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Brennendes Geheimnis. Novelle
 
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Brennendes Geheimnis. Novelle [Hörkassette]

Stefan Zweig , Gert Westphal
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Hörkassette, 1991 --  

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Produktinformation

  • Hörkassette
  • Verlag: Litraton (1991)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3894690313
  • ISBN-13: 978-3894690311
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 4.452.670 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Autorenporträt

Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren, lebte von 1919 bis 1935 in Salzburg, emigrierte dann nach England und 1940 nach Brasilien. Sein episches Werk machte ihn ebenso berühmt wie seine historischen Miniaturen und die biographischen Arbeiten. Im Februar 1942 schied er in Petropolis, Brasilien freiwillig aus dem Leben.Gert Westphal (geb. 1920 in Dresden): 1948 - 53 Oberspielleiter bei Radio Bremen, 1953 - 59 Hörspielleiter u. Fernseh-Chefregisseur beim Südwestfunk, 1959- 80 Mitglied des Züricher Schauspielhauses, als Rezitator von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert REASON: review already exists

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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von A. Wolf
Format:Sondereinband
Stefan Zweigs "Brennendes Geheimnis" ist eine kleine und sehr feine Erzählung über das Erwachsenwerden. Zweig zeigt hierin die menschlichen Leidenschaften: Den sexuellen Jagdtrieb eines jungen Barons, dem jedes Mittel recht ist, um an sein Ziel zu gelangen. Sein Objekt der Begierde ist die verheiratete Mutter eines Kindes. Sie steht am psychologischen Scheideweg, sich entweder noch einmal als Frau zu fühlen, kurzum, ein Abenteuer zu erleben, oder sich auf ewig in die Mutterrolle unter der Herrschaft eines abwesenden patriarchalischen Ehegatten einzufügen. Zwischen dem Werben des Barons und den entfachten Leidenschaften seiner anvisierten Beute steht der Quasi-Protagonist der Erzählung, der zwölfjährige Edgar, der all dies Werben und Beworben-Werden, dieses Begehren und Begehrt-Werden hautnah miterlebt, ohne es zu begreifen.

Der Baron macht sich Edgar zum Verbündeten, um über ihn Zugang zur Gefühlswelt seiner Mutter zu erhalten. Edgar jedoch beansprucht in seinem knabenhaften Gemüt eine schlichte Form der Aufmerksamkeit, die ihm die Erwachsenen, mehr und mehr verstrickt in ein Versteckspiel der Leidenschaften, nicht mehr geben. Er muss erkennen, dass seine Mutter und der Baron ein Geheimnis haben, hinter das Edgar zu kommen dürstet.

Zweig beschreibt in dieser Erzählung die menschlichen Schattenseiten. Zunächst ist das ein unschuldiger Junge, und zwar in jeder Hinsicht. Edgar vertraut auf das, was man ihm sagt; er glaubt den Erwachsenen. Doch sozial erfolgreich zu sein, heißt eben zu belügen, zu betrügen und sich Dingen fernab der Wahrhaftigkeit hinzugeben.

