Zugegeben - der Titel des Buches ist provokativ. Doch schon nach den ersten Seiten der Lektüre wird dem Leser klar, was die beiden Autoren Marita Vollborn und Vlad Georgescu bezwecken: Sie leiten den Blick des Lesers zu den dunklen Seiten der Politik. Sie zeigen in beängstigender, weil nachvollziehbarer Weise, wie viele Fakten zur Arbeitslosigkeit, Alterung der Gesellschaft oder zum Extremismus von den Medien übersehen werden - obwohl es zahlreiche Wissenchaftler gibt, die auf diese Risiken unserer Gesellschaft hinweisen. So erfährt man, dass der immer wieder beschworene Aufschwung in Wirklichkeit ein Trugschluss sein könnte - das Ende der Arbeit wird anhand der Langzeitentwicklung und mit Hilfe vieler Grafiken belegt. Das macht das Buch so spannend: Die rund 380 verwendeten Quellen sind allesamt frei zugänglich - und stammen zum Teil aus Ministerien und Behörden. Nur: Kaum jemand nimmt dieses Material bislang wahr, womöglich auch, weil es so unliebsam ist.
Während schon die Analyse allein lesenswert wäre, besticht das Buch durch die klare These. Ändert sich in Zukunft nichts, wird, so jedenfalls meinen es die beiden Autoren, die sich bereits durch den von mir zuvor gelsenenen Bestseller "Die Joghurt-Lüge" einen Namen machteen, die demokratische Grundordnung in Deutschland ins Wanken geraten. Dass es extreme Gruppen bereits gibt und Anschläge politischer Natur schon heute an der Tagesordnung sind, wird nach der Lektüre dieses Buches niemand mehr bezweifeln.
Doch das Werk zeigt auch Auswege auf. Und zu den interessantesten Materialien, die die Autoren anzubringen haben, zählt beispielsweise eine Studie ausgerechnet einer großen deutschen Bank - die im Grunde mehr Sozialstaat für die Bürger fordert, ganz nach skandinavischem Modell.
Das Buch vermeidet es aber, ein Happy End zu suggerieren. Der Leser bleibt am Ende nachdenklich und enttäuscht - von der Politik und jenen Wirtschaftsbossen, denen Rendite und Profit wichtiger sind als das Wahl der Menschen im Lande.