Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
45 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
frage nicht, 29. August 2009
Warum ist jetzt schon wieder was passiert, obwohl der Erzähler im letzten Band ding, sprich erschossen, quasi tot? Einfache Erklärung: Sein Maul hätten sie halt extra erschlagen müssen.
Pass auf. Eins musst du wissen, nämlich dass der Brenner nicht mehr der Alte ist, weil Chauffeur statt Polizei und Herr Simon statt Brenner. Bier auch nur mehr alkoholfrei und überhaupt mehr Handbremse und Rückwärtsgang statt Vollgas. Duftnote sowieso nicht immer eins a, kein Wunder bei 7 Toten.
Aber ob du es glaubst oder nicht: Lesevergnügen mehr denn je. Weil Spannung, Witz, Lebensweisheit und, und, und.
Genial quasi Hilfsausdruck, frage nicht.
|
|
|
43 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wie und wo der Brenner dem lieben Gott begegnet, 29. August 2009
Dass der Brenner noch einmal ermittelt, hat bestimmt sehr viele überrascht, mehr noch erfreut - und mich ganz besonders! Dass nun auch noch das Mundwerk unseres bewährten Erzählers extra erschlagen werden muss, versichert uns, an der Brennermanier wird sich nichts ändern - so im Groben betrachtet.
Der Brenner hat "dem Detektivischen" den Weisel gegeben und jetzt hat der "Herr Simon" erstmals einen wirklich tollen Job als Chauffeur. Auch Aufregen tut er sich nicht mehr so viel - die anderen Leut' und die Polizei und der Straßenverkehr und überhaupt ist er ein ruhiger und ausgeglichener Kerl, hat soviel Freude an der Arbeit und den gelegentlichen Alkohol durch unzählige Espressi ersetzt - das hat er den Tabletten zu verdanken - Psychopharmaka Hilfsausdruck!
Wie sich Wanderwut oder die Zone der Durchsichtigkeit definieren, oder einer rückwärts zur Salzsäule erstarren kann sind im neuen Brenner ebenso Thema wie die Kindsentführerei, die Ertränkerei, die Totschlägerei oder Abstecherei - Summa summarum 7 Leichen - die Abtreiberei und nicht zuletzt die geheimen Machenschaften von Baulöwen, Obersenatsräten und Bankdirektoren - sprich die geschäftlichen und die "privaten" - und was man auf den kitzbüheler Almen alles und wo verschwinden lassen kann.
Wie gewohnt erschlägt uns unser weiser, allwissender Erzähler (so manches darf er halt nicht verraten - sprich Politik) mit Details über Gemütsregungen, ihre Entwicklung und Umfelder, um dann wesentliche Entdeckungen zwischendurch fallen zu lassen, oder im letzten Satz des Kapitel rasch doch noch zu erwähnen! Grandios - as usual!
Wer da erzählt und wie der ins Spiel gebracht wird, ist ohne großes Tamtam nicht weiter erklärt und doch ein bisserl einfach gelöst - weil's aber der Herr Haas war, diskutier ich nicht drüber.
Und hätte der Brenner doch früher gewusst, dass der liebe Gott so ein sympathischer Kerl ist, na dann, na dann, na dann...
|
|
|
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Brenner-Neuling, 7. Oktober 2009
Der Herr Simon ist Chauffeur und mit seinem Leben überglücklich. Noch nie hat er sich so wohl gefühlt und dann passiert ihm das! Die Tochter seiner Arbeitgeber wird genau zu dem Zeitpunkt entführt, als Simon sie bei einer Tankstelle alleine im Auto sitzen ließ, um ein Stückchen Schokolade zu holen. Die Entführung ist der Auftakt zu einer Suchaktion, die einem halben Dutzend Menschen das Leben kostet und mit vielen Überraschungen gespickt ist.
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mit diesem Buch Neuland betreten habe. Bislang habe ich noch nie einen Roman von Wolf Haas gelesen, der Brenner war mir völlig unbekannt und fremd. Ich hatte schon einmal gehört, dass man die Art der Schreibe von Haas entweder liebt oder hasst, dazwischen gibt es offenbar nicht. Entweder glühender Anhänger und abgrundtiefer Verabscheuer. Knapp 220 Seiten später muss ich sagen, ich bin weder noch. Der Schreibstil von Haas ist sicher speziell und sehr erfrischend, wirkt aber vor allem gegen Ende der Geschichte schon sehr aufgesetzt und auf mich auch ermüdend. Selbstverständlich hat dieser Haas Stil, Wortwitz und Esprit, aber trotzdem konnte bei mir nicht wirklich die große Begeisterung aufkommen. Das mag auch an einer reichlich gekünstelten Geschichte liegen, die relativ lange aufgebaut wird, um dann innerhalb von wenigen Seiten aufgeklärt zu werden. Sprachlich hat der Herr Simon alias der Brenner immer wieder richtig (wort)witzige Sager auf Lager, beobachtet sein Umfeld, durchschaut die Grauzone der Geschäftemacherei der "besseren Gesellschaft" und die dafür nötigen Opfer und findet so ganz nebenbei auch noch so etwas wie die Liebe. Wie gesagt: alles in seinem offenbar typischen Stil, der gewöhnungsbedürftig ist. Sensationell war für mich aber die Erkenntnis, wie man ein ganzes Kapitel über etwas meist auch wirklich interessant schreiben kann, um dann in ein paar Sätzen zum Abschluss des Kapitels Erkenntnisse einfach so nebenbei fallen zu lassen. Aha Effekt inklusive.
Ein echter Fan bin ich nicht geworden - noch nicht, aber ich habe mir vorgenommen, dem Brenner noch einmal ein wenig zuzuhören (bzw. zu lesen) und mir noch ein Abenteuer zu Gemüte zu führen. Vielleicht werden wir zwei dann ja noch wärmer miteinander, wie man bei uns so schön sagt...
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|