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Kundenrezensionen

3,0 von 5 Sternen8
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Ich hatte mich 1997 auf "Bridges to Babylon" gefreut, aber war ich auch begeistert? Teils, teils - und diese Ambivalenz kennzeichnet bis heute mein Verhältnis zu diesem Album. Wohl aus der Angst heraus, mit den Bands und Trends der Zeit mithalten zu müssen, hatten sich Mick und Keith darauf geeinigt, dem neuen Album klangtechnisch einen moderneren Anstrich zu geben, was zur Folge hatte, dass neben zwanzig Gastmusikern gleich sechs Produzenten(teams) engagiert wurden, so viele wie auf keinem anderen Stones-Album. Im Ergebnis klingt das Album dann auch so experimentierfreudig wie keins ihrer anderen; dafür fehlt ihm aber auch der rote Faden, selbst wenn man bei jedem Song ihre typische Handschrift heraushört.

Die Songs lassen sich in drei Gruppen unterteilen: Zum einen sind da mit Too tight, Gunface, Low Down und Flip the Switch die zu erwartenden Stones-Kracher vertreten, die allerdings bei allem Feuer (und immer flacher werdenden Songtexten) nicht verhehlen können, dass hier viel heiße Luft produziert wird. Out of Control ist musikalisch der interessanteste Rocker; leider fehlt der Produktion das gewisse Etwas, und der Song konnte erst live auf "No Security" überzeugen.

Dann sind da die Songs, die ich immer als Jagger-Solo-Songs, nur eben mit der Band umgesetzt, empfand: die Singles Anybody seen my Baby und Saint of me waren kein Ersatz für Brown Sugar o.Ä., schleichen sich aber nach mehrmaligem Hören genussvoll ins Ohr. Already over me (eine Art "Angie '97") begeisterte mich beim ersten Hören so, dass ich den Song am selben Tag auf Gitarre lernte, und das kommt nur alle Jubeljahre vor. In eine ähnliche Kerbe schlägt Always suffering; bei beiden Songs hat man - wie bei allen guten Jagger-Balladen (Memory Motel, Out of Tears, Hang on to me tonight) - das Gefühl, es geht um eine real existierende Frau (seine?).

Das von den Dust Brothers produzierte, bluesig-pumpende Might as well get juiced war der am modernsten klingende Song hier; nach einem Mehr an Experimentierfreude war mir nicht, und den Rolling Stones ging es offenbar auch so.

Schließlich kommt Keith mit gleich drei Songs zum Zuge, und die stellen für mich den größten Schwachpunkt dar: You don't have to mean it war für mich immer ein harm- und zahnloser Alle-meine-Entchen-Gute-Laune-Reggae, nur noch unterboten von Cherry oh Baby (auf "Black and Blue"), und sowas will ich von Keith einfach nicht hören.

Die beiden letzten Albumtitel, Thief in the Night und How can I stop, gehen auch nach Jahren einfach nicht an mich, obwohl ich mir noch so Mühe gebe, sie atmosphärisch zu finden; Thief in the Night war live auf "No Security" einfach besser (wenn auch immer noch nicht gerade gut), und How can I stop langweilt mich einfach am Albumende trotz Jazz-Saxophons und Steel Drums etc. Da hat Keith mit Sleep tonight oder Losing my Touch schon bessere Albumschlüsse hingekriegt.

Die B-Seite von Saint of me, Anyway you look at it, schaffte es leider nicht auf diese Platte (später aber auf "Rarities 1971-2003"), vielleicht weil es nicht spektakulär genug war; dafür aber war es wirklich atmosphärisch.

Experimentierfreude an sich ist ja löblich, zeitigt allerdings nicht immer zwangsläufig auch starke Ergebnisse. Auf dem für B.B. Kings Album "Deuces wild" eingespielten Paying the Cost to the Boss bewiesen die Stones, dass sie den Blues immer noch konnten und es nicht nötig hatten, sich aktuellen Trends anzubiedern, eine Erkenntnis, die sie acht Jahre später auf "A Bigger Bang" konsequent umsetzten.

