oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 0,25 eintauschen?
Brennender Zaster
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Brennender Zaster [Gebundene Ausgabe]

Ricardo Piglia , Leopold Federmair
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 17,50 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 2 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Dienstag, 5. Juni: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.

Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe EUR 17,50  
Taschenbuch EUR 9,90  
Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt Brennender Zaster gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 0,25 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.

Jetzt für Amazon Student anmelden und um 20% erhöhten Eintauschwert sichern.

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 189 Seiten
  • Verlag: Wagenbach (1. März 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3803131553
  • ISBN-13: 978-3803131553
  • Größe und/oder Gewicht: 22,4 x 12,6 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 797.346 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Ricardo Piglia
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Ricardo Piglia auf Amazon

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Lesezeichen

Eine argentinische Tragödie

Eduardo Piglias furioser Roman «Brennender Zaster»

Im Jahr 1966 hört der Schriftsteller Eduardo Piglia von einer Mitreisenden in der Eisenbahn eine Geschichte, die ihm wie die argentinische Version einer griechischen Tragödie vorkommt. Drei Jahrzehnte später wird ein Buch daraus, ein Roman, in dem ein paar drogensüchtige Kriminelle zu modernen Helden werden, die bis zum letzten Atemzug eine sinnlose und unvernünftige Wahl verteidigen. Es ist gewiss nicht falsch, hier an Filme wie «A bout de souffle» zu denken, an das ganze existenzialistische Gangstertum des film noir, das ohne moralisches Gegengewicht auskommen muss: Piglia ist – unter anderem – Drehbuchautor.

Aber Eduardo Piglias Helden sind authentisch – so authentisch jedenfalls, wie die Hauptfiguren eines Romans sein können; und die Geschichte ihres Untergangs ist eine, wie man so zu sagen pflegt, wahre Geschichte. Das heisst, man kann die meisten Fakten in Akten und Archiven nachschlagen. Im September 1965 wurde in Buenos Aires auf offener Strasse ein Geldtransport überfallen; es gab zahlreiche Tote, darunter unbeteiligte Passanten, auch ein sechsjähriges Kind. Auftraggeber war – es handelte sich bei der Beute um kommunale Lohngelder – mindestens ein Lokalpolitiker; darin verwickelt waren mit hoher Wahrscheinlichkeit auch korrupte Polizeibeamte und eine Schlüsselfigur aus dem peronistischen Untergrund. Den Gangstern gelang die abenteuerliche Flucht quer durch Buenos Aires; aber als sie beschlossen, die Beute nicht mit ihren Auftraggebern und Mittelsleuten zu teilen, hatten sie keine Chance mehr – so stellt es jedenfalls Piglia dar. Zwei Monate später wurden sie im Nachbarstaat Uruguay gestellt.

Laut Piglia ist sogar ein Teil der im Buch wiedergegebenen Gespräche authentisch: Sie seien in den letzten Lebensstunden der drei Gangster von einem Polizeifunker abgehört und aufgezeichnet wurden. Es sind diese Stunden, die der Autor als argentinische Tragödie wahrnahm und die er in seinem Buch detailliert schildert: eine Gruppe von Desperados, die sich in einer Wohnung in Montevideo verschanzt hat und, ausgerüstet mit automatischen Waffen, Kisten voller Munition und Unmengen von Drogen, einer Polizeimacht von mindestens dreihundert Leuten Widerstand leistet, wohl wissend, dass es kein Entkommen geben wird. Sie schiessen aus dem Fenster und durch die Tür, bringen noch mehrere Menschen um, schnupfen zwischen zwei Salven Kokain und reden, wahnsinnig vor Schlaflosigkeit und Todeserwartung, von ihrer Kindheit, ihrem Sexleben, vom Knast, von Hinrichtungen. Ab und zu schreien sie etwas hinunter zu der wartenden Menge, den schwer bewaffneten Polizisten, den Journalisten und Schaulustigen.

