"Brennende Erde" ist ein sehr einfühlsames Drama, in dem die Zustände in Hiroshima nach dem Abwurf der Atombombe am 6. August 1945 dargestellt werden. Man kann diesen Film durchaus als amerikanischen Gegenpart zum japanischen Film "Schwarzer Regen" von 1989 betrachten, der die gleiche Thematik bearbeitet. Im Gegensatz zum Werk von Shöhei Imamura, das übrigens in s/w gedreht wurde, ist dieser Film von Regisseur Peter Werner sicherlich klischeebehafteter, worunter allerdings die vorhandene Qualität und Intensität keinesfalls leidet.
Zu Beginn des Films herrscht in Hiroshima eine sogar teilweise recht unbeschwerte Stimmung, vor allem wenn man bedenkt, das man sich im Krieg befindet. Man sieht Kinder, die in der Schule voller Begeisterung Parolen lernen, die sie lehren sollen, stolz auf ihr Vaterland zu sein. Die Erwachsenen gehen ganz normal ihrer Arbeit nach und kaum etwas will so richtig darauf hindeuten, das japan sich mit den USA im Krieg befindet. Das ändert sich schlagartig, als am nächsten Morgen die Atombombe über der Stadt abgeworfen wird und sich so alles auf dramatischste Art und Weise verändert.
Besonders gut wurde hier die Tatsache herausgearbeitet, das die leute überhaupt nicht wussten, was für eine Bombe gerade den Großteil ihrer Stadt zerstört hat und für unzählige Menschen den sofortigen Tod bedeutet hat. Niemand der Überlebenden ahnt zu dieser Zeit, das auch sie zum Tode auf Raten verurteilt sind. Und gerade dieser Umstand verleiht diesem Film eine ungeheure Intensität und eine geradezu schockierende Wirkung. Für den Zuschauer ist es wie ein Tiefschlag in die Eingeweide, wenn man sieht, wie verzweifelt und fassungslos die Menschen dem geschehen gegenüberstehen, ohne eigentlich zu wissen, welche Folgen noch auf sie zukommen.
"Brennende Erde" ist in meinen Augen ein Film, der einen tief berührt und sicherlich seine Spuren hinterlässt. Dazu tragen auch die ausgezeichneten Schauspieler ihren Beitrag bei, denn die dargebotenen Leistungen sind sehr ausdrucksstark und hinterlassen einen autenthischen und glaubwürdigen Eindruck. Mich jedenfalls hat dieses Werk nachhaltig beeindruckt, da es die vorhandenen Emotionen hervorragend zum Ausdruck bringt und dieses für den betrachter förmlich spürbar wird, so das man im Endeffekt richtiggehend mit den Protagonisten mitleidet und das gefühl hat, den Schmerz mit ihnen teilen zu können.
Wer sich für die hier behandelte Thematik interessiert, sollte sich diesen wirklich gelungenen Film keinesfalls entgehen lassen. Ein sehr bewegendes und emotionsgeladenes Filmerlebnis, das unter die Haut geht und nicht so schnell aus dem Gedächtnis verschwinden wird.
8/10