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Brennendes Geheimnis [Taschenbuch]

Stefan Zweig
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 76 Seiten
  • Verlag: Echo Lib (28. Februar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1406871249
  • ISBN-13: 978-1406871241
  • Größe und/oder Gewicht: 20,3 x 12,7 x 0,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 3.136.413 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

1881-1942

1881 28. November: Stefan Zweig wird in Wien geboren. Er ist der zweite Sohn des Textilfabrikanten Moritz Zweig und seiner Frau Ida.

1887 Stefan Zweigs Schulzeit beginnt an der Volksschule in der Werdertorgasse.

1892-1900 Er besucht das Maximilian-Gymnasium (heute Wasagymnasium). Der Schüler beginnt, Gedichte zu schreiben - einige werden sogar in Zeitschriften veröffentlicht.

1900 Nach der Matura (Abitur) reist Stefan Zweig nach Frankreich. Er nimmt ein Studium der Philosophie und Literaturgeschichte an der Universität Wien auf.

1901 Das erste Buch erscheint: der Gedichtband Silberne Saiten.

1902 In diesem Jahr erscheint die Erzählung Die Wanderung. Zweig ist Herausgeber eines Bandes mit Gedichten von Paul Verlaine und einer Sammlung mit Baudelaire-Gedichten, die Zweig zum Teil auch übersetzt hat.

1902 Zweig wechselt für das Sommersemester an die Universität Berlin. Im August unternimmt er seine erste Reise nach Paris.

1903 Im August reist er nach Paris und in die Bretagne.

1904 Zweig promoviert mit einer Arbeit über Hippolyte Taine. Der Novellenband Die Liebe der Erika Ewald erscheint, außerdem gibt Zweig Gedichte von Émile Verhaeren in eigener Übertragung heraus. Zweig reist nach Paris und London.

1905 Reise nach Spanien und Algier. Zweigs Monographie Paul Verlaine erscheint.

1906 Der Lyrikband Die frühen Kränze erscheint. Zweig hält sich vier Monate lang in England auf.

1907 Das Versdrama Tersites erscheint. Zweig übersiedelt in die erste eigene Wohnung in Wien.

1908 Balzac: sein Weltbild aus den Werken, bearbeitet und eingeleitet von Zweig, erscheint. 26. November: Tersites wird gleichzeitig in Kassel und Dresden uraufgeführt.

1908 Zweig bricht im November zu einer Reise auf, die in nach Indien, Ceylon und Burma führt.

1910 Émile Verhaeren (Monographie) und Übertragungen von Werken des belgischen Dichters erscheinen. Einleitung zu einer Dickens-Gesamtausgabe.

1911 Stefan Zweig reist nach Nord- und Mittelamerika. Der Band Erstes Erlebnis, Vier Novellen aus Kinderland erscheint.

1912 5. Mai: Der Einakter Der verwandelte Komödiant wird uraufgeführt. 26. Oktober: Das Haus am Meer wird im Burgtheater in Wien uraufgeführt.

1913 Zweig veröffentlicht Der verwandelte Komödiant und Brennendes Geheimnis.

1914 Am 1. August 1914 beginnt der Erste Weltkrieg. Ab Dezember arbeitet Stefan Zweig »freiwillig auf Kriegsdauer« im Kriegsarchiv.

1916 Zweig zieht mit Friderike (Friderike Maria von Winternitz, 1882-1971) für vier Monate nach Kalksburg.

1917-18 Das Drama Jeremias erscheint. Zweig, ab November 1917 zunächst für 2 Monate vom Militardienst beurlaubt, hält Vorträge in der Schweiz. Begegnungen mit Romain Rolland, den er auch übersetzt. Zweig lernt unter anderen Hermann Hesse, James Joyce und Ferruccio Busoni kennen. 27. Februar 1918: Jeremias wird am Stadttheater Zürich uraufgeführt. Als Korrespondent der Wiener Neuen Freien Presse in der Schweiz zieht Zweig im März nach Rüschlikon bei Zürich. Zweig kauft im November ein Haus am Salzburger Kapuzinerberg. 25. November: Uraufführung von Legende eines Lebens in Hamburg.