Das Beschreiben all dieser Leidenschaften, dieser Geheimnisse und die der Triebwelt geschuldete Korruption der Seele gelingt Zweig meisterhaft. Diese Darstellungen wirken psychologisch sehr überzeugend und diskutieren Aspekte des Menschseins. Die Einsicht in die Seelenwelt des 12-jährigen Edgar wirkt hingegen nicht immer gänzlich überzeugend: Hier sind es häufig einfach die Seelenzustände eines Erwachsenen, die zur Sprache gekommen. Dennoch ist Zweig mit seinem "Brennenden Geheimnis" neuerlich ein Musterbeispiel für große Novellenkunst gelungen.
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28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Sondereinband
Die 1911 erstmals erschienende, fuenfzehn Kapitel umfassende Novelle "Brennendes Geheimnis" handelt von dem 12jaehrigen Edgar, der, um sich von einer Krankheit zu erholen, sich mit seiner Mutter in einem Hotel einquartiert hat. Ein junger Baron, ein Frauenjaeger, der schliesslich eintrifft, moechte die Mutter kennenlernen und benutzt, um dies zu ermoeglichen, ihren Sohn Edgar als unwissenden "Vermittler". Den einsamen Jungen ueberrascht das ploetzliche Interesse dieses freundlichen Mannes an ihm; er ist stolz auf seinen neuen "Freund" und moechte nicht mehr von ihm lassen, bis er merkt, dass dieser eigentlich nur hinter seiner Mutter her ist. Enttaeuscht und wuetend versucht er, den Grund dafuer herauszufinden, das "brennende Geheimnis" zu lueften. Stefan Zweigs Novelle gehoert mit zu seinen besten und bekanntesten; hervorragend gelingt ihm hier die plastische Charakterisierung seiner Figuren, wobei der Junge, der zu den Erwachsenen gehoeren moechte und erst durch Enttaeuschung und die Aufdeckung der elterlichen Luegen reifer wird, besonders anschaulich gelingt; wohl jeder wird sich in den naiv - schwaermerischen Traeumereien des Kindes wiederekennen koennen, die sich erst zu Enttaeuschung, dann zu Wut und schliesslich zu Angst wandeln. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Was macht uns erwachsen? 26. September 2005
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Sondereinband|Von Amazon bestätigter Kauf
Kindsein scheint Hoffnung und naives Zu- und Vertrauen als Basis zu haben. Kindsein braucht auch Sicherheit, um später erfahrene Unsicherheit wieder in Sicherheit umwandeln zu können. Zweig schafft es, den 12jährigen Edgar in die Rolle zu bringen als denjenigen, der die Schwelle zum Erwachsen werden so dringend und hoffend sucht, weil er kränkelnd sich nicht den Gleichaltrigen zuwenden kann. Aus diesem Grund vermisst er etwas - ist es Zuneigung, ist es Austausch, ist es Anerkennung? Jedenfalls bringt ihn die unerwartete Konversation mit einem Baron, der ihn aus seiner Sicht ernst nimmt, ihn auf der Schwelle abholt und ihn für einen langen Augenblick in die Welt der Erwachsenen entführt. Nur seine strenge Mutter erinnert ihn an das eigentliche Alter. In dieser Begegnung merkt er, das Erwachsen werden geprägt ist von Lug und Trug. Die Nettigkeit ihm gegenüber diente nur einem Zweck, nämlich ihn in eine Euphorie zu bringen, die es der Mutter so mitzuteilen gilt, dass selbst diese indirekt das Interesse des Barons an sich bemerken musste. Und auf diesem Wege des Kennen Lernens zwischen Erwachsenen wurde Edgar wieder auf seinen Platz verwiesen - das Kindsein. Den Missbrauch spürte er als zu deutlich, konnte sich aber eben nicht das dringende Bedürfnis des Alleinseins zwischen seiner Mutter und dem Baron vorstellen und vermutete zu Recht ein „brennendes Geheimnis", das es aufzuspüren galt.
Zweig schweigt in den Details, der geneigte Leser ist aufgefordert, sich selbst die Tat vorzustellen als final oder nur auf dem Wege dorthin. 1913 veröffentlicht, ist diese Erzählung ein Indiz für die gesellschaftlich unterdrückten Bedürfnisse, für die fehlende Emanzipation zwischen Mann und Frau und der immerwährenden Präsenz eines kontrollierenden Ehemannes.
Edgar, so kann man sagen, wurde über die Schwelle bewegt zum Erwachsensein, weil er den Trug der Erwachsenen kennen lernen durfte und diesen vermeintlich realen Misstritt seiner Mutter mit ihr als Geheimnis gegenüber dem Vater zu bewahren hatten.
Diese Erzählung scheint der Ursprung einer ihr folgenden Novelle zu sein, die Zweig im Jahr dieser Veröffentlichung schrieb, „ANGST". Auch hier tritt die Verbindung einer Frau aus scheinbar intakter Familie zu einem unbekannten Dritten in den Vordergrund. Man spürt förmlich den Zeitgeist in beiden Stücken, den Zeitgeist einer psychologisch aufstrebenden Stadt Wien mit den Herren Freud, Adler und Jung.
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