Wieso kauft man sich eigentlich ein LED-Nachtlicht mit Dämmerungssensor und Bewegungsmelder ?
Ich wollte dies, damit ich ein besonders energiesparendes Gerät bekomme.
Nun hätte ich erwartet, dass das brennenstuhl Primera-Line NL LED nur ein paar Milliampere verbraucht, um den Dämmerungssensor und den Bewegungsmelder aktiv zu halten, und nur dann die angegebenen max. 2 Watt Energie verbraucht, wenn die LED`s auch wirklich eingeschaltet sind.
Aber Fehlanzeige, eine Strommessung für dieses Gerät ergab, dass es permanent 69 Milliampere aus der Steckdose zieht. Egal ob die LED`s gerade ausgeschaltet oder eingeschaltet sind.
Gemäß meiner Strommessung verbraucht das Gerät dauerhaft die gleiche (Schein-)Leistung von P(s) = 16 VA
Somit hätte man sich den Dämmerungssensor und den Bewegungsmelder sparen können und die LED`s, wie beim klassischen Nachtlicht, im Dauerbetrieb leuchten lassen können. (Die LED`s haben gemäß Herstellerangabe sowieso eine Lebensdauer von ca. 10 Jahren bei Dauerbetrieb.)
Ein einfacher mechanischer Ein-Aus-Schalter am Gerät, wenn überhaupt, hätte es also auch getan.
zur sonstigen Geräteausführung:
Negativ:
- Ich wollte anfangs die Ansprechhelligkeit vom Dämmerungssensor noch etwas weiter absenken, dies war leider nicht mehr möglich, da das Drehpoti (direkt unter dem Bewegungsmelder) schon auf Endanschlag eingestellt war. (Die Umgebungshelligkeit war zu diesem Zeitpunkt aber noch gut ausreichend, um ohne Nachtlicht klar zu kommen.)
- Der Bewegungsmelder hätte in meinem 6 Meter langen Gang besser einen 180 Grad Erfassungswinkel (wie z. B. bei Steinel Außen-Sensorleuchten) vertragen. Der vorhandene 90 Grad Erfassungswinkel ist für eine Wandsteckdose in der Mitte eines längeren Flurs zu klein.
Positiv:
- Helles Licht, (reicht auch im längeren Flur zu Orientierung)
Für Elektroniker:
Verwundert bin ich über den hohen Blindleistungsanteil des Gerätes. Um auf die angegebene 2 Watt Wirkleistung zu kommen bedarf es eines Winkels von phi = 83 Grad. Was hat man denn da für Elektronik im Gerät verbaut, um auf solch eine Phasenverschiebung zu kommen? Solch eine Phasenverschiebung schafft noch nicht einmal ein Gigaset-Netzteil. (Das zieht gerade einmal 2 mA gemessenen Strom bei 0,4 W Leistungsaufnahme gemäß Handbuch.)
Die Strommessung wurde im Übrigen mit einem Hartmann & Bauer (ELIMA) Multavitron 1 Vielbereichsmessgerät (Analog-Multimeter) durchgeführt.
Folgende Vergleichsmessungen wurden zur Gerätekontrolle mit erfaßt:
25 Watt Philips Glühlampe = 110 mA, 8 Watt Osram Energiesparlampe = 34 mA, Osram Lunetta Nachtlicht = 40 mA (entspricht genau der 0,04 A Datenblattangabe) => Ergo: Das verwendete Messgerät arbeitete, trotz seines hohen Alters, einwandfrei.
Der Fachmann wird nun sagen, dass der Vollständigkeit halber noch eine Wirkstrom- bzw. Effektivwert-Messung fehlt. Dem stimme ich zu, mir fehlt jedoch leider dafür das passende Gerät. (Spenden werden gerne entgegengenommen *g*)
Was ich nun mit dem Nachtlicht machen werde, steht aktuell noch nicht fest.