Empörend! Dieses Ende ist wirklich empörend!
Das haben Autorin und Verlag ja sehr geschickt ausgeklügelt, es mit einer solchen Eröffnung über Alexias Zustand enden zu lassen ' jetzt muss ich den dritten Band noch dringender haben! Obwohl das für mich alles eher unlogisch war '
Natürlich kam so etwas noch nie vor, aber wenn man bedankt, was aus Übernatürlichen wird, wenn sie Alexia berühren ' und sie können ja wohl nicht gleichzeitig tot, wie von Maccon behauptet, und bei einer Berührung sterblich, wie von Alexia als Stimme der Autorin behauptet, sein.
Aber dazu nichts mehr, denn das dürfte Thema des nächsten Teils werden.
'Brennende Finsternis' ist mit Sicherheit kein schlechter Mittelteil. Ein neues spannendes Abenteuer und sich selbst treu gebliebene Charaktere, die sich gleichzeitig jedoch weiterentwickeln.
Dass Alexia jetzt verheiratet ist, hat sie nicht zu dem Anhängsel eines machohaf'-männlichen 'Ich bin hier der Boss'-Kerles gemacht. Im Gegenteil, sie hat ihren Biss behalten, setzt sich Maccon und vielen anderen entgegen und bricht nicht selten mit Conall einen Streit vom Zaun. Doch sind diese Auseinandersetzungen kein ledigliches Aufeinanderprallen zweier sich beweisen wollender, hitziger Gemüter, die einfach ihren Willen durchsetzten wollen, sondern ein Ausdruck ihrer Gefühle füreinander. Teilweise haben sie wirklich schon etwas von einem 'alten Ehepaar' ' obwohl das auch schon vor der Hochzeit der Fall war.
Ihre Beziehung kommt mir gefestigter vor, wenn auch das Verhalten eines bestimmten Mannes zum Schluss diese Aussage wie Hohn in meinen Ohren klingen lässt. Aber gut, ich kann ihn verstehen ' das ist ein Schock und widerspricht allem, was seit hunderten von Jahren als ungeschriebenes Gesetzt gilt.
Zu den Nebencharakteren lässt sich sagen, dass mir diese ebenso lebendig erschienen, wie unsere beiden Helden. Allerdings ist mir Alexias Schwester und deren beste Freundin ziemlich auf die Nerven gegangen. Ich kann vor Alexia nur meinen Hut ziehen, dass sie die beiden nicht geknebelt und gefesselt in einen Lagerraum gesteckt hat. Im nächsten Teil will ich bitte lieber mehr über Lord Akeldama erfahren oder auch von mir aus auch über Lyall ' Männer, wenn man mal von Conall absieht (tut mir leid Schätzchen, ich mag dich ja trotzdem), scheinen hier die eindeutig leichter zu ertragende und amüsantere Gesellschaft zu sein.
Die Idee mit dem Luftschiff, das ja bereits im ersten Band am Rande erwähnt wurde, fand ich ausgesprochen toll, ebenso, dass sich hier Geister in Carrigers Welt geschmuggelt haben. Dennoch hätte die Autorin stellenweise auf ein paar Erklärungen von irgendwelchen z.B. Gerätschaften verzichten können und lieber an einem Vorantreiben der Handlung feilen sollen. Trotzdem fand ich dieses Buch nicht langweilig oder uninteressant - der erste Band war einfach eine Spur rasanter, lustiger und dadurch spannender.
Auf den ersten Seiten hatte ich zudem leichte Eingewöhnungsschwierigkeiten, weil der Einstieg und die rückblickenden Informationen zum einen sehr gezwungen witzig und zum anderen zu viel auf einmal waren, doch dann konnte ich wieder sofort in die Geschichte reinschlüpfen und dort ein paar schöne Stunden verbringen.
Band 1 empfand ich als einen Ticken besser, doch lesenswert ist dieses Buch allemal.