Ich habe später meine Original-CD durch den Japan-Import (mit einer Live-Version von Angie, aufgenommen am 6.3.'95 in Tokio) ersetzt und kann deshalb keine Angaben über eine eventuelle Klangverbesserung durch das Remaster von 2009 machen; dies ist klanglich jedenfalls mit der Japan-Pressung identisch.
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am 2. Dezember 2009
War das Studioequipment 1997 so schlimm das man 12 jahre danach remastern muß? Ich weiß nicht was dieser ganze Remasterwahn soll. Die Stones können & konnten sich schon immer die besten Studios leisten und ihre Songs gleich vernünftig aufnehemen.Das hier ist glatte Geldschneiderei.Wenn man wenigstens die CD's gleich als Hybrid(SACD) remastert hätte und mit Bonussongs angereicht hätte. Die 4 sterne gebe ich für ein wirklich gutes Stones Album.Irgendwie habe ich das Gefühl die alten Säcke werden immer besser.Das gilt auch für die CD "A Bigger Bang".Wer die regulären CD's schon hat,gibt sein Geld lieber für andere Gruppen aus.
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"Bridges to Babylon" war wohl eher aufgrund der Tatsache, dass Jagger und Co immer noch Musik machen, ein Erfolg, als wegen der tollen Songs auf der Platte.

Ehrlicherweise muss ich aber gestehen, dass ich "Bridges to Babylon", trotz mehrmaligen Anhörens, nach wie vor interessant finde.

"Flip The Switch", "Low Down", "Already Over Me", "Gunface", "You Don't Have To Mean It", "Out Of Control" (das live um einiges besser klingt), "Saint Of Me" sowie "Always Suffering" und "Too Tight" sind besser als sämtliche Stones-Songs aus den 80ern (zumindest besser als speziell jene aus den Mittachtzigern - mit einigen wenigen Ausnahmen).

Die 3 Sterne tendieren eher nach oben als nach unten.

Eigentlich wären 3enhalb Sterne das richtige "Bewertungsmaß" für "Bridges to Babylon".

--------------------Etwas ausführlicher--------------------------

Da sich meine Meinung gegenüber dem Album grundsätzlich nicht geändert hat, ich aber noch einiges loswerden möchte, füge ich anbei noch einiges hinzu (es sei mir bitte gestattet):

Das "Hauptproblem" (obwohl ich BtB ja generell eher positiv gegenüberstehe) des Albums ist, dass Sound, Produktion und der Stil der Stones (ich nenn's jetzt mal so) irgendwie nicht authentisch zueinander finden wollen. Trotz eigentlich guter (oder wenigstens passabler) Einzelkompositionen (mit ein paar unrühmlichen Ausnahmen, aber dazu später) kann die Scheibe nie einen wirklichen Albumcharakter entwickeln - BtB haftet so ein wenig ein undankbarer "Stückwerkgeist" an, den selbst die Highlights auf der Platte kaum vertreiben können...

Zuerst zum Sound: So kräftig, klar und "tight" haben die Steine bis dato auf einem Studiowerk noch nie geklungen, außer vielleicht am letzterschienenen "A Bigger Bang", das ebenfalls sehr "üppig" klingt. Man war offenbar sehr bemüht, ein kräftiges Lebenszeichen zu setzen und sich dem Zeitgeist "anzupassen".
Allerdings differiert der Sound ein wenig mit dem typischen "Stones-Stil". "Flip The Switch" z.B. ist im Grunde ein "perfekter" Eröffnungstrack, um dieses Stones-2000-Projekt ambitioniert in Gang zu bringen. Aber ist das wirklich ein Charlie Watts, der da auf seine Drums hämmert? Kennt man die Live-Version des Songs (zu hören auf "No Security"), so muss sich einem diese Frage fast unweigerlich stellen! Die nämlich kommt höchstens mit halb so viel Elan daher und macht aus diesem hierauf sehr guten Song ein eher unnötiges "Mauerblümchen" im Live-Set. (Auch Bass und Gitarre kommen dabei nie so schnittig-prägnant wie im Studio zur Geltung, es fehlt offenkundig das gewisse Etwas).
Ähnliches gilt im Grunde auch für die anderen Tracks auf BtB. Natürlich: Auch hier bestätigen Ausnahmen (wieder einmal) die Regel.

