So kurz nach dem grandiosen Voodoo-Lounge-Album noch einen Volltreffer zu landen, wäre eigentlich fast nicht zu glauben gewesen. Nach den Presseveröffentlichungen hatten Mick und Keith eigentlich auch Solomaterial zusammengetragen und wollten je ein eigenes Album produzieren. Genau so klingt diese Stones-Scheibe. Während auf den früheren Platten immer das Produkt aus der Jagger/Richards-Zusammenarbeit herauskam, ist es hier so, daß man jedem Titel deutlich anhört, wer von den beiden ihn geschrieben hat. Jaggers Experimente mit diversen Stilrichtungen sind ebenso deutlich auszumachen wie Richards konservative R&B-Riffs. Beides zusammen ergibt die guten Stones-Hits. Nichtsdestotrotz ist es eine gute CD geworden, mit Highlights und schwachen Seiten. Anybody Seen My Baby als Single auszukoppeln, na ja, Geschmack ist bekanntlich verschieden. Out Of Control und Saint Of Me haben erst live zu leben begonnen, dann aber richtig. Might As Well Get Juiced hätte man dann doch besser zu den Outtakes genommen. Keith ist diesmal nicht nur mit sagenhaften 3 Titeln als Sänger vertreten, die sind auch noch alle richtig gut. You Don't Have To Mean It - Klasse, Keith, wolltest Du nicht schon immer mal ein Reggae-Album machen? Ich warte drauf. Thief In The Night kommt auch erst live so richtig zur Geltung und How Can I Stop zeigt gut, welche romantische Seite die rauhe Schale von Keith hat. Fazit: Es ist sicher nicht die beste Stones-Platte, aber es lohnt sich trotzdem, sie zu kaufen, weil sie gut ist.