"Brennendes Wasser" ist der zweite Roman der sog. "Numa Files", die in Zusammenarbeit von Clive Cussler und Paul Kemprecos entstanden sind. Schon im ersten Band (org.: "Serpent") konnte man sich nicht des Eindruckes erwehren, daß es sich um ein Dirk Pitt-Abenteuer zweiter Klasse handelt - obwohl dieser erste Band durchaus gut ist. Aber die Parallelen sind einfach zu auffällig: ein toughes Duo (Austin/Zavala statt Pitt/Giordino) von Numa stolpert über eine abenteurliche Verschwörung und rettet die Welt. Die Charaktere sind im Kern die gleichen, lediglich Äußerlichkeiten wie Statur, Haarfarbe etc. sind anders. Soweit zum Thema "Abklatsch". "Serpent" war gut genug, um darüber hinwegsehen zu können. "Brennendes Wasser" dagegen fällt stark ab. Der größte Fehler dieses Romans ist, daß er über weite Strecken, vor Allem zu Beginn, nahezu langweilt. Erst nach gut einem Drittel des Buches beginnt die Story, Leser zu fesseln. Cusslers anderen Romane fesseln seine Leser von der ersten Seite an. "Brennendes Wasser" verliert sich dagegen in zu vielen zu wenig spannenden Erzählsträngen. Erst nach etlichen Kapiteln deutet "Brennendes Wasser" die Qualität an, die man von Clive Cussler gewohnt ist.
Die Story: ein Syndikat versucht, die weltweiten Wasserreserven unter seine Kontrolle zu bekommen. Eine Wissenschaftlerin hat dagegen einen Entsalzungsprozeß entwickelt, der die Welt unbegrenzt mit dem kostbaren Rohstoff versorgen könnte (über diesen Prozeß nur so viel: es tut weh, einen solchen Blödsinn zu lesen. Nichts gegen Phantasie und wenig glaubwürdige Plots - diese sind bei Cussler an der Tagesordnung. Aber das hier...). Hier kommen nun Pitt und.. hoppla, nein: Austin und Zavala ins Spiel. Jede Menge guter Action, die üblichen unglaubwürdigen (positiv gemeint!) und unterhaltsamen Mysterien treten zu Tage. So weit so gut. Die beiden angeführten Stränge sind leider disjunkt: der Zusammenhang zwischen Syndikat und Entsalzungsmethode ist natürlich klar, Syndikat und Wissenschaftlerin finden auch zueinander, aber es wirkt bis zum Ende ZU konstruiert; die beiden Ansätze finden erzählerisch nicht wirklich zueinander.
Dieses Buch ist nicht wirklich schlecht, aber es ist ganz einfach auch nicht gut. 2,5 Sterne wären angemessen, vielleicht sogar drei. Für Cussler-Fans ist es eher eine Enttäuschung. Sein neuestes Werk "Valhalla Rising" dagegen fängt schon weitaus vielversprechender an, es liest sich gut. Und genau darin besteht der Unterschied von "Brennendes Wasser" zu anderen Cussler-Romanen...