Wirklich "schöne", mehr oder minder zeitlose Songs, sind auf BtB nur wenige zu finden. "Already Over Me" und "Always Suffering" sind vielleicht die zwei authentischsten Nummern auf dem Album. Hier passen Produktion, Feeling und Interpretation praktisch perfekt zusammen.
Das zuvor schon angesprochene "Flip The Switch" hingegen besticht in erster Linie durch den "monumentalen" Sound - und klingt auch sehr gut - dennoch ist es nicht wirklich "Stones"-Like... Selbes gilt meines Erachtens für "Low Down" und "Gunface", die ich beide ebenfalls sehr mag, aber höchstens stellenweise authentisch klingen. "Gunface" würde überhaupt besser auf ein Mick-Jagger-Solo-Album passen, wie ich finde. Ach ja: "Saint Of Me" übrigens auch - obwohl ich auch das sehr gefällig finde (die "stonere" Version hiervon ist ebenfalls live auf "No Security" zu hören!).
"Anybody Seen My Baby?", das ja unabsichtlich geklaut wurde (ich nehm das mal an), klingt ebenfalls mehr nach Sir Jagger als nach The Rolling Stones und ist insgesamt eher eine der schwächeren Songs auf der Platte.
"Out Of Control" hat viel Potenzial, klingt aber lieblos produziert und scheitert somit an mangelnder Atmosphäre. Auf "No Security" übrigens ist es live dargeboten ein echtes Highlight (unbedingt anhören)! Der umgekehrte Fall zu "Flip The Switch" quasi...
"Might As Well Get Juiced" klingt insgesamt mehr nach Soundexperiment als nach Stones-Song und gefällt mir offengestanden generell nicht so besonders gut...
"Too Tight" macht in vorhandener Version Spaß, weil die Gitarren unwiderstehlich "knurren" und Charlies typischer Rhythmuspart herauszuhören ist. Kompositorisch ist es allerdings kein Glanzstück. Macht nichts, ich mag's trotzdem...

Und nun wären wir schon bei Mr. Richards Beiträgen zu BtB angelangt. Was soll ich da groß sagen? Gut, "You Don't Have To Mean It" finde ich eigentlich ganz gut - es ist, wie ich meine, zumindest der stärkste Beitrag Keith' auf dieser Scheibe.
"Thief In The Night" und "How Can I Stop", die das Album schließen sind letztendlich enttäuschend. Da waren "The Worst" und "Thru & Thru" am dirketen Vorgänger (dem grandiosen "Voodoo Lounge", das für mich letztlich um ein Vielfaches authentischer und somit auch "schöner", "echter" und besser ist als BtB) um Klassen besser!!
Zwar ist "How Can I Stop" eine ganz "nette" Schnulze für Zwischendurch, aber es glänzt weder durch besonderen Einfallsreichtum, noch durch besondere atmosphärische Größe. Und Leute: Dieser Mann hat neben zuvor erwähnten Gustostückerl immerhin u.a. auch Songs wie "Happy", "You Got The Silver", "Before They Make Me Run" oder "Slipping Away" geschrieben. Da darf man dann gerechterweise auch die Erwartungshaltung dementsprechend hoch legen!

Fazit: Was bleibt? Lustigerweise war BtB (ich glaube sogar) mein allererstes Studioalbum der Stones! Ich muss damals um die 12 oder 13 Jahre alt gewesen sein (1997/98?) und dachte, dass Rolling-Stones-Alben immer so DICK und ÜPPIG klingen... Natürlich hatte ich keine Ahnung. Die Scheibe aber gefiel mir, soweit ich mich entsinnen kann, recht gut.
Nachdem ich meine Stones-Sammlung schließlich nach und nach komplettiert habe (heute ist bis auf "Undercover" eigentlich alles da, plus unzähligen Live-CDs etc. natürlich), hat sich meine Grundeinstellung dazu (auch zu damals schon) interessanterweise kaum bis unwesentlich verändert. Obwohl ich heute logischerweise einen viel innigeren und vermeintlich "objektiveren" (eigentlich ist es ja ein subjektiverer) Zugang zu BtB habe, weil ich eben nun wesentlich besser über das Gesamtwerk der Steine Bescheid weiß und Zusammenhänge vermutlich besser deuten und "verstehen" kann, ist es für mich nach wie vor ein "interessantes" Album mit "üppigem" Sound, das manchmal nahezu begeistern kann (wenn man in Stimmung ist), während es dann wieder wochenlang unbeachtet im CD-Regal vor sich hinverstaubt...

