Mit diesem Buch beweisen die Amerikaner einmal mehr ihre Kunstfertigkeit, komplizierte Sachverhalte einfach - und amüsant! - darzustellen. Der Autor holt das gefürchtete Schreckgespenst der Etikette vom Dachboden unserer kollektiven Ängste, und beweist, dass es erstens keinen Grund zur Furcht gibt, sondern zweitens auch heutzutage gute Manieren nichts mit korsett-starren ;) Regeln zu tun haben. Drittens hat nicht zuletzt gerade die "kinky subculture" und alle, die mit ihr umgehen (müssen) eine Auffrischung der Umgangsformen mehr als nötig.
Der Stil ist so leicht und flüssig zu lesen, dass ich das Buch innerhalb eines Abends fast komplett gelesen habe, und fast auf jeder Seite gibt es einen Lacher.
Der Autor beantwortet mit erfrischender Einfachheit die vielen Fragen, die er nach seinem dementsprechenden Aufruf aus der Szene erhalten hat. Nebenbei gibt es einen Grundkurs in gesundem Menschenverstand und Achtung vor der Würde anderer.
Die einfache Wahrheit, dass Subs auf einer Party nicht per se dazu gezwungen sind, die Küchenarbeit zu machen, verlangt im Umkehrschluss auch einiges von den Dominanten und solchen, die sich dafür halten. Schlechtes Benehmen in der Öffentlichkeit zeugt eben nicht von natürlicher Dominanz, sondern ist genau das: Schlechtes Benehmen.
Andrew Campbell benutzt in weiten Teilen die klassische Form jeder Briefkastentante nach dem Muster „Frage und Antwort". Aufgelockert wird das Buch durch eingestreute Zitate von bekannten Szene-Größen, Freunden und Bekannten des Autors, Zeichnungen der Co-Autorin sowie die einfallsreichen Überschriften, die sich Campbell zu jeder Frage hat einfallen lassen. Zum Weiterlesen gibt es (natürlich englischsprachige) Buchtipps zum Thema Etikette. Hervorzuheben ist außerdem die Gestaltung des Titelbildes, sowie die ebenso übersichtliche wie liebevolle Satztechnik.
Fazit: Dieses Buch, obwohl erst vor kurzem erschienen, verdient es bereits jetzt, ein Klassiker der Szene zu werden.