1919 März: Zweig bezieht das Salzburger Haus. Zweigs Essayband Fahrten und die Übersetzung von Romain Rollands Drama Die Zeit wird kommen erscheinen.

1920 Januar: Stefan Zweig und Friderike von Winternitz heiraten in Wien. In diesem Jahr erscheinen die Biographie Marceline Desbordes-Valmore, die Erzählung Der Zwang, der Essayband Drei Meister (Balzac, Dickens, Dostojewski) und die Biographie Romain Rolland, der Mann und das Werk.

1922 Amok, Novellen einer Leidenschaft erscheint, außerdem die Legende Die Augen des ewigen Bruders. Zweig ist in diesen Jahren ein äußerst produktiver Übersetzer und Herausgeber (u.a. Rolland, Chateaubriand, Renan).

1925 Der Kampf mit dem Dämon (Hölderlin, Kleist, Nietzsche) erscheint. Zweig arbeitet an einer freien Bearbeitung von Ben Jonsons Volpone.

1926 Volpone erscheint (und wird am 6. November am Burgtheater in Wien uraufgeführt). Der Novellenband Verwirrung der Gefühle wird ein großer Verkaufserfolg.

1927 20. Februar: Stefan Zweig hält im Staatstheater München die Gedächtnisrede auf den am 29. Dezember des Vorjahres gestorbenen Rainer Maria Rilke. Sternstunden der Menschheit, fünf historische Miniaturen erscheinen. In Leningrad erscheint eine russische Gesamtausgabe der Werke Stefan Zweigs (mit einem Vorwort von Maxim Gorki).

1928 Drei Dichter ihres Lebens (Casanova, Stendhal, Tolstoi) erscheint. Quiproquo (Komödie, späterer Titel: Gelegenheit macht Liebe) - gemeinsam mit Alexander Lernet-Holenia verfaßt. Stefan Zweig reist nach Rußland.

1929 In diesem Jahr erscheinen Joseph Fouché. Bildnis eines politischen Menschen, die Tragikomödie Das Lamm des Armen und der Novellenband Kleine Chronik. Zweig hält am 13. Oktober im Burgtheater in Wien die Trauerrede auf den am 15. Juli gestorbenen Hugo von Hofmannsthal.

1930 Zweig trifft auf einer Italienreise Maxim Gorki. Das Lamm des Armen wird am 15. März gleichzeitig in Breslau, Hannover, Lübeck und Prag uraufgeführt.

1931 Begegnung mit Joseph Roth in Cap d'Antibes. Der Essayband Die Heilung durch den Geist (Mesmer, Mary Baker-Eddy, Freud) erscheint, außerdem die Ausgewählten Gedichte und Marie Antoinette. Bildnis eines mittleren Charakters. Sein Besuch bei Albert Schweitzer schlägt sich im Text Unvergeßliches Erlebnis, ein Tag bei Albert Schweitzer nieder.

1933 10. Mai: Von den Bücherverbrennungen sind auch die Werke Stefan Zweigs betroffen.

1934 Zweig siedelt im Februar unter dem Eindruck der bürgerkriegsähnlichen Zustände in Wien nach London über. Seine Frau Friderike bleibt in Österreich. Zweig trennt sich von Insel-Verlag. Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam erscheint, zunächst in limitierter Auflage - endgültige Ausgabe 1935.

1935 Januar: Zweig reist in die USA, um seinen amerikanischen Verleger Ben Huebsch zu besuchen. Die Oper Die Schweigsame Frau von Richard Strauss, zu der Zweig das Libretto verfaßt hat, wird in Dresden am 24. Juni uraufgeführt und nach insgesamt vier Aufführungen verboten. Maria Stuart erscheint.

1936 Es erscheinen: Castellio gegen Calvin - ein Gewissen gegen die Gewalt und die Erzählungssammlung Kaleidoskop. Zweig reist nach Brasilien und Argentinien.

1937 Die Sammlung Begegnungen mit Menschen, Büchern, Städten erscheint, außerdem die Legende Der begrabene Leuchter und die »Sternstunde« Georg Friedrich Händels Auferstehung.

1938 Stefan Zweig reist mit Lotte Altmann (seit 1934 seine Sekretärin) nach Portugal. Magellan erscheint. 24. Dezember: Scheidung von Friderike. Zweig reist in die USA, um Vorträge zu halten.