Worauf ich mit folgender (sentimentaler) Jugendgeschichte hinaus wollte: Ich glaube, dass man Musik - nachdem man sie über die Ohren eingefangen hat - in erster Linie mit dem Herzen wahrnimmt, ganz unabhängig vom Alter (da spielen dann nur mehr das Erfahrungsspektrum und sogenannte "Hörgewohnheiten" eine wesentliche Rolle). Und dieser Herzenszugang hat sich über die Jahre hinweg offensichtlich unwesentlich verändert...

Resümee: Nein, besser als "Voodoo Lounge" ist "Bridges To Babylon" nicht! Es liegt für mich (als treuer Stones-Fan) in etwa (insgesamt gesehen) auf einem Level mit "Steel Wheels" oder auch "A Bigger Bang". Obwohl ich an dieser Stelle gestehen muss, dass ich letztgenanntes Album noch weniger höre als BtB.
"Bridges To Babylon" ist ein einmaliges Stones-Album: wenig authentisch, aber Kompositionen betreffend passabel bis gut und darüber hinaus soundtechnisch eine WUCHT (im wahrsten Sinne des Wortes). Leider passt die jew. Produktion (also die Abmischung oder das "Feeling"/Atmosphäre) aber nicht immer 100%ig zu den Songs, weshalb ich die Scheibe mit exakt 3EINHALB STERNEN nach wie vor für gerecht bewertet halte!

Fans sollten sich die Platte eigentlich nicht entgehen lassen. Ironischerweise ist das Album zugleich auch gerade für diejenigen geeignet, die die Stones eher nicht so sehr mögen (eben aufgrund der eher untypischen "Machart")...

***/****

----------------------ANHANG für Fans & Interessierte-------------------

Ich möchte nun für alle unerschütterlichen Leser und Fans einen kleinen subjektiven Überblick anbieten und dabei auf die einzelnen Songs des Albums eingehen. Die Bewertung dieser erfolgt im Sinne der bewährten amazon-Skala (1-5 Sterne).

1. FLIP THE SWITCH ++++
Saftiger Drum-Sound mit einer unwiderstehlich knackigen Snare, die so richtig Glücksgefühle aufwirbelt. Der Gesang (abgesehen von Mick selbst) ist ein bisschen altmännerlastig (was aber nicht böse gemeint ist), aber wenigstens authentisch, was man von der bombastischen Produktion (obwohl sie gut zum Eröffnungstrack passt) freilich nicht behaupten kann.
Spätestens, wenn man die Live-Version auf NO SECURITY (das aber trotzdem empfehlenswert ist) gehört hat, weiß man, warum dem so ist. Insgesamt aber ein herzerfrischender Opener mit dem man die Standhaftigkeit seiner Stereo-Anlage (und die der sie umgebenden Wände) austesten kann! Ich mag's halt.

2. ANYBODY SEEN MY BABY ++/+++
Ist auch heute noch überraschend oft im Radio zu hören. Aufgrund rechtlicher Schwierigkeiten mussten die Glimmer Twins ihre Urheberrolle teilen. Ich finde den Song ok, obwohl ich ihn eher als Mick-Jagger-Track sehe. Sehr gut ist vor allem die Bass-Spur.
Das Aushängeschild des Albums schlechthin ist der Titel für mich aber jedenfalls nicht, auch wenn offenbar gar nicht so wenige andere Leute das so sehen...

3. LOW DOWN +++/++++
Keef, The Riffmaster, lässt hier unentwegt die Saiten knurren und bringt damit wohl sämtliche Steine-Herzen weltweit zum Erweichen. Ein sehr gitarrenlastiger Track, der - trotz etwas zu üppiger Produktion - für gute Laune im Wohnzimmer sorgen kann... Nicht schlecht!

4. ALREADY OVER ME +++++
War von Beginn weg einer meiner Lieblingssongs auf der Scheibe - und ist es immer noch. Mick singt gefühlvoll, die Bridge leitet den Refrain mit melancholisch-schönen Gitarren ein und die Band klingt hier im Ganzen verhältnismäßig stoneslike - also recht natürlich, warm und nahbar! Ein sehr zeitloses Stück, das jederzeit gefällt - wunderbar!

5. GUNFACE +++
Mick rappt leidenschaftlich gen wunderbar singende Gitarrenriffs. Nicht unbedingt ein authentischer Stones-Track, aber Spaß macht er trotzdem. Auf A BIGGER BANG hätte er prima anstelle des von mir nicht so geliebten RAIN FALL DOWN gepasst. Wiederum eher ein Mick-Jagger-Song, insgesamt aber gar nicht so schlecht...