Piglia nennt immer wieder Namen und Uhrzeiten, protokolliert die verwendete Munition, die Lage der Räume, der Leichen. Die dokumentarische Verfahrensweise, die Exaktheit, mit der möglichst jeder Weg und jede Zufälligkeit nachgezeichnet wird, erinnert an Truman Capotes Klassiker der Non-Fiction-Kriminalliteratur, «In Cold Blood». Aber die Ausgestaltung der Szenen ist üppiger, man wird beim Lesen hineingezogen in die blindwütige, wahnsinnige Innenwelt, die mit der Realität ein paar Anhaltspunkte gemeinsam hat.

Einer der Verbrecher erweist sich als Psychopath, als einer, der seit seiner Kindheit diverse Besserungsanstalten und psychiatrische Kliniken hinter sich hat, mehrmals vergewaltigt wurde, drogensüchtig ist und schizophren, aggressiv und sprachgestört. Als vielfacher Massenmörder und jahrelanger Geliebter seines Komplizen Brignone, genannt «El Nene» (der Junge). Dieser Dorda, den sie den «blonden Gaucho» nennen, ist der Einzige, der das Massaker überlebt, schwer verletzt und auch nicht lange (er wird im Gefängnis getötet – wie behauptet wird, im Auftrag eines Polizisten). Seine kriminelle und klinische Laufbahn ist ausführlich dokumentiert, und wahrscheinlich deshalb ist über ihn auch das meiste in diesem Buch zu finden. «Bosheit», lässt ihn der Autor in einem unter Kokain und Speed dahinfliessenden Redestrom sagen, «ist nichts, was man absichtlich macht, sondern ein Licht, das kommt und dich mitnimmt.»

Es ist ein seltsames Kunststück, das Piglia hier zustande bringt. Seine bösen, gefährlichen und vollkommen amoralischen Helden bringt er seinen Lesern – auf Augenhöhe, auf Hörweite – so nah, dass man beinahe in die wie beiläufig gestellte Falle tappt: die Identifikation mit den Monstren. Denn monströs sind die drei, die am Schluss in einem grössenwahnsinnigen Showdown nur noch ihren eigenen Tod verteidigen können: der psychopathische Massenmörder und sein Freund, der Sohn aus gutem Hause, der auf die schiefe Bahn und als halbes Kind in den unmenschlichen Irrsinn des argentinischen Strafvollzugs geriet; und der Gewohnheitsverbrecher, der eine Fünfzehnjährige in seine blutigen Geschäfte hineinzieht.

Eben diese ist es, die dem Autor ein Jahr später in der Eisenbahn die ganze Geschichte erzählen wird, die für sie eine unglückliche Liebesgeschichte ist. Auch diesen, so ganz anderen, privaten Aspekt eines authentischen Kriminalfalls hat sich der Autor Piglia zu eigen gemacht. Als El Nene, von Kugeln durchsiebt, in den Armen seines irren Geliebten stirbt, scheut er sich nicht, das Bild einer Pietà zu evozieren. Es gibt in «Brennender Zaster» durchaus Momente, wo die Grenze zum Rebellenkitsch, zur Verbrecherromantik überschritten wird. Die ausführliche und drastische Schilderung von Tatorten und Tathergängen erinnert manchmal an Sensationsjournalismus. Meist aber bleibt die Erzählung kühl, bemüht um Präzision. Dazu gehören die Einblicke in das Innenleben der Pistoleros, so spekulativ diese auch sein mögen. Und, was viel wichtiger ist, die Einblicke in die korrupte und politisch wie sozial zerrissene Gesellschaft, die der Peronismus hinterlassen hat.

Paranoide Polizisten und militante Nationalisten, die politische Kriminelle und kriminelle Politiker sind, sind ebenso Teil dieser Geschichte wie die Strukturen des Justizsystems und der allgegenwärtige Machismo. Piglia ist es gelungen, das Bild einer Gesellschaft genau im Augenblick eines Verbrechens aufzuzeichnen. Das Einzige, was die Klarheit des Bildes trübt, ist der unsichere Umgang des Übersetzers mit der Umgangssprache. Bald wird ein Spitzname übersetzt, bald nicht; bald sind die dem Rotwelsch entlehnten Worte im Deutschen ziemlich unpassend. Wer, um Himmels willen, redet denn heutzutage noch von «Zaster»?