1939 Zweig kehrt nach London zurück. Der Roman Ungeduld des Herzens wird ein Bestseller. Zweig zieht nach Bath - Lotte Altmann und Stefan Zweig heiraten am 6. September.

1940 12. März: Stefan Zweig wird britischer Bürger. Vortragsreisen nach Frankreich, in die USA und nach Südamerika.

1941 Amerigo - Geschichte eines historischen Irrtums (posthum 1944 bei Bermann-Fischer, Stockholm erschienen) entsteht während eines USA-Aufenthalts, außerdem Brasilien - Ein Land der Zukunft. Im August fährt Zweig nach Rio de Janeiro, dann nach Petrópolis. Die Schachnovelle und die Autobiographie Die Welt von Gestern entstehen.

1942 Der Kriegsverlauf - scheinbar zugunsten Deutschlands - ist wichtiger Grund für Zweigs erneut intensivierte Depression. 22. Februar: Stefan Zweig und seine Frau Lotte nehmen sich das Leben.

Der Roman Clarissa, der Essay Montaigne bleiben ebenso Fragment wie die große Biographie Balzac. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Sondereinband .


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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von A. Wolf
Format:Sondereinband
Stefan Zweigs "Brennendes Geheimnis" ist eine kleine und sehr feine Erzählung über das Erwachsenwerden. Zweig zeigt hierin die menschlichen Leidenschaften: Den sexuellen Jagdtrieb eines jungen Barons, dem jedes Mittel recht ist, um an sein Ziel zu gelangen. Sein Objekt der Begierde ist die verheiratete Mutter eines Kindes. Sie steht am psychologischen Scheideweg, sich entweder noch einmal als Frau zu fühlen, kurzum, ein Abenteuer zu erleben, oder sich auf ewig in die Mutterrolle unter der Herrschaft eines abwesenden patriarchalischen Ehegatten einzufügen. Zwischen dem Werben des Barons und den entfachten Leidenschaften seiner anvisierten Beute steht der Quasi-Protagonist der Erzählung, der zwölfjährige Edgar, der all dies Werben und Beworben-Werden, dieses Begehren und Begehrt-Werden hautnah miterlebt, ohne es zu begreifen.

Der Baron macht sich Edgar zum Verbündeten, um über ihn Zugang zur Gefühlswelt seiner Mutter zu erhalten. Edgar jedoch beansprucht in seinem knabenhaften Gemüt eine schlichte Form der Aufmerksamkeit, die ihm die Erwachsenen, mehr und mehr verstrickt in ein Versteckspiel der Leidenschaften, nicht mehr geben. Er muss erkennen, dass seine Mutter und der Baron ein Geheimnis haben, hinter das Edgar zu kommen dürstet.

Zweig beschreibt in dieser Erzählung die menschlichen Schattenseiten. Zunächst ist das ein unschuldiger Junge, und zwar in jeder Hinsicht. Edgar vertraut auf das, was man ihm sagt; er glaubt den Erwachsenen. Doch sozial erfolgreich zu sein, heißt eben zu belügen, zu betrügen und sich Dingen fernab der Wahrhaftigkeit hinzugeben.

