Beweissammlung von Erziehungsfehlern, eine hundertseitige Abrechnung mit einer stets als übermächtig empfundenen Person, die das ganze Leben des Schriftstellers bestimmte. Für den Leser ergibt sich das Bild eines riesenhaften, dröhnenden Tyrannen und eines gleichzeitig lächerlichen, ungebildeten Mannes ohne Tischmanieren. Die Faszination von Kafkas Brief liegt nicht zuletzt in diesen Übertreibungen. Der Text weist weit über einen individuellen Konflikt und die konkrete Vaterfigur hinaus: Deutlicher noch als die größeren Werke zeigt er, wie Kafkas Literatur funktioniert und wo die für ihn typische Atmosphäre existenziellen Ausgeliefertseins ihren Anfang nimmt: im Elternhaus. So gesehen ist der Vater dann doch wieder eine kafkaeske Figur.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
" ... ist meiner Meinung nach doch etwas der Wahrheit so sehr Angenähertes erreicht, dass es uns beide ein wenig beruhigen und Leben und Sterben leichter machen kann." Mit diesen Worten schließt Kafka's 'Brief an den Vater'. Aber es wäre nicht Franz Kafka, wenn ihm nicht auch dieser Brief, der ursprünglich wirklich für seinen Vater gedacht war, zur Literatur geriete. Indem er seine Gedanken und Gefühle in literarische Klänge transponiert, entzieht er sich und seinen Text einfachen Interpretationen. Ins Unbenennbare stiehlt er sich weg.

Vater und Sohn, Mächtiger und Ohnmächtiger, der eine, der Angst verbreitet, der andere, der sie vor ihm hat, der starke Vater, der schwache Sohn - sind sie nicht auch vertauschbar diese kunstvoll aufgebauten Gegensätze? Als Leser spürt man dieses beklemmende Gefühl des sich nicht vom Vater Lösens, eine immens kreative Verengung, in der es sich Franz Kafka unbequem gemacht hat. Man fühlt sich mit ihm steckengeblieben im Geburtskanal, ängstlich darauf bedacht, eine Abnabelung zu verhindern.

Kafka spricht zwar sich selbst und seinen Vater von jeglicher Schuld frei und doch ist der Brief eine Aneinanderreihung von Vorwürfen und Anklagen. All seine Mißerfolge, besonders seine mißglückten Versuche zu heiraten und so dem Einfluss seines Vaters zu entkommen, setzt er in Zusammenhang mit dem von ihm als übermächtig Empfundenen. Die Macht des Vaters und die Angst des Sohnes sind die zentralen Gegenpole. In diesem Brief, diesem unter die Haut gehenden labyrinthischen Beziehungsknäuel, wird er zum Führer, der selber keinen Ausweg kennt. Als Leser vertraut man einem Blinden, dessen Hellsichtigkeit die Nacht zum Tag macht....

Mit dem Lesen des 'Briefes an den Vater' eröffnen sich beim Lesen von Kafka's Werk neue Perspektiven. Das Geheimnis und die Schönheit seiner Texte halten Wissen, Analyse und Erklärung trotzdem stand. Lesen Sie weiter... ›

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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessanter Zugang zu Kafkas Persönlichkeit 2. Februar 2007
Von Christian von Montfort HALL OF FAME REZENSENT
Format:Taschenbuch
1919, mit 36 Jahren schrieb Kafkas diesen langen, bitteren Brief an seinen Vater, den er allerdings nie abschickte. Es ist eine Art Abrechnung mit dem übermächtigen Vater, gegen den er sich nie durchsetzen, sich aber auch nicht von ihm lösen konnte. Er spricht von einer entfremdeten Beziehung ohne Freundlichkeit, Aufmunterung, aber voller Enttäuschungen, Entwürdigungen und Selbstzweifel, die darin gipfelte, dass der Vater beide Verlobungen des jungen Kafkas als "Fluchtversuch" ablehnte und damit dessen Familienpläne unterband. Zu diesem Zeitpunkt bereits der tödlichen Tuberkulose diagnostiziert, brachen der Brief (und viele seiner besten Werke) aus ihm hervor: "Ich hätte eine Familie, das Höchste, was man meiner Meinung nach erreichen kann." Kafka stellt fest, "Ich habe kein Mensch nach deinem Herzen werden können", und sagt später - eine der wenigen Stellen, wo er über einen Ausweg nachdenkt, "Hätte ich dir weniger gefolgt, du wärest sicher viel zufriedener mit mir."

Das Buch wird von Psychoanalytikern als Tür zu Kafkas Seelenleben gesehen. Es gelang Kafka nicht, die Vater-Kind-Beziehung zu irgendeinem Zeitpunkt in eine Beziehung zwischen ebenbürtigen Männern umzuwandeln. Für Kafka-Freunde als Hintergrund und auch für Leute, die sich für Beziehungen mit einer erdrückenden Vater-Figur interessieren, empfehlenswert.