Katharina Döbler

Kurzbeschreibung


Eine wüste Realität
Dies ist die wahre Geschichte der Verbrecherbande um Nene Brignone, Gaucho Dorda, Cuervo Mereles und Malito, die vor einiger Zeit die Menschen in Buenos Aires und Montevideo in Angst und Schrecken versetzt hat. Ricardo Piglia verwandelt sie in ein verstörendes, an Truman Capote erinnerndes Stück Literatur.
Das Geschehen ist kurz und blutig: Vier bedingungslos aufeinander eingeschworene Verbrecher mit engen Verbindungen zu Polizei und Politik rauben einen Geldtransport aus, rasen durch Buenos Aires, schießen auf alles, was sich bewegt, entkommen über den Rio de la Plata nach Montevideo, verschanzen sich dort in einer Wohnung und werden von der Polizei sechzehn Stunden lang belagert. Diese von Radio und Fernsehen übertragene Belagerung und ihr ungeheuerliches Ende vor den Augen einer fassungslosen Zuschauermenge sind der apokalyptische Höhepunkt dieses Romans, der unserer Zeit mit nihilistischem Pathos den Spiegel vorhält.

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden

 (Was ist das?)
Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
 
(1)

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bücherkeule TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Der sehr guten Rezension der Neuen Zürcher Zeitung, die sich auf dieser Buchseite findet, ist nur noch wenig beizufügen. 'Brennender Zaster' ist ein in fast atemlosen Tempo erzählter Roman über einen Geldraub aus dem Jahr 1965, der mit einem Blutbad beginnt und in einem Blutbad endet. Packend ist der Roman, weil er in raffinierter Montagetechnik erzählt ist: Fast wie in einem Film werden die Szenen der eigentlichen Handlung mit Innenperspektiven und Erinnerungen der Handelnden in rascher Folge übereinandergeblendet. In Rhythmus der sich beschleunigenden Jagd auf die Verbrecher taucht der Leser in deren Vorgeschichten ab, in denen das ganze Elend psychisch Labiler in einer unverständigen Umwelt aus der Gosse ans Tageslicht kommt. Diese Passagen sind verstörend und packend zugleich. Handlung und Erinnerung laufen schliesslich im grossen Showdown zusammen, als die in einer Wohnung von der Polizei belagerten Gangster eine letzte Orgie aus Drogen und Gewalt feiern, bei der auch der 'Zaster' verbrannt wird, bevor sie abgeschlachtet werden. Wie das übrige Material sind die Gespräche der Gangster auf originalen Unerlagen des Falls abgestützt. Die geschickte multiperspektivische Verschränkung von Handlungs- und Erinnerungsebenen macht den erzähtechnischen Wert des Romans aus.

Leider ist die Übertragung ins Deutsche nicht vollkommen befriedigend. Die Gangstersprache, die den Protagonisten in den Mund gelegt wird, wirkt im Deutschen veraltet. Bereits in den 60er Jahren dürfte in einschlägigen Kreisen eine andere Sprache verwendet worden sein. Für eine moderne Übersetzung ist die Sprachwahl auf alle Fälle unangemessen.

'Brennender Zaster' ist ein Roman für alle, die sich der Faszination des Film Noir nicht entziehen können. Er ist wegen seiner temporeichen Erzählweise ein wohltuender Ausgleich zu den Romanen aktueller Kriminalschriftsteller, die ihre Handlungen (und Gesellschaftsanalysen) über hunderte von Seiten erstrecken. Es geht auch kurz, knapp und dennoch treffsicher. Wie in 'Brennender Zaster'.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Mit diesem Buch zeigt sich mal wieder, dass die Realität spannender als so manche Fiktion ist. Von der ersten Seite bis zum bitteren Ende bleibt der Leser bei den brutalen Gangstern und erfühlt die unerbittliche, rasante Spirale der Gewalt und Drogen. Spannend und verstörend!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de