Es ist spät und ich will gerade das Radio abschalten, als die Royal Bangs angekündigt werden, und zwar nicht einfach so, sondern in einem Atemzug mit den Kings of Leon. Nicht nur, dass sie auch aus Tennessee stammen, nein, sie sollen auch unglaublich gut sein. Ich entscheide mich also, die angeblich so großartige neue Band anzuhören und da entdeckte ich sie auch schon. New Scissors erreichte jenen Abend meine Gehörgänge, wobei ich nicht unbedingt fand, dass das so gut wie die Kings of Leon sein sollte. Aber irgendwie wurde ich doch neugierig und schon fand ich mich auf der Myspace Seite wieder, und ich muss sagen die Lieder die sich dort auf der Seit befanden regten mich dann doch zum Kauf dieser CD an. Und ja, es hat sich gelohnt und einen Vergleich mit den Kings of Leon würde ich so schnell auch nicht wieder abschlagen.
So folgen dem New Scissors Lied einige technische und instrumentale Spielereien. Am Anfang von Hundcuff Killa würde man die ersten Sekunden sogar meinen, es folgt elektronische Indie-Musik, doch als die Gitarren beginnen sich in den Ohren breit zu machen, denke ich zunächst an das letzte Album von Wolf Parade, aber im Laufe des Songs irgendwie auch nicht. Cat Swallow und Brother waren es einst auf der Myspace Seite die mich von dem Talent der Royal Bangs überzeugten. Die Gitarrenmelodie vom Anfang des 2.Titels sind einfach phänomenal. Ich will tanzen und mitsingen und das Lied immer wieder hören. Bei Brother vermutet man zunächst ein rein instrumentales Lied. Das lange Intro hat wuchtig gute Melodien und ich könnte mir gut vorstellen, wie der ein oder andere Luftgitarre dazu spielt. Dem Intro folgt aber auch irgendwann der Text, und auch ab da verliert das Lied nicht an Rockbarkeit und wieder einmal will man nur dazu abgehen. Zu Japanese Cars muss ich zugeben am Anfang zunächst an das letzte Radiohead Album gedacht zu haben. Und das ist auch immer noch so. Es ist ein eher ruhigeres Lied, zwischendurch kann man jedoch hören wie der Sänger sich verausgabt, auch das hört sich am Anfang wohl experimentell an, aber immer noch gut. Insgesamt bleibt auch dessen melodische Akkorde nicht unbemerkt.
Aber schnell kommt man über Radiohead hinweg und man befindet sich wieder bei rockigen Melodien, die wirklich nie dieselben sind (bis auf siehe unten). Lied Nummer 7 klingt wie Wolfmothers White Unicorn und zugleich wie die Strokes.
Es ist bei jedem Lied überraschend was die Royal Bangs als Nächstes tun.
Am Ende befindet sich man den Liedtiteln nach wieder in Asien. Und dem aufmerksamen Leser wird auffalen Japanese Cars und Hyundai from Korea könnten was miteinander zu tun haben, richtig: selbe Melodie, sogar der selbe Text, doch ein komplett neues Lied. Es ist nicht mehr ruhig und ein perfekter Abschluss für diese CD.
Trotz sämtlicher Vergleiche die ich jetzt angestellt habe, die Royal Bangs sind wie keine Band. Die Songs sind sehr einfallsreich und vor allem abwechslungsreich. Man bekommt wirklich nie Langeweile und es ist wirklich schwierig zu beschreiben welche Musik sie machen, da sie soviel machen. So viele Eindrücke und es klingt immer wieder neu, ich kann nur empfehlen sich diese Band zu merken, denn sie haben ein wahnsinniges Talent kreativ und gut zu sein. Man hört aufjedenfall dass sie definitiv wissen was sie tun.
Tut euch was Gutes und hört sie euch an!