Die beiden homosexuellen Nachwuchs-Schauspieler Jason und Chad teilen sich im Herzen von New York zwar ein Apartment, aber könnten eigentlich unterschiedlicher nicht sein. Während der extrovertierte Jason sein Leben in vollen Zügen genießt und sich im Schwulen-Chat ständig neue Sexualpartner an Land zieht, wartet der introvertierte Chad lieber auf die große Liebe mitsamt der ewigen Treue. Doch während das Leben von Jason zunehmend von der Sucht nach anonymen Sex und wechselnden Partnern geprägt ist, hat Chad schon längst ein Auge auf seinen sportlichen Mitbewohner geworfen, der aber aufgrund seiner Getriebenheit ständig "online" zu sein gar nicht bemerkt, mit welchem netten Typen er da eigentlich zusammenwohnt.
Das Internet hat mit seinen schier unendlichen Möglichkeiten der Kommunikation das Leben aller Menschen mit Computerzugang nachhaltig verändert und vor allem für homosexuelle Menschen doch wesentlich einfacher gemacht, mit Gleichgesinnten in Kontakt zu kommen. Doch das Thema "Chat" und die damit verbundenen Möglichkeiten sind nur ein Teil in dem 1992 entstandenen Streifen "Breaking the Cycle", der vielmehr davon handelt, dass man das Glück oftmals gar nicht erkennt, auch wenn es einem ständig vor der Nase herumtanzt. Auch die beiden sympathischen Jungs im Film brauchen bis zum Happy-End so etwas Anlaufzeit und diese wird von Regisseur Dominick Brascia auch dazu genutzt, unverkrampfte Körperlichkeit und schwulen Lifestyle auf witzige Weise zu präsentieren.
Wie bei kleinen Low-Budget-Film aus der Homo-Ecke üblich, darf man sich natürlich auch von der Art der Inszenierung nicht wirklich Großartiges erwarten. Die Mischung aus eher unbeschwerter Komödie, ironischen Seitenhieben auf die Szene und etwas Körperlichkeit ist zwar durchaus solide, aber die Geschichte ist nicht sonderlich originell und auch die kostengünstige Machart und Video-Optik ständig präsent. Die Qualität der DVD ist dann dementsprechend durchschnittlich und bietet zum englischen Originalton optionale Untertitel. Unterm Strich sicher kein Highlight des Genres, aber systemerhaltende Kost der eher unbeschwerten Art, das für amerikanische Verhältnisse auch erfrischend unverkrampft daherkommt und nebenher humorvoll präsentiert, wie es in den Anfangstagen des Internets so abgegangen ist.