Kurzbeschreibung
Über den Autor
Auszug aus Breites Wissen. Die seltsame Welt der Drogen und ihrer Nutzer (Eichborn. Berlin) von Ingo Niermann, Adriano Sack. Copyright © 2007. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Der Schauspieler aus Österreich ist für seinen Hang zu Exzessen bekannt. In seiner
Autobiographie »Ich« äußert sich Helmut Berger (geb. 1944) blumig zu verschiedenen
Drogen. Besonders markant: Wie er sich auf dem Rot-Kreuz-Ball in Monaco
nach einer kräftigen Linie Kokain in die weiße Smokinghose kotete. Um den Faux -
pas zu vertuschen, blieb Berger den ganzen Abend sitzen, brüskierte so seine Tisch -
damen, die mit ihm tanzen wollten, und beschwerte sich lauthals über den üblen
Geruch, der vom monegassischen Hafen in die Ballsäle zog. Deutsche Popliteraten
lieben diese Geschichte.
HASCHISCH - Als er in den 60er-Jahren nach London kam, freundete sich Berger
mit dem Foto grafen David Bailey, Cat Stevens und Mick Jagger an. Journalisten, die
über die neue Flower-Power-Generation berichten wollten, brachten »uns Hasch
direkt ins Haus, damit wir sie mit Storys fütterten«. In den 80ern, während der
Dreharbeiten zur Fernseh serie »Denver Clan«, besuchte er eine Party bei Jack
Nicholson: »Wir rauchten ein paar Joints und alberten fröhlich herum.« Die Produ -
zen ten wollten ihm derartige Ausflüge vertraglich untersagen.
LSD - Der Produzent des Musicals »Hair« gab Berger im Jahre 1970 ein »bräunliches,
viereckiges, fingerdickes Stück, wie ein Rosine«, seinen ersten Trip. »Und tatsächlich,
die Blätter atmeten meinen Atem, die Äste der Bäume legten sich sanft um
mich.« Seine Jugendfreundin Yla Suchanek, eine langjährige Geliebte des Schahs
von Persien, erschien ihm wie »eine dieser gesunden Almkühe, wie die lila Milka-Kuh
mit dem lächelnden Gesicht«.
OPIUM - Opium gehörte, ebenso wie Kokain, zu Bergers »Happymakers«. Zum
ersten Mal rauchte er es 1974 bei einem Pferderennen in der Wüste. »Anders als bei
LSD sieht man keine überraschenden Bilder, sondern relaxt auf eine Weise, die der
beste Sex nicht bewirken kann.« Die ganze Nacht lag Berger im Beduinenzelt und
machte »entspannte Konversation in allen Sprachen«.
ECSTASY - Während der Dreharbeiten zu »Smaragd« 1985 in Paris nahm er seine
erste Ecstasy und spülte sie mit Wein runter. Berger bekam ein »immenses Kuschel -
be dürf nis, ohne unbedingt angreifen zu wollen«. Körperlicher Sex schien ihm in
diesem Zu stand ordinär, dafür erlebte er sechs bis acht Orgasmen im Kopf. Berger
warnt vor der Kombination mit Alkohol, denn danach zerspringe der Kopf »in
1000 Scherben«.
KOKAIN - Das erste Mal nahm er die »absolute Jet-Set-Droge« 1971 im Nachtclub
Number One in Rom: »Ich wollte »in« sein. Damals. Gleich rein mit dem halben Kilo.«
Später kaufte er sich einen Strohhalm aus Gold, eine Sonderanfertigung von Bulgari.
Für Berger übertrifft dieser Rausch den aller anderen Drogen: »Ich kann zwei, drei
Tage hintereinander arbeiten, tanzen, blödeln.« Und wenn die Wirkung nachlasse,
sei »der Sex schier grenzenlos«. An seinem 48. Geburstag gab es »Kokain in Suppen -
löffeln«, heute demonstriert Berger »gegen harte Drogen auf Anti-Drogen-Kongressen«.
ALKOHOL - Auch auf Alkohol-Exzesse verzichtet er heute angeblich, weil seine
guten Freunde vor ihm flüchteten. Nach dem Tod seines Geliebten Luchino Vis -
conti im Jahre 1976 trank er immer stärker und wurde dann, wie deutsche Fernseh -
zuschauer bestätigen können, »das Gegenteil von dem, was ich wirklich bin. Ein
Mensch, den ich aus vollstem Herzen hasse.«