Der Abschlußband hat mir besser gefallen als "Eclipse".
Auch diese Buch leidet wie sein Vorgänger -sehr stark sogar- unter Konstruktionitis, und zwar wegen der der gleichen Ausgangssituation: wir beginnen gewissermaßen da, wo sonst "happily ever after" stehen würde... Also muß irgendwie ein Spannungsbogen her.
* * * Achtung, ab hier wird reichlich gespoilert * * *
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Folgerichtig fängt die Geschichte mit der Hochzeit an. Bellas Panik davor ist auch in typischer Meyer-Manier beschrieben: sehr witztig. Und natürlich wird es die perfekte Hochzeit, denn schließlich war Alice die Planerin.
Dann geht's ab in die Flitterwochen, wo das Ehepaar Cullen das tut, was man üblicherweise so in Flitterwochen tut. Mit Edward-typischer Zurückhaltung natürlich. Und gebührener Zerknirschung über Bellas Blessuren... Unglücklicherweise passiert das für unmöglich gehaltene: Bella wird schwanger. Ich war entsetzt, Edward auch. Nur Bella hat sich gleich ganz doll gefreut.
Man jettet zurück nach Forks, um dem Spuk ein Ende zu machen - aber dazu kommt es nicht.
Jezt kommt der erste richtig große Nervpunkt: ein Perspektivwechsel. Jacob wird für das nächste Teilbuch zum Ich-Erzähler. Für mich ein extrem störender Stilbruch. Allerdings ist das Gezicke zwischen ihm und Rosalie irgendwie lustig.
Mit der Geburt des Kindes mit dem schrecklichsten Namen der Welt (DAS ist wahre Größe - der Heldin des eigenen Buches eine solche Geschmacklosigkeit anzuhängen) wechselt die Perspektive wieder, und (für mich) wird das Buch hier endlich (endlich, endlich) interessant: Bella wird zum Vampir. Und zu was für einem...
Ich hätte gut ohne das Kind auskommen können, aber da es nun mal da ist, wird es ein ganz maßgeblicher Teil der folgenden Handlung. Einiges davon ist absolut vorhersehbar (Jacobs Imprinting), anderes wirkt merwkürdig. Das steht so nicht im Buch, aber mir drängt sich das Bild der Heiligen Familie auf: Edward und Bella mit dem Hybrid-Heilbringerkind. Mit Jacob, Seth und Leah als Heiligen Drei Königen. Wahlweise könnte man die Vampirkongregation auch noch als die Hirten auf dem Felde betrachten...
Zum Ende hin drohen mal wieder die Volturi (und zwar durch einen oberkonstruirten Schachzug - die Geschichte der Immortal Children vom Anfang ist völlig und von Anfang an offensichtlich nichts anderes als ein Mittel zum Zweck), die wieder nicht geschlagen, aber von SuperSchild-Bella eindruckvoll vertrieben werden. Bah! Das ist öde.
Was soll ich sagen? Ein paar hundert Seiten weniger hätten mir auch gereicht, und mir hätte es besser gefallen, wäre die Geschichte um Bellas Vampirwerdung stärker ausgebaut worden. Aber es ist nunmal wie es ist.
Mit dem Happy End kann ich -anders als bei "The Host"- ganz gut leben. In der Meyer-Cullen-Logik-Welt ist das durchaus schlüssig, und auch ganz ansprechend gemacht. Die Charaktere wirken erwachsener, tatsächlich auch elternhaft - das allerdings finde ich unlogisch. Daß echte Eltern irgendwann zumindest eine zeitlang nur noch um ihr Kind herum existieren, ist wohl normal. Aber Bella und Edward SIND einfach keine echten Eltern in dem Sinn - die sollten zu dem Zeitpunkt noch "frisch verheiratet" sein
Manchmal hatte ich den Eindruck, die Figuren hätten zwischen "Eclipse" und "Breaking Dawn" Entwicklungen durchgemacht, die uns Mrs Meyer einfach nicht erzählt hat.
Ich glaube, es wäre eine Gute Idee gewesen, wenn SM sich mehr Zeit für ihre letzten paar Bücher genommen hätte, bzw. wenn der Verlag ihr mehr Zeit dafür gegeben hätte. So sind nun alle Opfer der Hype-Wut geworden; der Verlag hat wohl ziemlich stark nach dem "Next J. K. Rowling"-Status geschielt.
Nun ist's vorbei. Schade eigentlich!
Leider waren die letzten paar Bücher dergestalt, daß ich nun noch nicht mal an "Midnight Sun" noch große erwartungen habe. Außer vielleicht, daß sie sich dafür mehr Zeit nimmt - gerne auch ein paar Jahre...