Dieser Band soll der geplant letzte in der Rei Shimura-Reihe sein. Und das ist auch gut so. Hätte die Autorin nicht schon längst einen toten Punkt erreicht, dann kann man getrost vom Vorliegenden reden. Eine, an den Haaren herbeigezogene bzw. gewürfelte Geschichte, die schon ins Lächerliche driftet? Nun, dies liegt wohl immer im Auge des Betrachters.
Okay, die geschichtl. Recherchen ethnischer (asiatischer) Ansiedler/ Bewohner mag zutreffen, wirkt aber nur platzfordernd. Wo früher unliebsame Markenartikel die Seiten 'zierten', wird jetzt mit Rasentrennung & Grundstücksfragen wett gemacht. Spannung bleibt in diesem Roman aus; auch hier geht es wesentlich mehr um das Zwischenmenschliche. Rei wird sich ihres Alters bewußt und kann im Nu, all ihre über die Jahre gepflegten Bedenken, über Bord werfen. Da beglückwünscht sie der werte Leser.
Die ohnehin moribunde Serie, bekam hier noch eins draufgesetzt.
Ja, dieser Abschlußband ist auch gleichzeitig der schlechteste.
Kaum hat sich Rei von privaten Turbulenzen erholt, trifft im Hause Shimura ein Brief unbekannter Verwandtschaft ein. Diese lädt den restlichen Clan zu einem Familienfest ein. Gemeinsam mit ihrer typ. jap. Chauvinistenmännerwirtschaft -bestehend aus Vater, Onkel & Cousin-, fliegt Rei nach Hawaii. Kaum dort angetroffen, offenbart sich schon der eigentliche Beweggrund dieser Familienzusammenführung. Und als müsse Rei sich nicht, mit den eigenmächtigen Herren um sich herum abplagen, kommt es auf der Insel immer wieder zu Buschbränden, die nach Brandstiftung schnuppern. Dann wird auch noch ein Familienmitglied ins Visier genommen. Reis Liebesleben kommt während dieser heißen Tage zuerst spärlich voran. Aber auch ein kurzes, wie auch unnötiges Wiedersehen mit Hugh, gibt Anlaß zur Versöhnung. Zusammen mit Michael, nimmt sich Rei der rätselhaften Ereignisse an.
Damit beläßt man es mit den Inhaltsangaben. Andernfalls würde der gesamte Buchverlauf offenbart werden.
Das gesamte Buch wirkt fade. Mal abgesehen von den nicht überzeugenden, lieblosen und teils unsympathischen Charakteren, hat man den Schauplatz (und Showdown) nach Hawaii verlegt. Die Story ist einfach langatmig. Schlechte Recherche kann man der Autorin nicht vorwerfen - wahrlich nicht. Trotzdem rettet es den Gesamteindruck nicht. Man hat einfach den Eindruck, Frau Massey wollte, schlicht und ergreifend, den Charakter Rei Shimura abstoßen. Mit diesem Band konnte sie jedenfalls (nicht) überzeugen.
Ein zutiefst enttäuschender zehnter Band; mit seinen 270 Seiten, mal wieder eher dünn angesiedelt.
Ingesamt ein enttäuschender und unnötiger Abschluß. Da bewahrheitet sich einmal mehr, man sollte beim Höhepunkt enden, anstatt der Agonie zu erliegen.