6. YOU DON'T HAVE TO MEAN IT +++/++++
Der beste Keith-Richards-Song auf der Platte, der in meinen Augen generell etwas zu harsch abgeurteilt wurde und wird. Hier trifft Keith Schleifpapierstimme (die aber angenehm in den Ohren liegt) auf Reaggeelemente und auf sanfte Bläser im Hintergrund. Vielleicht wäre das hier der glücklichere Schlusstrack gewesen - quasi als sanft-beschwingter Rausschmeißer...
Ist live übrigens auf der 2. CD von LIVE LICKS (irgendwo gen Ende) zu finden.

7. OUT OF CONTROL +++/++++
Um das wahre Potential dieses Titels erkennen zu können, muss man sich den Mitschnitt auf NO SECURITY anhören, wo sich der Track stimmiger und atmosphärischer präsentiert (bzw. präsentiert wird), zusätzlich untermalt von Bobby Keys großartigen Sax-Parts. Im vergleich dazu klingt die vorliegende Studioversion fast schon platt und ein wenig lieb- und leblos. Dennoch eine gute, zeitlose Komposition, die vermutlich auch in fernerer Zukunft noch funktionieren wird...

8. SAINT OF ME ++++/+++++
Etwas überkanditelter Glücksgefühlsbringer, der auch live Freude macht (man höre wiederum NO SECURITY) und nach wie vor zu meinen Favoriten auf BRIDGES TO BABYLON zählt. Super Schlagzeug- und Orgel-Sound, wahnsinns Bass-Drive und sehr groovig! Thematisch ist "Saint Of Me" Mick wie auf den Leib geschneidert - zu einem Heiligen wird ihn wohl niemand mehr machen... Wird manchmal sogar noch im Radio gespielt, wie ich neulich freudig feststellen durfte. Cool!

9. MIGHT AS WELL GET JUICED +++
Wohl der experimentellste Track auf BRIDGES TO BABYLON mit dichtem, dichtem Soundteppich und einigen Klangspielereien. Kein authentischer Stones-Song und auch live nur schwer vorstellbar. Am Album macht sich die Nummer aber gar nicht so schlecht, um ehrlich zu sein. Super Harp-Solo inmitten des Songs!

10. ALWAYS SUFFERING +++++
Neben "Already Over Me" der zeitloseste und beständigste Song am Album. Eine sehr gelungene und gefühlvoll interpretierte Ballade, die ich offengestanden auch live (wenigstens) ein Mal gerne hören würde. Hier kann Mick richtig glänzen, auch die Akustikgitarre(n) sind wunderbar... Zum Dahinschmelzen!

11. TOO TIGHT ++++
Schöner Stones-Rocker mit typischen Gitarren und Charlies obligatorischem Hi-Hat-Spiel im Vordergrund, den ich erst später zu schätzen gelernt habe. Sehr lässig gespielt - sehr "stonig". Wäre wohl durchaus eine passable Live-Nummer. Macht Freunde!

12. THIEF IN THE NIGHT ++
Für mich eher aufgrund des Sounds interessant, weniger wegen der Komposition. Keith zärtelt, begleitet von durchaus gefälliger Backgroundunterstützung, ein wenig selbstverliebt mit dem Mikro. Die Akustikgitarre, sofern man sie heraushört, finde ich interessant. Insgesamt aber eher ein Dahinplätscherer und kein Burner! Auch live nicht so toll, wie man (wieder) auf NO SECURITY gerne nachhören kann...

13. HOW CAN I STOP +/++
Nahtlos geht's mit der nächsten Keith-Schnulze weiter, die ich persönlich noch weniger mag als den vorherigen Track. Hätte man von mir aus auch weglassen können! Einer von Mr. Richards schwächsten Songs, wie ich finde. Hinterlässt als Closer einen etwas fahlen Nachgeschmack, der dem Album insgesamt nicht gut tut... Naja.