Das Beschreiben all dieser Leidenschaften, dieser Geheimnisse und die der Triebwelt geschuldete Korruption der Seele gelingt Zweig meisterhaft. Diese Darstellungen wirken psychologisch sehr überzeugend und diskutieren Aspekte des Menschseins. Die Einsicht in die Seelenwelt des 12-jährigen Edgar wirkt hingegen nicht immer gänzlich überzeugend: Hier sind es häufig einfach die Seelenzustände eines Erwachsenen, die zur Sprache gekommen. Dennoch ist Zweig mit seinem "Brennenden Geheimnis" neuerlich ein Musterbeispiel für große Novellenkunst gelungen.
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28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Sondereinband
Die 1911 erstmals erschienende, fuenfzehn Kapitel umfassende Novelle "Brennendes Geheimnis" handelt von dem 12jaehrigen Edgar, der, um sich von einer Krankheit zu erholen, sich mit seiner Mutter in einem Hotel einquartiert hat. Ein junger Baron, ein Frauenjaeger, der schliesslich eintrifft, moechte die Mutter kennenlernen und benutzt, um dies zu ermoeglichen, ihren Sohn Edgar als unwissenden "Vermittler". Den einsamen Jungen ueberrascht das ploetzliche Interesse dieses freundlichen Mannes an ihm; er ist stolz auf seinen neuen "Freund" und moechte nicht mehr von ihm lassen, bis er merkt, dass dieser eigentlich nur hinter seiner Mutter her ist. Enttaeuscht und wuetend versucht er, den Grund dafuer herauszufinden, das "brennende Geheimnis" zu lueften. Stefan Zweigs Novelle gehoert mit zu seinen besten und bekanntesten; hervorragend gelingt ihm hier die plastische Charakterisierung seiner Figuren, wobei der Junge, der zu den Erwachsenen gehoeren moechte und erst durch Enttaeuschung und die Aufdeckung der elterlichen Luegen reifer wird, besonders anschaulich gelingt; wohl jeder wird sich in den naiv - schwaermerischen Traeumereien des Kindes wiederekennen koennen, die sich erst zu Enttaeuschung, dann zu Wut und schliesslich zu Angst wandeln. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Was macht uns erwachsen? 26. September 2005
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Sondereinband|Von Amazon bestätigter Kauf
Kindsein scheint Hoffnung und naives Zu- und Vertrauen als Basis zu haben. Kindsein braucht auch Sicherheit, um später erfahrene Unsicherheit wieder in Sicherheit umwandeln zu können. Zweig schafft es, den 12jährigen Edgar in die Rolle zu bringen als denjenigen, der die Schwelle zum Erwachsen werden so dringend und hoffend sucht, weil er kränkelnd sich nicht den Gleichaltrigen zuwenden kann. Aus diesem Grund vermisst er etwas - ist es Zuneigung, ist es Austausch, ist es Anerkennung? Jedenfalls bringt ihn die unerwartete Konversation mit einem Baron, der ihn aus seiner Sicht ernst nimmt, ihn auf der Schwelle abholt und ihn für einen langen Augenblick in die Welt der Erwachsenen entführt. Nur seine strenge Mutter erinnert ihn an das eigentliche Alter. In dieser Begegnung merkt er, das Erwachsen werden geprägt ist von Lug und Trug. Die Nettigkeit ihm gegenüber diente nur einem Zweck, nämlich ihn in eine Euphorie zu bringen, die es der Mutter so mitzuteilen gilt, dass selbst diese indirekt das Interesse des Barons an sich bemerken musste. Und auf diesem Wege des Kennen Lernens zwischen Erwachsenen wurde Edgar wieder auf seinen Platz verwiesen - das Kindsein. Den Missbrauch spürte er als zu deutlich, konnte sich aber eben nicht das dringende Bedürfnis des Alleinseins zwischen seiner Mutter und dem Baron vorstellen und vermutete zu Recht ein „brennendes Geheimnis", das es aufzuspüren galt.
Zweig schweigt in den Details, der geneigte Leser ist aufgefordert, sich selbst die Tat vorzustellen als final oder nur auf dem Wege dorthin. 1913 veröffentlicht, ist diese Erzählung ein Indiz für die gesellschaftlich unterdrückten Bedürfnisse, für die fehlende Emanzipation zwischen Mann und Frau und der immerwährenden Präsenz eines kontrollierenden Ehemannes.
Edgar, so kann man sagen, wurde über die Schwelle bewegt zum Erwachsensein, weil er den Trug der Erwachsenen kennen lernen durfte und diesen vermeintlich realen Misstritt seiner Mutter mit ihr als Geheimnis gegenüber dem Vater zu bewahren hatten.
Diese Erzählung scheint der Ursprung einer ihr folgenden Novelle zu sein, die Zweig im Jahr dieser Veröffentlichung schrieb, „ANGST". Auch hier tritt die Verbindung einer Frau aus scheinbar intakter Familie zu einem unbekannten Dritten in den Vordergrund. Man spürt förmlich den Zeitgeist in beiden Stücken, den Zeitgeist einer psychologisch aufstrebenden Stadt Wien mit den Herren Freud, Adler und Jung.
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