Keine Frage: Mercan Dede gehört neben Cheb i Sabbah zu meinen ganz großen Favoriten in einem Genre, für das es keine Bezeichnung gibt. "Elektro-World-Oriental-Chill mit perkussiven und orchestralen Elementen" - nee, Quatsch. Aber so was Ähnliches ist das schon.
An Dede's Neuling "Breath" wäre nichts, aber auch gar nichts auszusetzen, gäbe es nicht den Vorgänger "Su". Der ist einfach viel, viel besser, oder anders gesagt: auf "Breath" fehlt die Innovation. Eine große Stärke von Dede war bislang, dass jedes einzelne Stück eine eigene Dramaturgie entwickelte. Das braucht seine Zeit und deshalb enthielten die Vorgängeralben auch Songs mit Laufzeiten von 7, 8 Minuten. Dede gelang es dabei, eine unglaubliche Spannung aufzubauen: es wäre fast ein Frevel, ein solches Stück mittendrin einfach auszuschalten. Auf "Breath" sind die Beiträge in der Regel sehr viel kürzer. Da Mercan Dede ein außergewöhnlicher Arrangeur und Komponist ist, gelingen ihm natürlich grandiose Melodien, aber die Spannung, die er auf "Su" damit schuf, kann er hier nicht ganz wiederholen. Dede hat die Latte mit "Su" einfach sehr hoch gelegt.