Wegen des Alters des Autors und dem Erscheinungsdatum war ich an mehreren Stellen davon überrascht, dass dieses Buch dennoch auf dem neuesten Stand war. Dies ist mit Sicherheit eines der überzeugendsten Bücher die ich zum Thema Hundezucht gelesen habe.
Viele der Aussagen Räbers sind kritisch gegenüber dem bisherigen Bewertungssystem von Zuchthunden, insbesondere dem Ausstellungswesen gegenüber. Dabei scheut er sich nicht auf den Verlust der wichtigsten Werte in der Hundezucht, Wesen und Gesundheit, aufmerksam zu machen und Beispiele zu nennen wie dies zu verbessern wäre. Zuchtwarte, Vereine wie Richter sollten seine Aussagen ins grübeln bringen.
Danach erst folgen die zu erwartenden Themen eines Buches über Hundezucht: Bedeckung, Tragzeit, Geburt, Welpenaufzucht. Diese Themen werden mit vielen Beispielen aus seiner eigenen Zeit als Züchter abgehandelt.
Somit wird der Anfänger in der Hundezucht nicht nur in das Thema der Zucht eingeführt, sondern der Autor vergisst auch nicht auf die übergeordneten Ziele der Zucht zu verweisen. Zusätzlich bedient er sich nicht nur trockener Theorie, sondern bringt viele Praxisbeispiele an und bemüht sich um Praxisbezogenheit vor allem für die Anfänger unter den Züchtern.
Auch das Thema (naturnahe) Ernährung kommt zur Sprache. Der Autor vertritt die Meinung Qualität zu Verfüttern und dann tragende Hündin und Welpen nicht wie kranke Tiere zu behandeln, sprich: Nicht mit tausend verschiedenen Mittelchen nachzuhelfen damit auch ja nichts schief geht sondern erst einmal der Mutterhündin ihren Job zu überlassen und nur dann einzugreifen wenn es notwendig wird.
Einen weiteren Pluspunkt fand ich nach der Erklärung wie der Autor seine Welpen aufzuziehen pflegt, nämlich die Aussage: Viele Wege führen nach Rom, dies war nur ein Beispiel wie es gemacht werden kann. Solch ein Eingeständnis findet man in Hundebüchern wirklich nicht oft.
Einziger Kritikpunkt: Der Preis ist bei der dürftigen Bebilderung nicht zu rechtfertigen.