Zum Glück sind gewisse Stücke von Liszts Klavierwerk, eingespielt von Brendel in den 70/80er Jahren endlich auf CD verfügbar. Für diese und für Brendels Liszt Einspielungen überhaupt, möchte ich als Arrau-Fan eine Lanze brechen.
Die Klavierkonzerte mögen andere schneller spielen und mehr dabei glitzern. Brendel spielt vor allem das 2te Konzert schlichtweg aufregend. Ich habe als Vergleich vor allem Arrau und Richter. Für den Totentanz gilt das Gleiche. Die oben erwähnten Klavierstücke, zum Teil vor über 30 Jahren eingespielt, finde ich phänomenal interpretiert.
Ich denke da an : Pensées de mort, Harmonies poétiques, Fantasie und fuge über ein Thema von Bach, Weinen, Klagen, Sorgen Zagen, die Legenden, Csardas macabre.
Brendel zeigt hier, dass er nicht nur ein hervorragender Interpret der Klassiker ist sondern auch im für mich positiven Sinne ein Exzentriker ist. Somit wird Gleiches von Gleichem erkannt, denn Liszt war auch ein Exzentriker. Brendel hat Sinn für das Komische , Skurrile und Abgründige. Damit ist er für Liszt bestens gerüstet, vor allem in den späten Klavierwerken. Fünf Sterne, auch wenn ich die Sonate lieber von Arrau höre.