Endresümee:
Die vom Sound her experimentierfreudigste aller Steine-Platten enthält viele gute Kompositionen, die unter dem dichten, teils gekünstelten Klangteppich aber manchmal nicht ganz ihre wahre Schönheit entfalten können. Zwar sind auch ein paar (wenige) schwächere Songs vorzufinden (vor allem die letzten beiden Tracks hätte man sich schenken können/sollen), dennoch ist BRIDGES TO BABYLON insgesamt eine eher unterschätzte Platte, die durchaus begeistern kann. Mittlerweile würde ich der Scheibe sogar 4 Sterne verleihen, wenngleich sie eher einer unwillkürlichen Songzusammenstellung gleichkommt, denn einem wohldurchdachten Konzeptalbum.

Besser als ihr (doch eher durchwachsener) Ruf, würde ich meinen! 3-4 Sterne (immer noch)...
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VINE-PRODUKTTESTERam 14. November 2009
Mit dem 94er Album Voodoo Lounge fing eine Reihe (endlich wieder) guter Stones-Alben an, nach dem dem 80er Jahre, vorallem Steel Wheels, doch eher dürftig waren.
"Bridges to Babylon" von 1997 ist ein Album, wie ich es mir persönlich vorgstellt habe: bluesig, erdig, gut rockend und Spaß machend beim Hören.
Obwohl bekannt ist, dass Mick, Keith und Co. unüberlicherweise fast keinen der Songs live einspielten, klingt die Platte, als wäre es live. Und das ist das Gute!
Die Songs an sich sind sehr gut, angefangen bei "Anybody Seen My Baby" bis hin zu "Might As Well Get Juiced" oder der Halbballade "Always Suffering".
Jemand vor mir bezeichnete Bridges to Babylon als "Album, bei dem man wieder die Hälfte der Songs nicht braucht"...das stimmt nicht, oder nur zum Teil! Natürlich sind auch weniger starke Tracks drauf entahlten, aber das hält sich in Grenzen ;-)
In sofern passt Bridges to Babylon perfekt in die Reihe der guten Spätwerke der Stones hinein: Voodoo Lounge ('94) - Bridges to Babylon ('97) - A Bigger Bang ('05).
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am 7. Juli 2011
"Bridges to Babylon" ist das vorletzte Album der Rolling Stones.
Es erreichte hohe Chartpositionen, kam auf No. 1 in Deutschland, No.2 in Frankreich, No. 3 in den USA und No. 6 in England. Es verkaufte sich also gut.
Nichtsdestotrotz muss man das Album - wie den Vorgänger "Voodoo Lounge" - wohl als eines der schwächsten Alben der Stones überhaupt zählen! Es erreicht nicht mehr die QUalität wie z.B. das 1989 erscheinende "Steel wheels".

Die zugehörigen Singles "Anybody seen my baby" und "Saint of me" sind zwar durch häufigen Radio- Einsatz sehr bekannt geworden, erreichten aber nur in wenigen Ländern die Top 20.
Die Fans bevorzugten auch dieses Mal demnach das ganze Album, ohne einen Song besonders herausragend zu finden (oder vielleicht auch der Wahl der Stones, welcher Song der "beste", und damit die Single sein sollte, nicht mehr trauten?), bzw. waren schlichtweg interessiert an ALLEN Stones- Songs.

Wie bei den vorigen Alben auch versuchen die Stones auch hier durch Adaption von neuen Einflüssen "modern" zu bleiben, "mit der Zeit zu gehen". Das gelingt ihnen aber im Gegensatz zu früheren Alben nicht immer so gut. Die Stones wirken hier nicht mehr so "original", bei diesen Experimenten.
Deutlich sind Anleihen bei eigenen, früheren Stones- Songs heraushörbar, bzw. von älteren Stilarten; natürlich auch wieder von neuer Musik.
Dennoch ist das Ergebnis durchaus beachtlich, wenn man bedenkt, dass die Stones zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des ALbums über 50 Jahre alt sind!
Doch so überragend und innovativ wie bei früheren Alben wirken die Stones hier meist nicht mehr.

Die Texte sind auf diesem Album leider meist wieder äußerst flach, ohne besondere Aussage. Bei den Anpassungsversuchen an neue Musikrichtungen beschränken sich die Stones daher offenbar meist (erfolgreich) auf die Musik, nicht auf textliche Inhalte, denen die Stones seit langem keine Bedeutung mehr beizumessen scheinen. Das finde ich doch ziemlich traurig.

Bei der Produktion dieses Albums gab es wieder Spannungen zwischen Jagger und Richards, die offenbar der QUalität der Songs nicht immer besonders gut getan haben.
Nichtsdestoweniger hat auch dieses ALbum wieder einige Lichtblicke.

