Ich nutze das Topas als Kleinfernglas neben kleine Premium-Ferngläser z.B. von Nikon oder Eschenbach mit aspherische Linsen, Bak4-Glas und multicoating.
Natürlich sollte man von einer 10x Vergrößerung für rd. 15 Euro und 25 mm Eintrittlinsen nicht zuviel erwarten. Das Sichtfeld ist mit 96m / 1000m angegeben.
Das Topas-Glas ist angesicht des Preises ein vernünftiges, superleichtes und brauchbares Kleinfernglas mit minimalistische Eigenschaften, das man überall mitnehmen kann ohne zu befürchten, es kaputt zu machen oder zu verlieren.
Im einzelnen:
Auf meiner Küchenwaage bringt es auf gerade 200 Gr (vielleicht sind die angebenen 499 Gr Versandgewicht). Okularabdeckungen gibt es nicht, die Stofftasche mit Klettverschluß ist äußerst dünn gepolstert aber zweckmäßig.
Das Glas ist etwa 20% grösser als eine Zigaretten-Bigbox.
Der Tubus und der Mittelsteg sind aus Alu, Silbermetallic lackiert mit Gummi-Einfassungen, die Okulare in Gummi eingebettet, die Augenmuscheln nur wenige mm tief. Das ganze ist sehr robust, bis auf das Fokusier-Rädchen aus Gummi, das sehr leichtgängig, reichlich Spiel hat, aber trotzdem eine genaue Fokusierung erlaubt. Die Einstellung des Pupillen-Abstandes ist schwergängig genug so daß das Glas nicht ständig verstellt wird: Sehr gut ! Der Tubus ragt ist ca. 1 cm länger als die Optik, so daß er als Sonnenblende und bescheidene Taukappe fungiert: Ebenfalls gut.
Beide Scharniere sind sehr gut dimensioniert, also sehr solide und perfekt eingestellt: Sie laufen gleichmäßig ohne Rück mit einem perfekten Widerstand (erstaunlich für ein Glas dieser Preisklasse).
Bis auf das wackelige Fokusierrädchen ist das Fernglas mechanisch und von der Haptik her sehr gut gelungen.
Die Optik ist nicht rekordverdächtig. Unterhalb von 4 Meter Entfernung liefert das Topas kein scharfes Bild. Dafür entschädigt die Tiefenschärfe. Das Glas zeichnet präzise Bilder zwischen ca. 20 und 100 Meter ohne fokusieren zu müssen. Allerdings nimmt die Schärfe am Rande deutlich ab, was meistens nicht unbedingt störend ist.
Die Justierung entspricht qualitativ eine Großserien-Produktion: Die Schärfe bei Unendlich ist nicht da wo man sie erwartet am Ende der Skala und der Fokusierbereich ist "großzügig" dimensioniert, aber es ist nicht sehr wichtig und bei dem Preis sollte man keine Perfektion verlangen.
Die Lichtstärke ist eher bescheiden aber tagsüber vollkommen ausreichend. Erst bei schwierigen Lichtverhältnissen kann das Topas mit seine 25 mm-Linsen und die Durchläßigkeit seiner Gläser keine Wunder vollbringen und gibt sich geschlagen. Auch die Farbwiedergabe ist recht ordentlich. Die Optik leistet sich keine auffälligen Schwächen.
Für den Preis, liefert das Topas eine Klasse Leistung und es wäre unfair dieses Glas mit einem Zeiss, Leica, Nikon oder Zwarowski zu vergleichen, die das 30-Fache kosten und die Bedürfnisse von 95 % der Anwender weit übertreffen.
Statt Riemen hängt das Topas an einem dünnen Kordel, der auf dem Mittelsteg vorne elegant angebracht ist, aber enorm stört weil er beim Gebrauch ständig an den Lippen kitzelt. Man muß sich daran gewöhnen dieser schwarzer Faden nach vorn zu führen oder umzulegen.
Fazit:
Mechanisch ist das Topas bis auf kleine Details, sehr gut gelungen.
Die anständige Optik liefert ein weitgehend präzises Bild ohne Phantombilder oder Störungen und dürfte die meisten Anwender glücklich stellen. Die Leistungen und die Qualität übertreffen klar die von billigen Importe, die oft deutlich teuerer sind. Aufgrund der sehr leichten aber sehr stabilen Konstruktion, der anständigen optischen Leistung und der guten Handhabung ist dieses Fernglas erste Wahl für diejenigen, die nicht viel Geld ausgeben wollen und trotzdem ein brauchbares Fernglas überall dabei haben wollen ohne den Verlust eines wertvollen Besitz zu befürchten.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist m.E. hervorragend.