Bewusstes Atmen ist das Kernstück des Breathwalk. Umgeben wird er von Aufwärmübungen aus dem Kundalini-Yoga, einem Abstimmen von Schritten und Atemrhythmus aufeinander, einer dreiteiligen Dehnung und einem inneren Walk, das ist eine Art Meditation (wem das zu esoterisch klingt: eine Gedankenreise) im Anschluss an die körperliche Betätigung.
Die Autoren legen ausführlich die Grundlagen und gesundheitlichen Vorteile des Breathwalk dar. Es gibt verschieden lange Atemmuster: gleich lange Ein- und Ausatmung oder im Verhältnis 1:2 und 2:1 oder Einatmen:Halten:Ausatmen = 1:1:1. Die Atemphasen können fließend oder unterteilt (= in Intervallen) sein. Diesen Atemmustern wurden Tiernamen zugenordnen. Z.B. je 4 Schritte fließend ein- und ausatmen = Tiger, je 4 Schritte in Intervallen ein- und ausatmen = Adler.
Zusammen mit den anderen 4 Phasen werden diese Tiere dann zu Einheiten kombiniert, die bestimmte Ziele verfolgen: z.B. "Energiereserven regenerieren", "Von Angst zu innerer Gelassenheit", "Von zweifelnd und lethargisch zu motiviert und bereit", "Lernen und kreativ sein".
Die Atemtechniken stellen schnell Energie zur Verfügung.
Die Aufmerksamkeit auf den Atem zu richten wirkt außerdem schnell konzentrationsfördernd. Ich fühle mich danach sehr wohl.
Einen Stern Abzug gibt es für die Aufmachung des Buches:
- Wer Lust hat auf einen Breathwalk, muss sich zuerst durch ca. 200 Seiten Grundlagen lesen, die tollen Effekte, die versprochen werden, motivieren, aber das lange Lesen, bevor man anfangen kann, nervte mich durchaus. Eine Kleinigkeit zum Sofortprobieren wäre für Skeptiker und besonders Neugierige am Anfang schön gewesen. (Einige Schritt- und Atemmuster geben z.B. auch ohne vorherige Übungen einen Energieschub.)
- Die einzelnen Programme sind am Ende des Buches auf je einer Seite dargestellt. Dies gelingt nur dadurch, dass auf die Aufwärmübungen, die Atemmuster (nummeriert) und die abschließenden Übungen verwiesen wird.
- Die Aufwärmübungen sind einige Seiten hinter den Programmen (= Hin- und Herblättern bis man sie auswendig kann.) und sie wurden nur beschrieben, es gibt leider keine Bilder, die für Menschen, welche im Kundalini-Yoga unerfahren sind, jedoch notwendig wären.
- Die Atemmuster sind noch weiter hinten. (Weiteres Blättern). Die Wirkungen der Atemmuster stehen leider nicht dabei, sondern befinden sich (ohne Nennung der Tiernamen) in der Mitte des Buches.
- Die Innerwalks finden sind schwer zu finden etwa im zweiten Drittel des Buches, also weiteres Blättern.
Fazit: Zeit zum Lesen einplanen, Neugier konservieren. Vorher das Programm auswendig lernen mit allen Übungen oder mehrere Lesezeichen verwenden und viel blättern.