Meine Ausgabe vom Fischer-Verlag enthält ein Nachwort vom Kafka-Biographen Wilhelm Emrich.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kafka ganz nah! 29. Dezember 2008
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Geständnis und Lüge ist das Gleiche."
(Franz Kafka)

Im Jahre 1921 schreibt Kafka (1883-1924) einen Brief an seine Schwester Elli Herrmann. Über Erziehung meint er wie folgt: "Der wesentliche Unterschied zwischen wirklicher Erziehung und Familienerziehung ist: die erstere ist eine menschliche Angelegenheit, die zweite eine Familienangelegenheit. In der Menschheit hat jeder [...] die Möglichkeit, auf seine Art zu Grunde zu gehen, in der von den Eltern umklammerten Familie aber haben nur ganz bestimmte Menschen Platz [...]." Und weiter schreibt er, dass Kinder, die nicht entsprechen, verzehrt werden und er wünschte sich, dass dieses Verzehren allein aus Mitleid wie in der griechischen Mythologie um Kronos physisch geschähe.

Im Jahre 1919 war Kafka 36 Jahre alt, wieder war eine Verlobung geplant, das Aufgebot gar zur Hochzeit bestellt, eine Wohnung in Aussicht. Sein Vater setzt alles daran, dieses zu vermeiden. Die Wohnung ist weg, das Aufgebot wurde abbestellt und Julie Wohryzek wurde zur Ex. In diesem Zustand, den Zorn des Vaters spürend, schreibt Kafka seinen Brief an den Vater mit einer minutiösen Gedächtnisleistung aller Geschehnisse und Empfindungen von Kindheit an.

Kafka beginnt seinen Brief mit einem Geständnis von Furcht vor seinem Vater und mit der Notwendigkeit, um nichts zu vergessen, die Antwort auf genau diese Frage seitens des Vaters eben schriftlich geben zu müssen. Kafka zeigt sich - aus der Sicht des ganzen Briefes - anfänglich pharisäerhaft zuvorkommend. Er räumt ein, dass sein Vater ihm nichts Böses oder Unanständiges vorwirft, dass es beider Schuld und Unschuld an der Entfremdung gibt.
... Lesen Sie weiter... ›
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Klassiker!
Wir haben uns in der Schule mit dem Thema Kafka beschäftigt, anfangs war ich eher skeptisch doch ich muss sagen im Laufe der Zeit gewann es an Sympathie. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Tagen von Laura veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Super
Ich habe mir dieses Buch als Ebook gekauft. Schön das es, dies Kostenlos gab. Ich bin super zufrieden.
Kaufen, herunterladen und schon kann das Lesen losgehen.
Vor 3 Monaten von Kati veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Wichtig für das Verständnis von Kafkas Werken
Die Beziehung Kafkas zu seinem Vater ist meiner Meinung nach von großer Bedeutung für sein Schaffen. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von widerstandspoesie veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen alles o.k.
es sind keine Problem aufgetreten - Bestellung und Buch entspricht den Vorstellungen. Damit ist soweit alles in Ordnung und ich bin zufrieden.
Vor 5 Monaten von ludger linnebank veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen "Nur eben als Vater warst Du zu stark für mich" (12).
Was macht ein junger Mann, der jahrzehntelang unter seinem tyrannischen, egomanischen, zynischen und niemals zufrieden zu stellenden Vater gelitten hat? Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Michael Dienstbier veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein Einblick in Kafkas Gedankenwelt
Nachdem Franz Kafka im Jahr 1919 seine mittlerweile dritte Verlobung bekannt gibt, kommt es zwischen ihm und seinem Vater, der die beabsichtigte Braut scharf kritisiert, zu einer... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. August 2010 von Jens Neumann
5.0 von 5 Sternen Der Brief der nie ankam.
"Es ist, wie wenn einer gehenkt werden soll. Wird er wirklich gehenkt, dann ist er tot und es ist alles vorüber. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. Mai 2010 von Kiki.S
4.0 von 5 Sternen Kafka verstehen
Wer wie ich Kafkas Werke noch nicht gelesen hat, dem hilft dieses Büchlein als Einstieg sicher weiter. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Februar 2009 von Holger Schwarz
5.0 von 5 Sternen Verbindung von Werk und Wirklichkeit.
"Der entscheidende Augenblick in der menschlichen Entwicklung ist immerwährend."
(Franz Kafka)

Betrachtet man Kafka (1883-1924) im Verhältnis der... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. Dezember 2008 von kpoac
5.0 von 5 Sternen Kafka ganz nah!
"Geständnis und Lüge ist das Gleiche."
(Franz Kafka)

Im Jahre 1921 schreibt Kafka (1883-1924) einen Brief an seine Schwester Elli Herrmann. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. Dezember 2008 von kpoac
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