"Flip the switch" ist ein typischer Stones- Eröffnungs- Rocker, recht aggressiv, mit starken frühen Rock and Roll- Anleihen.

"Anybody seen my baby?" ist der wohl bekannteste Song der Platte. Im Stil leicht wie "Mothers little helper", reicht er an diesen Song aber nicht heran. Zu allem Überfluss sahen sich die Stones bei dem Song mit Plagiatsklagen konfrontiert, die sie nciht entkräften konnten, und daher die Kläger mit in die credits nehmen mussten.

"Low down", schnellere Rock- Nummer; nicht übel.

"Already over me": gute Ballade!

Mit "Gunface" versuchen sich die Stones im modernen INdie- Genre. Für einen neuen Versuch gar nicht schlecht.

"You don't have to mean it", gesungen von Richards, hat Reggae- Rhythmus. Einer der besten Songs hier, finde ich.

"Out of control", einfacherer Song, mit aggressivem Jagger im Refrain.

"Saint of me" ist die meiner MEinung nach bessere Single der beiden. Eingängig, rockig, geht hier im Refrain immer ordentlich die Post ab. Guter Song!

"Might as well get juiced" ist wieder eines dieser berühmten Stones- Experimente, bei dem mir der Gesang nicht gefällt; Melodie ist auch nicht viel besser.

"Always suffering", langsamere Country- Ballade.

"Too tight", schneller Rocksong; mittelmäßig.

"Thief in the night": Blues- Ballade mit sehr passendem Richards- "Gesang" (auch wenn das Singen nicht ganz Richard's Stärke zu sein scheint! - Als "Sprechgesang" ist er wirklich gut!)!

"How can I stop": die Ballade, gesungen von Richards, ist wieder der ideale Abschluss- Song.

FAZIT: Auch als über 50- jährige haben die Stones mit diesem Album wieder erfolgreich versucht, voll im Trend zu liegen. Das Album ist sogar besser als der Vorgänger "Voodoo Lounge".
Es ist auch wieder kein schlechtes Album; und es hat so die hohen Chartnotierungen sicherlich auch verdient.
Allerdings muss man die Stones an sich selber messen; und diese Messlatte hängt nun einmal sehr hoch. Und im Vergleich zu den meisten anderen Alben der Band ist dieses Album daher eher als schwach einzustufen.
Die Songs wirken nicht mehr so innovativ wie bei früheren Alben; stattdessen stellenweise doch sehr glatt; die Texte sind leider überwiegend sehr flach.

Dennoch ist auch dieses Album durchaus hörenswert, vor allem natürlich für Stones- Fans!
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am 3. August 2009
Nach einem Stones Rocker "Flip The Switch" kommt der bekannte Radio Hit "Anybody Seen My Baby"
Die Platte ist gut und die Songs machen Spaß nicht mehr und nicht weniger.
Saint of me und Out of Control waren auch echt gute Live Songs....
Allerdings insgesamt finde ich sie etwas zu "flach" = "unStonsig"
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am 17. Juli 2009
Bridges to Babylon (2009 Remastered)
Was ich hier auf diesem "Stones-Album" höre, sind professionelle Musiker, nicht die Glimmer Twins als Produzenten und selbst Charlie durfte zuhause in London bleiben und mit Shirley, seiner Ehefrau schon aus den 60ern kuscheln..(Schäärrzz). Das ganze Album ist ein Witz, Micks lustloser Gesang zu schlaffen Songs bringt es auch nicht auf Höhe. Einzig zu loben ist wieder mal, wie bei fast allen Stones-Alben,das prima Remastering 2009. Druck, Durchsichtigkeit und in den Höhen nicht zu glasklar. - Für Sammler aller Stones-Alben wird auch dieses "Bridges To Babylon" seinen Platz im CD-Regal haben, aber viel mehr ist da nicht...sorry, thats the way it is!
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am 8. Februar 2013
Die Lieder sind uninteressant und nichts besonderes. Nichts besonderes im Vergleich zu den Alben "Voodoo Lounge" und "Forty Licks".
Das Stones-Album "Forty Lichs" als Doppel-Cd ist quasi als Greatest Hits mit 40 guten Songs am Besten.
Die Songs von "Bridges to Babylon" sind langweilig.
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