Als ehemaliger Berater des weißen Hauses für Cyber-Security und Terrorismusberater Präsident Clintons versteht es Richard A. Clarke (der im CIAO Critical Infrastructure an Assurance Office mit Erhebungen betreffend potentiellen Terrorzielen befasst war) wie kein zweiter Terrorszenarien zu entwerfen, die in ihrer Realitätsnähe beinahe unübertroffen sind. Und deshalb hat er sich nach dem großen Thema Öl einer anderen Achillesferse der USA gewidmet, dem Internet und einem Angriff auf dieses.
Durch den Ausfall der wichtigsten Relaisstationen an der US-Küste sind die USA plötzlich von Europa und einem Großteil der Welt, wie auch ihrer Truppen und Botschaften abgeschnitten. Jemand hat die transatlantischen Telefonleitungen, über welche auch ein Großteil des Internetdatenverkehrs verläuft gekappt. Mit großer Mühe gelingt es erste Schritte einzuleiten und so werden auch umgehend das Intelligence Analysis Center und dessen neuer Direktor Rusty MacIntyre eingeschaltet um die Ermittlungen zu koordinieren. Der neue und innovativste Geheimdienst soll herausfinden wer dahinter steckt und erste Verbindungen sind schnell gefunden, denn die ukrainische Mafia könnte an der Ausführung des Anschlags beteiligt gewesen sein. Als Hacker einen Stromausfall verursachen wird allen Beteiligten jedoch schnell klar, dass die Anschläge längst noch kein Ende gefunden haben. Aber von Seiten der Regierung wird gerade China unter Generalverdacht gestellt, da die USA zuletzt verstärkte Unterstützung für Taiwans Unabhängigkeitsbemühungen geleistet haben, während Chinas Wirtschaftsfortschritt in Sachen High-Tech nachgelassen hat...
Wie auch Scorpions Gate enthält Breakpoint einige realistische Bedrohungsszenarien die es regelrecht in sich haben. Man könnte beinahe sagen die Terrorismusexperten sind in dieser Hinsicht sogar weit kreativer als die eigentlichen Terroristen es mit ihren meist doch begrenzten Mitteln sein könnten. Im Gegensatz zu Scorpions Gate bringt Breakpoint nun aber auch eine eindeutige Science Fiction-Komponente mit sich, die zwar im Realisierbaren liegt, dessen ungeachtet allerdings vom eingeschlagenen Kurs abweicht. Die China-Phobie von Clarks fiktiver US-Regierung lässt sich jedoch auch in diversen Regierungszirkeln der scheidenden Bush-Administration finden.
An der Entwicklung seit Scorpions Gate merkt man sehr deutlich dass auch Richard A. Clarke gelernt hat seine Prioritäten neu zu setzen, somit hat er so gut wie alle seine Protagonisten auf die nächsthöhere Gehaltsstufe befördert und sich vom nahen Osten, über die China-Connection dem fernen Osten zugewandt. Aufgrund des "Realismus" seiner Werke verdient es Clarke eindeutig gelesen zu werden, auch wenn er langsam lernen sollte, etwas gegen seine holzschnittartigen Charaktere zu unternehmen und sich stilistisch etwas von Aktionsplänen und Diskussionsunterlagen weiterzuentwickeln, denn in Breakpoint beweist er zwar enormes Hintergrundwissen, jedoch mangelt es an schriftstellerischen Können, wodurch die besagten Charaktere sehr oberflächlich bleiben und der gewisse Kick fehlt. Was ihm allerdings mehr als gut, wenn nicht sogar genial gelingt, ist es einen undurchschaubaren und unvorhersehbaren Handlungsverlauf zu entwickeln, der erst wirklich am Ende seine Geheimnisse preisgibt und sich mehrmals weiterentwickelt.
Fazit:
Hochgradig spannendes Szenario, unvorhersehbarer Plot, schriftstellerisch jedoch etwas unausgewogen.