Neben Lost und mit leichten Abstrichen Dexter ist Breaking Bad die genialste Serie, die ich bislang zu sehen bekam.
Woran liegt das? Anders als in anderen Hollywoodserien werden hier nicht nur Ideen angeschnitten und dann wieder verworfen und haben für den späteren Ablauf keine Relevanz mehr. Hier zählt jede Kleinigkeit, die den verschiedenen Charakteren wiederfährt und hat Einfluss auf die spätere Handlung. Das verleiht den handelnden Personen viel mehr Tiefe und sie sind weitaus realistischer als beispielsweise die Figuren aus Weeds, welches gerne mal als geistiger Pate herangezogen wird. Vor allem gibt es hier keine schwarz-weiss Zeichnung, jede Figur hat ihre Schwächen und Stärken und die Symphatie ist nicht immer unbedingt mit den Hauptdarstellern, deren großartige Leistung ich hier noch mal hervorheben möchte.
Allen voran natürlich der aus Malcom Mittendrin bekannte, krebskranke Chemielehrer Walter White (Bryan Cranston), der mit der Produktion der Nascherei Chrystal Meth seine Familie finanziell versorgen möchte, bevor ihn der Krebs dahinrafft. Wer ihn bisher nur aus Malcom als albernen Vater kennt, wird überrascht sein, wie sehr er sich für ernste Rollen eignet. Auch nicht zu verachten: Der als Captain Cook bekannte, aus reichem Elternhaus stammende Junkie Jesse Pinkman, der sich immer wieder geniale Wortgefechte mit seinem ehemaligen Chemielehrer liefert und stets für chaotische Verhältnisse sorgt. Hinzu kommen jede Menge durchgeknallte Gangster, ein Schwager bei der Drogenfahndung und eine kontrollsüchtige Ehefrau. Ich gehe hier absichtlich nicht näher auf die Handlung ein, möchte niemand den Spaß verderben und bei Interesse wird darüber genügend in anderen Rezensionen gesagt.
Fazit: Wer auf Drogenthematik, rabenschwarzen Humor ohne Lachplatte, reichlich Tiefgang und realistische Charaktere steht, wird mit Breaking Bad in beiden erhältlichen Staffeln mehr als glücklich werden!