Der dritte Roman von Kate Long beschreibt die Entwicklung zweier Familien nach einer Reality-TV-Show. Ally und Tom leben mit ihrem Sohn Ben in Chester. Direkt nebenan wohnt Allys beste Freundin Juno mit ihrem Mann Manny und zwei Töchtern. Eines Tages bewirbt sie sich für die Sendung Queen Mum. Sie rechnet sich hohe Chancen für einen Sieg aus, da sie überaus ordnungsliebend, umweltbewusst und perfekt organisiert ist. Nichts überlässt sie dem Zufall. So kommt es, dass sie für zwei Wochen die Familie mit Kim tauscht und in dieser Zeit ein Fernsehteam das ganze Umfeld filmt. Kim ist das exakte Gegenteil von Juno, was der Geschichte nicht nur eine gewisse Spannung verschafft, sondern auch lustige Situationen erhoffen lässt. Auch Ally als Nachbarin kann sich dem Trubel nicht entziehen. Aber schon nach einem Drittel des Buches schwenkt die Geschichte ins Nachdenkliche um.
Durch die neue Sicht auf die eigenen Verhaltensweisen denken die drei Frauen über ihr bisheriges Leben und die eingefahrenen Muster nach. Es geht nun mehr um Generationskonflikte, zugeteilte Rollen in der Familie und noch nicht verarbeitete Erlebnisse der Vergangenheit. Diese durchaus anspruchsvollen Gedankengänge werden aber immer wieder spontan durch Fernsehinterviews unterbrochen. Der Leser bekommt so zwar die ganze Gefühlswelt der Protagonisten vorgestellt, wird aber dadurch auch weiter von der eigentlichen Szene der TV-Serie weggeleitet. Kate Long versucht, den roten Faden durch die Erzählung aus Allys Standpunkt zu behalten. Meiner Meinung nach werden zu viele Entwicklungen angesprochen, die im weiteren Verlauf nur oberflächlich bleiben. Interessant ist das Buch auf jeden Fall durch die unterschiedlichen Charaktere. Müsste ich das Buch anhand des Klappentextes bewerten, würde ich nur einen Stern geben. Die versprochene lustige Komödie endet nämlich schon nach 100 Seiten. Die dann folgende einfühlsame Geschichte bekommt immerhin drei Sterne, da die Autorin einen oftmals vergessenen Aspekt der Reality-Dokumentationen aufgreift.