Ich habe in meiner Universitätszeit Stunden über Stunden an einem Labormikroskop von Zeiss verbracht. Verglichen damit fällt das Bresser natürlich ab - bei 10% des Preises darf es das aber auch!
Absolut betrachtet ist es ein gutes Gerät: Die Machanik macht einen soliden Eindruck. Die Optik ist hell und klar. Der Einblick über die Okulare bietet ein gutes Sichtfeld. Alle Bedienelemente (außer der Aperturblende) sind bequem erreichbar und am richtigen Platz. Die köhlersche Beleutung funktioniert gut und läßt sich zügig justieren. Insgesamt ist die Bedienung intuitiv und wirft keine Fragen auf.
Die Qualität der Objektive zu beurteilen fällt mir mangels geeigneter Proben schwer. Subjektiv sind Auflösung, Farbkorrektur und Planheit der Fokalebene sehr gut. Das 100x mit Öl habe ich bisher nicht benötigt.
Bis zum 10x Objektiv kann man (eine passende Zusatzlichquelle vorausgesetzt) auch gut mit Auflicht arbeiten; beim 40x Objektiv wird dann der Abstand etwas eng, so daß man das Objekt nur mühsam von oben beleuchten kann.
Was gibt es also Negatives? Eigentlich kaum etwas!
Die Aperturblende ist leicht fummelig und der Kunstoff an der Stelle wirkt deplaziert. Der Lampe fehlen die letzten paar Lüxchen, um auch bei 400x noch die Blenden in Optimalstellung lassen zu können. Die Lampenelektronik summt beim Dimmen. Farbfilter werden auf den Lichtaustritt gelegt, statt über einen Filterhalter eingeschwenkt zu werden... alles Kleinkram.
Fazit:
Für 6000 EUR und mehr bekommt man aus dem Raum Jena etwas besseres, ohne Frage! Aber für für den Preis ist das Science TRM 301 eine gute Wahl.
Mein Kaufgrund:
Plan-achromatische Objektive; Kameratubus; Erweiterbarkeit; um 500 EUR
Nachtrag:
Mein Gerät ist gebraucht gekauft (fast neu) und es fehlten Handbuch und Staubschutzhabe. Eine Mail an Bresser und ich habe umgehend das Handbuch als PDF und kostenlos (!) eine Staubschutzhabe zugeschickt bekommen!!! Das ist den 5. Stern wert, aber leider kann ich das nicht mehr ändern.